MELLRICHSTADT

Grünabfallplatz: Oft nur vorne voll

Derzeit wird der Mellrichstädter Grünabfallplatz in Richtung Roßrieth rege genutzt. Oftmals laden die Gartenbesitzer Äste und Laub allerdings direkt an der Straße ab, anstatt den Platz von hinten her aufzufüllen. Dieses Ärgernis war nun Thema in der Stadtratssitzung. Die Gartenfreunde im Bild verhalten sich übrigens vorbildlich.
Derzeit wird der Mellrichstädter Grünabfallplatz in Richtung Roßrieth rege genutzt. Oftmals laden die Gartenbesitzer Äste und Laub allerdings direkt an der Straße ab, anstatt den Platz von hinten her aufzufüllen. Dieses Ärgernis war nun Thema in der Stadtratssitzung. Die Gartenfreunde im Bild verhalten sich übrigens vorbildlich. Foto: Gerhard Fischer

So richtig emotional wurde es erst am Schluss: Bei der Sitzung des Mellrichstädter Stadtrats am Donnerstagabend erhitzten sich die Gemüter am Thema Grünabfallplatz, das Karoline Karg angestoßen hatte.

Bürger hatten sie angesprochen, dass der Weg vom Hainberg zum Grünabfallplatz Richtung Roßrieth recht weit sei, und ob es die Möglichkeit gäbe, am Hainberg ebenfalls einen Platz einzurichten. Das veranlasste Bürgermeister Eberhard Streit zu einer Standpauke. Derzeit werden Unmengen von Grünabfall am Platz abgeladen – unglücklicherweise oft direkt an der Straße, so dass der Platz nicht von hinten her aufgefüllt wird, sondern nach vorne überquillt.

Am vergangenen Samstagvormittag war der Stadtchef selbst vor Ort, als sich das Grüngut schon auf dem Zufahrtsweg türmte. Streit hatte umgehend Bauhofmitarbeiter Manfred Reder gebeten, Äste, Laub und Grünschnitt nach hinten zu schieben. „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Mitarbeiter am Samstag, noch dazu bei strömendem Regen, in die Bresche springt und am Grünabfallplatz für Ordnung sorgt“, machte Streit deutlich. Was ihn dann noch mehr erzürnte: Am Abend präsentierte sich ihm dasselbe Bild wie am Vormittag. Am Rand zur Straße ragten Grüngutberge in die Höhe, obschon in der Mitte noch genügend Platz gewesen wäre.

Bei diesem Thema kamen auch einige Stadtratsmitglieder in Fahrt. An die Bürger ging daher der eindringliche Appell, sich ordnungsgemäß zu verhalten und den Platz von hinten her aufzufüllen – auch wenn man sich dabei mal schmutzige Füße holen könnte. „Gummistiefel im Auto könnten da nützlich sein“, merkte Christian Herbig leicht ironisch an. Dann würde das Platzangebot auch mehrere Tage reichen und nicht einen ständigen Einsatz der Bauhofmitarbeiter erfordern.

Sollte keine Besserung eintreten, würde den Bürgern eine mögliche Konsequenz wohl nicht gefallen. Die Stadt könnte den Grünabfallplatz schließen, so dass die Gartenbesitzer künftig weite Wege in Kauf nehmen müssten, um ihr Grüngut auf einer Deponie des Landkreises abzuladen.

Das zweite Aufregerthema brachte ebenfalls Karoline Karg aufs Tapet: Wildparker in der Mellrichstädter Innenstadt. Sie habe neulich ihren Augen nicht getraut, so Karg, als sie gesehen habe, dass mehrere Autos auf dem Marktplatz geparkt haben. Schlimm genug, dass der Marktplatz oftmals so mit Fahrzeugen umstellt ist, dass kaum mehr ein Durchkommen sei. Dass nun aber noch der Platz selbst als Parkfläche „missbraucht“ werde, könne nicht geduldet werden.

Über die Verkehrssituation in Mellrichstadt mit Wildparkern an allen Ecken und Enden mokierten sich die Stadtratsmitglieder einstimmig. Manche forderten mehr Verkehrskontrollen in der Hoffnung, dass Knöllchen die Parksünder zur Einsicht bringen. Bürgermeister Eberhard Streit zeigte sich in diesem Punkt resigniert: „Ich frage mich, warum wir die Innenstadt schön gestaltet haben, wenn die Leute doch nur auf Parkflächen aus sind“, so der Stadtchef. Lösungen wurden im Gremium auf die Schnelle indes nicht gefunden.

Jörg Rothhaar sprach dann den Verkauf der Zeitung Rhön- und Streubote an (siehe nebenstehenden Text), wobei er sich Gedanken um die archivierte Stadtgeschichte machte. Wie Bürgermeister Streit anführte, habe Stadtarchivar Edgar von Schoen diesen Sachverhalt im Blick und will sich darum kümmern, weiterhin Zugang zu den Daten zu erhalten. Die weitere Nachfrage von Rothhaar, ob der Rhön- und Streubote dann noch Amtsblatt der Stadt sei, beantworteten VG-Geschäftsstellenleiter Peter Hehn und der Bürgermeister dahingehend, dass das schon jetzt nicht mehr der Fall sei. Gemeindliche Veröffentlichungen für die Stadt Mellrichstadt werden demnach seit geraumer Zeit im Amtsblatt des Landkreises Rhön-Grabfeld publik gemacht.

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