Bad Neustadt

Glosse Aufgespießt: Corona im Stadion

Ein mit zehntausenden Fans vollgestopftes Stadion ist doch etwas ganz anderes als die Leipziger Buchmesse, oder?
Ein Paradies für Corona-Viren: ein ausverkauftes Fußballstadion
Ein Paradies für Corona-Viren: ein ausverkauftes Fußballstadion Foto: Sebastian Dieterich

Wenn von Globalisierung die Rede ist, denkt man immer, das gibt es erst in unserer modernen Zeit. Ist natürlich Blödsinn. Nehmen wir zum Beispiel Christopher Columbus. Als der Genueser am 3. August 1492 von Palos de la Frontera in Spanien aus gen Westen losschipperte, wollte er das im Osten liegende Indien finden. Hat bekanntlich nicht geklappt. Der Mann landete in Amerika und nannte die Ureinwohner dort Indianer. Er dachte ja er sei in Indien.

Columbus, so wie alle, die nach ihm die neue Welt besuchten, brachten etwas mit, das ganze Stämme dahingerafft haben soll: Krankheitserreger, die das Immunsystem der amerikanischen Ureinwohner bis dahin noch nicht kannte. Den Drang zur Globalisierung gibt es bei Bakterien und Viren schon immer - die müssen nur eine Chance bekommen. 

Menschenansammlungen

Und was machen wir heute, wo die Gefahr besteht, dass unser Immunsystem mit Corona auf einen unbekannten Gegner trifft? Wir weichen ihm aus, wenn es irgendwie geht. Weihwasser in der Kirche - weg damit. Friedensgruß - lieber nicht. Internationale Tourismusbörse in Berlin - abgesagt, ebenso wie die Leipziger Buchmesse oder das Handwerker-Treffen in Strahlungen. Viren und Menschenansammlungen, das kann böse enden.

Aber irgendwo hört der Spaß auf. Manches kann man einfach nicht absagen, nicht in Deutschland! Man stelle sich vor, da würden an diesem Wochenende Spiele der Fußballbundesliga abgesetzt oder die jeweiligen Teams müssten vor leeren Rängen spielen. So groß kann doch die Ansteckungsgefahr überhaupt nicht sein, dass ein echter Fan davor zurückschreckt, mit Zehntausenden auf engstem Raum zusammengedrängt, unter vermutlich nicht den allerbesten hygienischen Umständen sein Team über den Rasen rennen zu sehen.  Das weiß auch der DFB.

Desinfektionsschleusen

Vielleicht bauen die vor den Stadion-Toren diesmal ja Desinfektionsschleusen auf. Eine kurze Sagrotan-Dusche - und alles ist gut. Blöd nur, dass es kaum noch Desinfektionsmittel auf dem Markt gibt. Alles in Panikkäufen zusammen mit Nudeln, Dosensuppen und Klopapier weggekauft. 

Ja liebe Fußballfans, da müsst ihr jetzt halt durch. Und während ihr für euer Ticket zum großen Virentreff auch noch Geld bezahlt habt, kommt Corona völlig umsonst ins Stadion. Aber ich mache mir keine zu großen Sorgen, ganz bestimmt waren die größten Corona-Panikkäufer die Fußballfans. Die haben sich schon mal mit allem eingedeckt, was für die Quarantäne nach dem Spiel nötig sein wird. Denn dumm sind sie ja nicht, die Fußballfans.

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