Bad Neustadt

Gisela Bornowski besucht das evangelische Dekanat Bad Neustadt

Beeindruckt zeigte sich Regionalbischöfin Gisela Bornowski von der vielfältigen Arbeit im evangelisch-lutherischen Dekanat Bad Neustadt. Drei Tage lang hat sie gemeinsam mit Dekan Dr. Matthias Büttner das Dekanat inspiziert. Foto: Stefan Kritzer

Im vergangenen Jahr stattete Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm dem Dekanat Bad Neustadt einen Besuch ab. Jetzt konnte Dekan Matthias Büttner erneut hohen Besuch der Landeskirche begrüßen. Gisela Bornowski 8Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg) war für drei Tage in Rhön und Grabfeld zu Gast, um sich ein Bild der insgesamt 14 Pfarreien und 26 Kirchengemeinden im Dekanat sowie vom ehrenamtlichen Engagement wie auch den Sorgen und Nöten der Mitbürger zu machen.

Die große Tour durchs Dekanat Bad Neustadt führte die Regionalbischöfin zu Haupt- wie Ehrenamtlichen, zur Arbeit in der Diakonie wie zur Teilnahme an einer Podiumsdiskussion. Und natürlich hat sich Gisela Bornowski Kirchengemeinden vor Ort angeschaut, hat aus den insgesamt 32 Kirchen im Dekanat auch kleine Pfarreien wie Roßrieth, Bahra oder Sondheim im Grabfeld mit einem Besuch beehrt.

Schüler interessieren sich für religiöse Themen

Ein Schwerpunktthema des Besuchs der Regionalbischöfin war der Austausch mit Religionslehrkräften. Gisela Bornowski würdigte die Bedeutung des Religionsunterrichts für die geistliche wie kulturelle Bildung junger Menschen. Zahlreiche Lehrkräfte müssen hierfür aber häufig weite Wege zu verschiedenen Schulen in mehreren Kommunen zurücklegen, um rund 1500 Kinder im Dekanat zu unterrichten.

"Da sind Religionslehrkräfte wirklich mit Herzblut bei der Sache", sagte die Bischöfin. "Die Schüler haben ein großes Interesse an spirituellen und existenziellen Themen." Eine große Bedeutung kommt im schulischen Alltag auch der Schulseelsorge bei. "Viele Kinder suchen hier einen Ansprechpartner", sagte Gisela Bornowski.

Regionalbischöfin würdigt vielfältige ehrenamtliche Arbeit im Dekanat

In der Auferstehungskirche Münnerstadt nahm die Landesbischöfin an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Was bleibt?" teil. Die offene Aussprache über ein Leben nach dem Tod würdigte Gisela Bornowski als konfessionsübergreifend sehr gelungen. "Der große Zuspruch an der Diskussion zeigte, dass die Menschen zu diesem Thema offene Fragen haben, auf die die Kirchen Antworten finden müssen."

Begeistert zeigte sich Gisela Bornowski von der mannigfaltigen ehrenamtlichen Arbeit im Dekanat Bad Neustadt. "Vor allem in den dörflichen Gemeinden läuft immens viel ehrenamtlich", so die Regionalbischöfin. Hervorgehoben wurde unter anderem die Gemeinde Sondheim vor der Rhön, die seit Jahren für den Erhalt und die Sanierung des Pfarrhauses kämpft und obendrein einen Bibelgarten eingerichtet hat. "Da wird so viel ehrenamtliches Engagement eingebracht", bestätigte Bornowski: "Das ist klasse!"

Eine Sternstunde des evangelischen Miteinanders

Aber wie in vielen Institutionen fehlen auch in der evangelischen Kirche immer mehr ehrenamtliche Helfer. "Wir merken das natürlich auch", so die Bischöfin. "Die hohe Verbindlichkeit im Ehrenamt schreckt Menschen immer wieder ab", sagte Gisela Bornowski, appellierte gleichzeitig aber an die Gemeindemitglieder, nicht in ihrem Engagement für die Mitmenschen nachzulassen. Die Regionalbischöfin sprach aber auch das Dilemma des ländlichen Raumes an, hauptamtliche Pfarrstellen zu besetzen. "Wir haben hier teilweise wunderbar schöne Pfarrstellen mit hohem ehrenamtlichen Engagement und brauchen Jahre, um diese neu zu besetzen", weiß Gisela Bornowski.

In einer berufsgruppenübergreifenden Pfarrkonferenz wurden zahlreiche Themen rund um den Zukunftsprozess "Profil und Konzentration" der evangelischen-lutherischen Kirche in Bayern diskutiert. "Die Diskussion rund um die verschiedenen Themen war eine Sternstunde des evangelischen Miteinanders", würdigte Dekan Matthias Büttner das Gespräch mit den Beschäftigten im Dekanat. "Das war eine ganz offene und ehrliche Aussprache auf Augenhöhe!" Themen wie "Wie soll es weitergehen mit der Kirche?", Verlust der Relevanz der Kirche, Fragen wie "Wo braucht es ein Umdenken?" oder nach der Bedeutung der Kirche in der heutigen Zeit wurden eifrig besprochen.  

Besuche bei Bürgermeister Bruno Altrichter und Landrat Thomas Habermann hat die Regionalbischöfin ebenfalls absolviert. Beide Politiker betonten die enge Zusammenarbeit mit den Kirchen im Landkreis und deren Unterstützung, was Gisela Bornowski gerne zur Kenntnis nahm. "Von der politischen Seite gibt es im Landkreis Rhön-Grabfeld ein großes Wohlwollen gegenüber der Kirche", so Bornowski, die das "große ökumenische Herz" in der Region würdigte.

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