BAD NEUSTADT

Hinter den Kulissen der Stadthalle Bad Neustadt

Dominik Blau von Concert Media demonstriert die Steuerung von Licht und Ton. Foto: Hubert Herbert

Der Bau der neuen Stadthalle war nicht unumstritten. Beim Bürgerentscheid setzte sich dann der moderne Neubau durch. Und wie sich bei der Eröffnung zeigte, ist der überwiegende Teil der Bad Neustädter stolz auf sein neues Veranstaltungszentrum. Vielleicht auch wegen der modernen Bühnentechnik, die sich bei der Eröffnungsfeier visuell und akustisch bereits von ihrer besten Seite zeigte. Für deren Planung war das Ingenieurbüro Heinrich Wiczkowiak aus Bottrop zuständig. Bei der Planung dabei war die Firma Concert Media aus Breitensee, die sich um die Umsetzung kümmerte.

Ganz ohne Handarbeit geht's nicht

Deren Mitgesellschafter Dominik Blau erklärt die Technik. Die setzt zwar in erster Linie auf Hightech, kommt aber auch nicht ganz ohne echte Handarbeit aus. So wird beispielsweise der schwarze Bühnenvorhang noch von Hand aufgezogen und geschlossen, ebenso wie der ebenfalls schwarze Vorhang im rückwärtigen Bereich der Bühne, der als Hintergrund für die Kulissen dient.

Bei der sogenannten Bühnenmaschinerie sieht das dagegen ganz anders aus. Die Traversen aus Metall an der Bühnendecke, an denen zum Beispiel Scheinwerfer und Kulissen befestigt werden können, sind je nach Bedarf absenkbar bis fast auf Höhe des Bühnenbodens. Im vorderen Bühnenbereich ist außerdem eine große Leinwand angebracht, die im Bedarfsfall abgerollt wird – zum Beispiel für Dia-Shows oder Power-Point-Präsentationen. Die werden über einen Projektor im Regieraum über der Empore projiziert, der per Laptop vom Zuschauerraum bedienbar ist.

Ein Steuerpult an der Seite der Bühne

Die komplette Bühnenmaschinerie wird von einem Tableau im Bühnenbereich aus gesteuert, wie Dominik Blau erklärt. Dafür reicht ein Steuerpult an der Seite der Bühne. Anders sieht es dagegen mit der Beleuchtung und dem Sound aus. Die sind von mehreren Stellen im Saal aus nach Bedarf steuerbar. Genügend Anschlussbuchsen für die dafür nötigen Tablets sind vorhanden, so Blau. Klassische Schieberegler oder An- und Ausschalter sind nicht mehr zeitgemäß. Das geht im digitalen Zeitalter wie bei Smartphones durch Fingerbewegungen auf dem Bildschirm.

Da steckt viel an Steuerungstechnik dahinter, die viele Möglichkeiten bietet. Möglichkeiten, die einen Nicht-Profi durchaus überfordern können. Deshalb, so Blau, gibt es für die Bedienung auf den Tablets einen sogenannten Hausmeistermodus und einen Profimodus. Was nicht heißt, dass man als Hausmeister der Stadthalle technisch nicht versiert sein sollte. Jürgen Geis ist jedenfalls gelernter Schreiner und hat später auf Kommunikationselektroniker umgesattelt.

„Das muss sich alles jetzt am Anfang erst einmal einspielen“

Damit ist er auf jeden Fall fit, um per Tablet die komplexe Licht- und Soundanlage bei normalen Veranstaltungen bedienen zu können. Um beispielsweise die Scheinwerfer zu steuern oder Mikrofone auf und zu zu fahren. „Das muss sich alles jetzt am Anfang erst einmal einspielen“, sagt Dominik Blau. Wenn aufwendigere Shows ablaufen sollen, wenn beispielsweise eine Lasershow wie bei der Eröffnung geplant ist, dann wird die Firma Blau dafür gebucht.

Dass es auf der Bühne hell genug wird, dafür sorgen nach Auskunft von Blau unter anderem die Scheinwerfer an der sogenannten Z-Bühne in der Mitte der Saaldecke. Dazu kommen links und rechts an den Wänden Öffnungen, in denen jeweils zwei weitere Scheinwerfer installiert sind. Und dann gibt es da noch eine Reihe von Streulichtscheinwerfern oder Profilern, die für punktuelle Ausleuchtung sorgen. Alles in allem sorgen maximal 22 Kilowatt Leuchtkraft dafür, dass es bei Bedarf auf der Bühne hell genug wird. Als normale Saalbeleuchtung dienen Spots in der Decke mit dimmbaren modernen LED-Lampen. Für den richtigen Sound sind zwei Line Arrays rechts und links von der Bühne zuständig. Das sind Lautsprecher-Batterien, die im Fall der Stadthalle übereinander angeordnet sind. Die Anlage, so Blau, wurde speziell für den Raum eingemessen. Die Frequenzen wurden genau auf den Raum abgestimmt. Zusammen mit der Gestaltung der Decke und der Wände sorgen sie für eine sehr gute Akustik, die schon bei der Eröffnung den Gästen gut gefiel.

Hausmeister Jürgen Geis an der Steuerkonsole für die Bühnenmaschinerie Foto: Hubert Herbert

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