Stetten

Historisches Hoch an Investitionen

Eine der größten Maßnahmen ist die Neugestaltung des Dorfzentrums in Sondheim. Dabei sollen auch die Scheune und die Brachfläche in der Hauptstraße (im Bild) in Angriff genommen werden.
Eine der größten Maßnahmen ist die Neugestaltung des Dorfzentrums in Sondheim. Dabei sollen auch die Scheune und die Brachfläche in der Hauptstraße (im Bild) in Angriff genommen werden. Foto: Eva Wienröder

Mit einem Gesamtvolumen von fast vier Millionen Euro verzeichnet die Gemeinde Sondheim dieses Jahr einen Rekordhaushalt. Das ist darin begründet, dass schon seit längerer Zeit vorbereitete Vorhaben zum Tragen kommen. Damit wird erstmals seit Jahren wieder eine große Kreditaufnahme notwendig. Aber dafür werden wichtige große Investitionen in die Zukunft beider Gemeindeteile getätigt, so der Tenor in der jüngsten Gemeinderatsitzung.

Der umfangreiche Zahlenkatalog wurde von Marc Huter, Geschäftsleiter und Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ostheim, erörtert. Der Verwaltungshaushalt schließt demnach in den Einnahmen und Ausgaben mit jeweils 1,948 Millionen Euro ab, womit man etwa 100 000 Euro über dem Vorjahresansatz liegt. Der Vermögenshaushalt ist mit 2 Millionen Euro veranschlagt. Er übersteigt damit das erste Mal die Zwei-Millionen-Marke und erreicht fast das Vierfache des Vorjahres-Volumens.

Zu den wichtigsten Einnahmen des Verwaltungshaushaltes zählen die Einnahmen aus Realsteuern sowie die Beteiligung an der Einkommens- und der Umsatzsteuer. Die Grundsteuereinnahmen wurden mit 89 900 Euro auf dem Niveau des Vorjahres angesetzt. Aufgrund der allgemeinen konjunkturellen Lage und den aktuellen Steuerschätzungen hat man die Gewerbesteuereinnahmen vorsichtig mit 80 000 Euro (Vorjahr 90.000 Euro) veranschlagt. Bis dato könne man noch von etwas höheren Einnahmen aus der Beteiligung an den Gemeinschaftssteuern ausgehen, sie wurden insgesamt mit 414 600 Euro berücksichtigt. Aus aktuellem Anlass merkte Huter an, dass man freilich nicht abschätzen könne, wie sich die gesamtwirtschaftliche Lage im Lande infolge des Coronavirus entwickeln wird und was das für Auswirkungen auf die Kommune haben könnte.

Schlüsselzuweisungen steigen

Huter listete verschiedene Ausgaben auf. Stattlich ist der Betrag, den die Gemeinde für Kindergärten, Schulen, Spielplätze, Jugendräume und weitere Einrichtungen für Kinder und Jugendliche ausgibt: 270 300 Euro, das sind 13,8 Prozent aller Ausgaben im Verwaltungshaushalt.

Die niedrigen Schlüsselzuweisungen des vergangenen Jahres haben dazu geführt, dass die Gemeinde bei den Ausgaben für die Kreisumlage (387 100 Euro) etwas entlastet wird. Sie Schlüsselzuweisungen stiegen um knapp 50 000 Euro auf 545 300 Euro. Laut Plan sollte es möglich sein, dem Vermögenshaushalt 103 200 Euro zuzuführen. Zusammen mit der Investitionspauschale und abzüglich den ordentlichen Darlehenstilgungen ergibt sich eine freie Finanzspanne von 226 300 Euro.

Die Innensanierung und Neugestaltung der Gaststätte 'Zur Linde' in Stetten wird mit Mitteln aus der Dorferneuerung und aus dem Gaststättenmodernisierungsprogramm finanziert.
Die Innensanierung und Neugestaltung der Gaststätte "Zur Linde" in Stetten wird mit Mitteln aus der Dorferneuerung und aus dem Gaststättenmodernisierungsprogramm finanziert. Foto: Eva Wienröder

Drei große Projekte stehen an

Der Vermögenshaushalt ist geprägt von großen Investitionsmaßnahmen. Maßgeblich zum Tragen kommen heuer der Anbau einer Kinderkrippe an den Kindergarten Sondheim, die Neugestaltung des Dorfzentrums in Sondheim sowie die Innensanierung des Gasthaus "Zur Linde" in Stetten. Hierfür hat man heuer Ausgaben von 500 000 Euro, 416 000 Euro und 850 000 Euro einkalkuliert. Es handelt sich um über mehrere Jahre hinweg vorbereitete Vorhaben, für die die Gemeinde nach den Worten des Kämmerers optimale Fördermöglichkeiten erwirken konnte. Allein dieses Jahr seien für diese drei Großprojekte Zuschüsse in Höhe von insgesamt 600 000 Euro zu erwarten.

Kredit über eine Million Euro

Dennoch muss die Gemeinde einiges an Geld in die Hände nehmen. So ist eine Entnahme von 140 000 Euro aus der allgemeinen Rücklage vorgesehen. Erstmals seit 2012 wird es wieder notwendig, eine Kredit-Neuaufnahme zu veranschlagen. Eine Million Euro muss aufgenommen werden, dementsprechend steigt der Schuldenstand (derzeit 121 600 Euro) beträchtlich. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt dann zum Jahresende bei 1195 Euro (Vorjahr:138 Euro).

"Wir haben ein historisches Hoch an Investitionen", erklärte Bürgermeister Thilo Wehner. Mit seinem Ratskollegium war er sich einig, dass die Schulden sein müssten, schließlich kämen nun lange und reiflich geplante Projekte zur Umsetzung, die zukunftsweisend für beide Ortsteile seien. Der Gemeinderat stimmte dem vorgelegten Haushaltsplan, dem Investitionsprogramm und dem Stellenplan uneingeschränkt zu.

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