Bad Neustadt

Gute Entwicklung der Stadt ist kein Selbstläufer

Den Klimaschutz hoben alle vier Fraktionssprecher in ihren Reden zum Jahresabschluss hervor. Foto: Stefan Kritzer

Traditionell nutzen die Fraktionen im Stadtrat in der letzten Sitzung des Jahres die Gelegenheit, nach dem Jahresabschlussbericht des Bürgermeisters ihrerseits einen Blick auf die Entwicklung der Stadt zu werfen. Dieser fiel erwartungsgemäß fraktionsübergreifend positiv aus, wenn auch angemerkt wurde, dass die gute Entwicklung der Stadt kein Selbstläufer ist und schon gar nicht wie selbstverständlich so weiter geht.

Die stetigen Demonstrationen und Klimastreiks der Bewegung "Fridays for Future" in Bad Neustadt wie in der ganzen Welt scheinen langsam Wirkung zu zeigen. Alle vier Fraktionssprecher hoben das Thema in ihren Reden zum Jahresabschluss hervor und kündigten in Zukunft verstärkte Maßnahmen für mehr Klimaschutz an. "Wir sind überzeugt, dass wir als Kommune einen Anteil leisten können, in dem wir unsere kommunalpolitischen Entscheidungen viel stärker am Umwelt- und Klimaschutz orientieren", sagte Bernhard Lorz (SPD). "Der Klimawandel findet nicht nur an den Polkappen statt", sagte Fraktionssprecher Bastian Steinbach (CSU), "nein, hier bei uns müssen wir uns dagegenstemmen, müssen mit den kleinen Dingen beginnen, ohne dabei die Menschen zu sehr einzuschränken und zu bevormunden." Karl Breitenbücher (Bündnis 90/Die Grünen) lehnte sich da weiter aus dem Fenster: "Die Europäische Union will bis 2050 klimaneutral sein? Das kann Bad Neustadt sicher besser. Die Freitagsdemonstrationen zeigen uns doch, dass die Jugend die Zeit erkannt hat und uns zum Handeln auffordert."

"Schmähkritik müssen wir entgegen treten"

Gelobt wurde der kritische Umgang mit den Entscheidungen der Stadt, allerdings nur wenn dieser sachlich abläuft. Bezüglich einer möglichen Bebauung nördlich der Von-Guttenberg-Straße sagte Bernhard Lorz: "Die Aggressivität mit der die Auseinandersetzung um dieses Vorhaben geführt wurde, hat uns sehr betroffen gemacht." Der Fraktionssprecher der Freien Wähler, Landtagsabgeordneter Gerald Pittner sagte: "Nicht jede Frage verdient die ihr folgende Lautstärke." Pittner weiter: "Wir haben uns in den Gremien immer um die richtigen Lösungen für die Stadt bemüht." Bei allen Differenzen müsse es Ziel bleiben, die Stadt nach vorn zu bringen. "Objektive Kritik ist gewünscht, Schmähkritik müssen wir entgegen treten", so Pittner. Einen Gedanken, den auch Bastian Steinbach aufnahm: "Zu beobachten ist allerorts eine Verrohung der Sprache, ein Abrutschen oft weit unter die Gürtellinie."

Dem entgegenwirken könnte die Alte Amtskellerei mit einem Umbau zu einem kulturellen Zentrum und damit zu einem verstärkten Miteinander. "Ich wünsche mir, dass hier ein lebendiger Ort entsteht, wo man sich trifft, gemeinsam kreativ werden kann, wo man gerne und immer wieder voller Neugier hingeht", sagte Breitenbücher.

"Bei aller Unterschiedlichkeit bei der einen oder anderen Sachfrage, ist es uns gelungen, über viele Jahre hinweg Bad Neustadt zu einer guten Adresse zu entwickeln", sagte Bernhard Lorz. "So gut die letzten Jahre auch liefen, so hervorragend sich unser Städtchen entwickelt hat, wir müssen alle aufpassen, dass es trotz sich abschwächender Konjunktur nach vorne geht", sagte Bastian Steinbach. "Es war eine Art Wirtschaftsrausch", so der Fraktionssprecher der CSU, "den wir in den letzten Jahren durchleben durften, und den wir zum Wohle der Bürger genutzt haben."

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