Fladungen

"HerbstFest" im Freilandmuseum Fladungen steht im Zeichen von Erntedank

Im Freilandmuseum wurden auch verschiedene Arten der Holzbearbeitung vorgeführt und die Besucher konnten zum Beispiel erfahren, wie viel Geschick bei der Arbeit mit einer Zugsäge gefordert ist. Foto: Eva Wienröder

Am Tag der Deutschen Einheit feierte das Fränkische Freilandmuseum wieder sein HerbstFest. Dieses stand ganz im Zeichen der jahreszeitlichen Gaben aus Feld und Flur. Besonderes Augenmerk galt den Erdäpfeln. Dazu war die historische „Herkules“- Kartoffeldämpfkolonne in Betrieb.

Die Anlage war auf dem Platz vor der Hofstelle aus Bahra aufgebaut und erregte die Aufmerksamkeit der Besucher. Sie hatte noch bis in die 1970er-Jahre in Platz, einem Ortsteil von Geroda (Lkr. Bad Kissingen), ihre Dienste geleistet, wie Museumsmitarbeiter Klaus-Dieter Spiegel erzählte. Die letzten Jahre lagerte sie im Museumsdepot und wurde schließlich vom hauseigenen Handwerker-Team wieder hergerichtet und funktionstüchtig gemacht.

Erst pellen, dann essen: Gerne probierten die Museumsbesucher von den frisch gegarten Kartoffeln. Foto: Eva Wienröder

Viel Wissenwertes rund um die Kartoffel

Spiegel und seine Kollegen hatten beim Herbstfest auch alle Hände voll zu tun, den mit Holz befeuerten Dampfkessel auf Temperatur zu halten und die Kartoffeln in den drei Dampffässern zu garen. Dabei galt es zwischendurch, viele Fragen der Zaungäste zu beantworten. Gerne erklärten die Museumsmitarbeiter die Apparatur, die früher für die Herstellung von Viehfutter eingesetzt wurde. Damals wurden die Knollen nach dem Dämpfen für mehrere Wochen in Erdmieten oder Silos luftdicht eingelagert. So hielt sich das Gargut und man hatte über den Winter hinweg einen Futtervorrat für die Tiere. Wo Kartoffeln gedämpft wurden, fanden sich auch immer wieder Menschen ein, um ein paar von den frisch gegarten Erdäpfeln zu ergattern.

Rund um die Kartoffel drehte sich auch in der Küche aus Leutershausen alles. Hermine Fick bereitete Kartoffeln mit Kraut zu. Die Besucher waren zum Mitkochen eingeladen und ließen sich das einfache, aber nahrhafte Essen schmecken. Zur Stärkung gab es an diesem Tag im Museum auch kleine Leckereien.

Da war ganz schön Muskelkraft nötig. Besucher erprobten sich beim HerbstFest im Freilandmuseum Fladungen an der historis... Foto: Eva Wienröder

Heimisches Obst und seine Verwertung

Vor dem Kommunbrauhaus aus Alsleben herrschte ebenfalls rege Betriebsamkeit. Dort hatte man die Kelter eingerichtet. Äpfel von den Obstbeständen des Museumsgeländes wurden dort in der historischen Obstpresse verarbeitet. An der Anlage erprobten sich auch immer wieder große und kleine Besucher. Da war ganz schön Muskelkraft gefragt. Zur Belohnung gab es frisch gepressten Apfelsaft. Der schmeckte nach getaner Arbeit gleich noch mal so gut.

In der Schäferei aus Hausen bei Adam Zentgraf und seiner Frau Anneliese konnte man sich mit Äpfeln, Birnen und weiteren Früchten von den Hausener Streuobstwiesen eindecken. Dazu gab es von den beiden Obstexperten allerlei Tipps zu Anbau, Ernte und Verwertung heimischen Obstes. Letztere ist vielfältig, wie das Sortiment an Rhöner Erzeugnissen veranschaulichte. Bier, Wein, Sekt, Chips - Die Leute staunten nicht schlecht, was sich zum Beispiel aus Äpfeln alles machen lässt. Und natürlich durften erlesene Brände von Birne, Zwetschge & Co. nicht im Angebot fehlen.

Viele Ausflügler reisen mit der Museumsbahn an

Jede Menge Obst gibt es auch auf den Wiesen im Freilandmuseum. Daraus werden vor Ort Schnäpse und Liköre gebrannt. Die hochprozentigen Ergebnisse konnten am Stand des Museums verkostet werden. Allesamt gute Tropfen, wie Besucher feststellten.

Das Herbstfest war mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm verbunden. Groß und Klein lauschten in der Hofstelle aus Waldberg gebannt den zauberhaften Geschichten, die Märchenerzählerin Heidi Andriessens vortrug. In der Aktionsscheune führten Mitglieder des Drechsler-Stammtisches verschiedene Arten der Holzbearbeitung vor. Die Museumsgäste konnten dabei auch selbst tätig werden.

Das „HerbstFest“ war wieder ein Besuchermagnet und fand großen Anklang. Viele Ausflügler nutzten dabei die Gelegenheit mit der Museumsbahn anzureisen. Das „Rhön-Zügle“ stand an diesem Tag unter Dampf und war auf der Strecke zwischen Mellrichstadt und Fladungen unterwegs.

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