Bad Neustadt

Grünes Licht für Wohnheim und Berufsfachschule für Holzbildhauer

Die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim war die erste derartige Einrichtung in Deutschland. Sie wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim war die erste derartige Einrichtung in Deutschland. Sie wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Hanns Friedrich

Das dürfte die Oberstudiendirektorin der Jakob-Preh-Berufsschule Bad Neustadt, Christine Götz, freuen: Für das schon lange geplante Schülerwohnheim in Bad Neustadt gab der Kreisausschuss ebenso "grünes Licht" wie für den Neubau der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim. Kreisbaumeister Herbert Bötsch stellte in der Sitzung in Bad Neustadt die entsprechenden Planunterlagen vor. Die Gesamtkosten für das Schülerwohnheim liegen bei sechs Millionen Euro, wobei der Anteil des Landkreises Rhön-Grabfeld voraussichtlich 3,6 Millionen betragen wird. Die Prognose des Kreisbaumeisters für den Neubau der Berufsfachschule für Holzbildhauer liegt bei neun Millionen Euro. Baubeginn könnte 2021 sein, die Inbetriebnahme etwa eineinhalb Jahre später.

Der Neubau sei notwendig, um die Zukunft der Schule zu sichern, sagte Landrat Thomas Habermann. Er hatte deshalb bereits beim Kultusministerium vorgesprochen und ein positive Antwort erhalten. Der Freistaat pflege auch solche Schulen, weshalb von einer finanziellen Unterstützung der Baumaßnahme auszugehen sei. Die Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim ist die älteste derartige Schule in Deutschland und seit Jahrzehnten als Schnitzstandort prägend für den Landkreis. Das Konzept wurde vom Architekturbüro Schönherr und Juli (Fulda) erarbeitet. Herbert Bötsch machte deutlich, dass die bisherige Einrichtung wesentliche funktional Mängel aufweist. Nach Fertigstellung des Neubaus wird die alte Schule abgerissen

Terrasse für die Holz- und Steinbearbeitung

Herbert Bötsch gab in der Sitzung weitere Informationen zum neuen Schulgebäude. Im sogenannten "Gartengeschoss"  gibt es eine neue Zufahrt für das Rohmaterial, also schwere Holzstämme.  Dahinter befinden sich die Werkstätten der Schule, die allesamt eine Verbindung zum Holzlager und damit ins Freie haben. Dieser Bereich ist in den Hang integriert und wird mit einem Grasdach versehen. Die Klassenräume seien bewusst in Richtung Norden gelegt, weil die richtige Belichtung für die Künstler eine Rolle spiele. Zwischen Holzlager und Neubau wird es eine großzügige überdachte Terrasse für die Holz- und Steinbearbeitung im Außenbereich geben.

Das Erdgeschoss hat ein komplett verglastes Foyer, das gleichzeitig als Ausstellungshalle dient. "Man kann durch das Gebäude durchsehen und beim Betreten hat man den freien Blick in die Landschaft und auf Bischofsheim." Hier sind die Verwaltungsräume. Im Obergeschoss gibt es weitere Fachräume und eine Bibliothek. Die vorhandene nördliche Skulpturenwiese bleibt teilweise erhalten, insbesondere der östliche Teil mit seinem freien Blick über Bischofsheim. Nicht tangiert werden die Obstbaumwiese, sowie der Baumbestand an der Kreuzbergstraße. Der Vorteil beim Neubau: Das bisherige Schulgebäude kann bis zur Fertigstellung genutzt werden. Damit gibt es keinen Unterrichtsausfall. Kreisrat Albrecht Finger sprach den Außenbereich an und nannte hier die störenden Arbeiten mit der Motorsäge. Matthias Liebst schlug vor, künftig Akku-Sägen zu verwenden, die viel leiser seien. Kreisbaumeister Herbert Bötsch erwähnte dazu Schallschutzmaßnahmen.

Schülerwohnheim in der Franz-Marschall-Straße

Der Neubau des Schülerwohnheims für die Jakob-Preh-Berufsschule Bad Neustadt soll zwischen Wirtschaftsschule und Kreis-Sporthalle in der Franz-Marschall-Straße entstehen. Kreisbaumeister Herbert Bötsch verwies darauf, dass man aktuell sechs Pensionen habe, die 60 bis 80 Betten zur Verfügung stellen. Ein Großteil der Betreiber würde allerdings aus Altersgründen nicht mehr weiter machen. So sei die Idee für ein Schülerwohnheim schon vor einigen Jahren entstanden.

Landrat Thomas Habermann fügte dazu an, dass es heute wichtig sei, ein solches Haus vorzuhalten. Dies gehöre auch zur Präsentation der Schule im Internet, worauf viele Eltern achten würden. Als ausführendes Büro hat man Baurconsult ausgewählt. Der Vorentwurf, den der Kreisbaumeister vorlegte, zeigte im Untergeschoss Aufenthaltsräume, eine Terrasse und einen attraktiven Außenbereich. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich die funktional eingerichteten Einzelzimmer. 30 pro Stockwerk. Das Haus ist barrierefrei und hat einen Aufzug. Überlegungen gehen dahin, die beiden Obergeschosse eventuell in Holzbauweise auszuführen. Das Projekt wurde bei der Regierung von Unterfranken vorgestellt und der Landkreis erwartet sich eine 20- bis 30-prozentige Förderung.

Diskussionen um den Bau eines Schulschwimmbades

Geklärt werden muss, ob der Betreiber der Landkreis Rhön-Grabfeld sein soll oder ein Betreiber gesucht wird. Eine Familie wäre für Landrat Thomas Habermann ideal, da Eltern wissen wollen, wie ihre Kinder untergebracht sind und wie es mit der Aufsicht aussieht. Kurze Diskussion löste der Vorschlag von Egon Friedel aus, zu überlegen, im Kellergeschoss ein Schulschwimmbad einzurichten. Dagegen sprach sich Mellrichstadts Bürgermeister Eberhard Streit aus, der auf die hohen Unterhaltskosten verwies und auf Bäder in Bad Königshofen, Bad Neustadt und Mellrichstadt. Das unterstrich auch Bad Neustadts Stadtoberhaupt Bruno Altrichter, der das Triamare nannte. . Für das neue Gebäude ist eine Bauzeit von einem bis eineinhalb Jahre eingeplant. Baubeginn könnte 2021 sein.

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