Wollbach

Heilige Messe am geschändeten Piuskreuz

Pfarrer Leo Brand vor dem zerstörten Piuskreuz. Bilder zeigen, wie es früher ausgesehen hat. Foto: Alois Gensler

Am Sonntag zelebrierte Pfarrer Leo Brand an dem geschändeten Piuskreuz am Langenbergweg in Wollbach einen Gottesdienst. Zahlreiche Besucher waren der Einladung der Pfarrgemeinde gefolgt und hatten den Weg zu diesem Gottesdienst in der freien Natur auf sich genommen. Wollbachs Musikkapelle sorgte für die musikalische Umrahmung.

In seiner Predigt, die Pfarrer Leo Brand zwar im Wesentlichen der Ökumene widmete, ging er besonders auch auf das zerstörte Kreuz ein. Er meinte, dass selbst für Menschen, die keinen Glauben haben, einige Grundregeln im Zusammenleben gelten. Dazu gehöre unter anderem die Achtung vor den Werten anderer und auch vor deren Eigentum.

Das Piuskreuz wurde 2010 zum Andenken an den aus Wollbach stammenden geistlichen Rat Pius Werner in der Nähe des ehemaligen Steinbruchs aufgestellt. Gerhard Fiedler, der das aus Holz geschnitzte Grabkreuz des in Wollbach bestatteten Pius Werner restaurieren ließ, gestaltete mit einigen Helfern einen Platz am Waldrand. Eine Sitzgelegenheit wurde aufgestellt, die seither gerne von Spaziergängern für eine kurze Rast oder ein Gebet genutzt wird. Am 10. Juli 2011 erhielt das Kreuz durch den damaligen Pfarrer Frank Mathiowetz den kirchlichen Segen.

Am 24. November 2017 stellten Spaziergänger fest, dass die geschnitzte Figur des gekreuzigten Jesus stark beschädigt ist. Der Hals wies einen tiefen Schnitt auf, die Arme waren beschädigt, die Beine brutal abgerissen und verschwunden. Zum Glück fanden fleißige Helfer nach langer Suche die Beine in dem angrenzenden Waldstück.

Der beschädigte Korpus wurde erneut restauriert. Am 8. April 2019 konnte Gerhard Fiedler mit seinen Helfern die jetzt wieder ergänzte Jesusfigur an dem Kreuz anbringen. Leider dauerte es nur fünf Tage – dann meldeten Spaziergänger erneut die Beschädigung des Kreuzes. Diesmal hingen nur noch die beiden Arme an dem Querbalken des Kreuzes. Korpus und Beine sind nicht mehr auffindbar. Die ausgebreiteten Arme sollen als Mahnung dienen für alle, die aus welchen Gründen auch immer Regeln menschlichen Zusammenlebens missachten und gedankenlos fremdes Eigentum zerstören. Die Zerstörung wurde bei der Polizei angezeigt – die Verantwortlichen hoffen jetzt auf Hinweise zu den Tätern.

Schlagworte

  • Wollbach
  • Klaus-Dieter Hahn
  • Frank Mathiowetz
  • Gottesdienste
  • Heilige Messe
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Pfarrer und Pastoren
  • Polizei
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!