BAD KÖNIGSHOFEN

Grabfeld-Botschafter gesucht

Grenzenlos und mittendrin: Die Vertreter der Grabfeld-Gemeinden auf thüringischer und bayerischer Seite wollen zukünftig innerhalb einer Marketing-Kooperation enger zusammenarbeiten. Bei der Vorstellung des Projekts „Grabfeld Botschafter“ waren dabei (von links) Landrat Thomas Habermann, Bürgermeister Christian Seeber (Gemeinde Grabfeld), Bürgermeister Gerold Weiß (Höchheim), Bürgermeister Josef Demar (Großbardorf), Bürgermeister Günther Köhler (Römhild), Bürgermeister Georg Rath (Herbstadt), Bürgermeister Burghard Wachenbrönner (Aubstadt), Allianz-Vorsitzender und Bürgermeister Jürgen Heusinger (Sulzfeld), Kreisheimatpfleger Rolf Kaden (Hildburghausen) und Bürgermeister Thomas Helbling (Bad Königshofen). Foto: Vossenkaul

25 Jahre nach dem Fall der Mauer sei es höchste Zeit, dass zusammenkommt, was zusammengehört, meinen die Grabfelder und stellten am Dienstag in der Schranne ihr erstes größeres Kooperationsprojekt „Grabfeld-Botschafter“ vor. Nachdem das Pilotprojekt, die Herausgabe eines Grabfeld-Kochbuchs, durchgeführt von Philipp Sebald und Jan Schöppach, so erfolgreich gelaufen ist, soll nun ein weiteres grenzüberschreitendes Projekt die Verbindungen festigen.

Man wolle touristisch vorwärts kommen und Ideen umsetzen, sagte Allianz-Vorsitzender Jürgen Heusinger, der sich freute, dass die thüringischen Grabfelder genauso denken. „Wir wollen den Bürgern deutlich machen, wie schön es hier ist, damit sie ihre Heimat wertschätzen und das auch nach außen vertreten“, so Heusinger. Eine Arbeitsgruppe hat sich seit Dezember 2013 gebildet, bestehend aus Vertretern der Allianz-Grabfeldgau, der Stadt Römhild, der Gemeinde Grabfeld, der Landkreise Rhön-Grabfeld, Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen, der Tourismus GmbH Bayerische Rhön, des Tourismusverbandes Haßberge, der RAG Leader Hildburghausen-Sonneberg und des jukunet Bad Königshofen (Netzwerk für Jugendkultur). Ein Logo wurde entwickelt, für das die weithin sichtbaren Gleichberge Pate standen, was zu dem Text „Grabfeld – grenzenlos – mittendrin“ anregte.

Regionale Identität stärken

Allianz-Projektleiterin Mirjam Betz und Pressesprecher Thomas Hälker stellten das neue Projekt vor, das sich teilweise aus dem Kochbuch-Pilotprojekt finanziert. 3,50 Euro von jedem verkauften Exemplar der aktuellen Auflage wandern in die Kasse der Kooperation. Ziel des Projekts „Grabfeld-Botschafter“ ist es, der gemeinsamen Region ein Gesicht zu geben, die regionale Identität zu stärken und dabei die Bevölkerung einzubinden, um die Region auch nach außen besser vertreten und vermarkten zu können. Gesucht werden zehn Botschafter zwischen neun und 99 Jahren, die gerne in der Heimat leben, die Natur sowie die kulturellen und kulinarischen Besonderheiten kennen, sich für die Entwicklung der Region interessieren, sich in Vereinen und Organisationen engagieren und ihre Kontakte nutzen, um für das Grabfeld und ihre Heimat zu werben. Zwei Jahre lang sollen sie in den Medien präsent sein und innerhalb und außerhalb der Region für das Grabfeld werben.

Landrat Thomas Habermann wünschte der Kooperation viel Erfolg und wies auf die Gemeinsamkeiten und strukturellen Unterschiede hin. Zwei Bürgermeister haben nach der Gebietsreform in Thüringen so viele Orte wie auf unterfränkischer Seite zehn Bürgermeister. Nach der anfänglichen Euphorie nach der Wende sei vieles eingeschlafen, meinte der Landrat, es sei jetzt an der Zeit, neue Kooperationen zu finden. Er hofft auf erkennbare Erfolge und wünschte dazu viel Glück. „Mut sollte man haben“, sagte Kreisheimatpfleger Rolf Kaden (Hildburghausen), der oft gemeinsam mit dem ehemaligen Allianz-Vorsitzenden Kurt Mauer über eine engere Zusammenarbeit gesprochen hat. Besonders auf touristischer Ebene könnte man gemeinsam mehr erreichen. Christian Seeber, Bürgermeister der Gemeinde Grabfeld, berichtete von den jüngsten Zusammenschlüssen, nach denen die Gemeinde Grabfeld zwölf Ortsteile mit rund 5500 Einwohnern hat, die Stadt Römhild 14 Ortsteile und 7300 Einwohner. Ob Großgemeinden besser sind, werde sich noch herausstellen, so Seeber. „Wir fühlen uns als Grabfelder“, bekundete der Bürgermeister. Mit den benachbarten Grabfeldern stimme die Chemie und er freue sich auf viele weitere gemeinsame Projekte.

Ist der Name „Grabfeld“ positiv zu vermarkten? Erinnert er an Grab und Tod? Darüber wurde kurz diskutiert und es stellte sich heraus, dass die schon mehrfach aufgetauchte Aufforderung an die unterfränkische Seite, den eigenen Namen zu verleugnen und sich in Sachen Tourismusförderung an die bekanntere Rhön anzuschließen, ein Pendant bei den Thüringern hat, die nicht gern das „Anhängsel“ des Thüringischen Waldes sein wollen, wie Römhilds Bürgermeister Günther Köhler bekundete. Allianz-Vorsitzender Jürgen Heusinger bekräftigte „Der Name ist historischen Ursprungs, wir stehen dazu – egal, was die Leute reden.“ Es sei sogar von Vorteil, nach dem Ursprung des Namens gefragt zu werden, hieß es in der Diskussion, das wecke das Interesse.

Grabfeld-Botschafter werden

Wer gern ein Grabfeld-Botschafter werden will, kann sich über www.grabfeld-grenzenlos.de bewerben oder sich beim jeweiligen Bürgermeister melden. Eine Auswahl trifft eine Jury, im September wird dann ein Fotoshooting stattfinden. Die offizielle Bekanntgabe soll am 15. November innerhalb eines ersten gemeinsamen „Grabfeld-Tages“ in Behrungen, an dem an die Wiedervereinigung vor 25 Jahren erinnert wird, erfolgen.

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