Höchheim

Höchheimer Kirmes mit Gögergeschrei und Zigarren

Die Mädchen sind bei der Höchheimer Kirmes am Gängelband – das soll verhindern, dass sie sich Partner in anderen Orten suchen. Foto: Regina Vossenkaul

Mit mehreren Bands und guter Stimmung feierte Höchheim vier Tage lang die traditionelle Kirmes. Der Burschenverein mit Vorsitzendem Tristan Höller hatte – wie üblich – die Organisation übernommen und wurde von zahlreichen Helfern unterstützt. Nachdem sich die Kirmesgesellschaft am Sonntag bei einem kleinen Zug ins Festzelt und einem Tanz bereits vorgestellt hatte, fand am Montag der Höhepunkt statt mit Kirmespredigt und Gögerschlag.

Anekdoten und Weltgeschehen präsentierte Jonas Werner in der gereimten Kirmespredigt. Foto: Regina Vossenkaul

Schon morgens waren die Burschen mit den Kirmesmusikanten unterwegs im Ort und brachten Ständchen an den Häusern. Am Nachmittag trafen sich alle am Jugendheim und zogen Richtung Festzelt, wo auf dem Sportplatz Prediger Jonas Werner lustige Begebenheiten aufgriff. Zuvor mussten jedoch der Schubkarrenmann (Sebastian Mock) und der Bojazz (Sebastian Birmelin) den Ausreißversuch der Mädchen verhindern, die am Gängelband ortsauswärts zogen. Das Gängelband soll verhindern, dass sich die Mädchen Partner in anderen Orten suchen. Der Fluchtversuch schlug natürlich fehl, und so erreichte die Kirmesgesellschaft, Zigarren rauchend und ausgerüstet mit allen notwendigen Utensilien, begleitet von den Musikanten und unter "Gökergeschrei" den Festplatz, wo sie von zahlreichen Zuschauern, darunter Bürgermeister Michael Hey und Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf, erwartet wurde.

Erst die Selfies, dann die Predigt

Selfies machte der Kirmesprediger erst einmal, dann trug er in gereimter Form die Missgeschicke des Jahres vor, wobei er zunächst die Weltpolitik ins Visier nahm. Die Vernichtung großer Teile des Regenwalds in Südamerika und die Fridays for future – Bewegung griff er auf und kritisierte: "Nur der Deutsche Otto fühlt sich in seiner Freiheit eingeschränkt, weil er nur an seinen fetten Diesel und den nächsten Malle-Urlaub denkt." Den Uploadfilter, Rezo mit seiner "Zerstörung der CDU", Rechtspopulisten, Minister Scheuer mit der gescheiterten Maut, den Österreich-Skandal und "AKK" auf dem CDU-Thron wurden erwähnt. Den Bad Königshöfer Tischtennisspielern wünschte er viel Glück und machte sich lustig über den Parkplatz vor der Feuerwehrausfahrt in Höchheim. Was das neue Feuerwehrfahrzeug kostet, weiß man nicht genau, stellte er fest, weil die Zeitung immer wieder andere Zahlen veröffentlicht hat.

Drei neue Burschen und ein Mädchen begrüßte der Kirmesprediger: Christoph Herrmann, Niclas Müller, Daniel Kilian und Selina Koob gehören jetzt zu den Kirmesleuten. Sie stimmten das Burschenlied an und alle Anwesenden fielen mit ein. Lustige Ereignisse aus dem Dorf wurden mit Gögergeschrei, Gelächter und Applaus zur Kenntnis genommen. Zum Beispiel die Geschichte vom im Keller eingesperrten Ehepaar, dessen letzte Besucherin die Tür hinter sich geschlossen und ganz in Gedanken den Riegel von außer vorgeschoben hatte. Es dauerte einige Zeit, bis Rufe und Klopfzeichen gehört wurden. "Und die Moral von derre Gschicht, die Tür macht nur der Letzte dicht", so der Prediger.

Das vergessene Auto

Die Geschichte von den Wahlhelfern, die vor einer anscheinend verschlossenen Tür fast verzweifelten, dabei hätten sie nur die Klinke drücken müssen, hatte den Weg in die Kirmespredigt gefunden, ebenso der Fußballspieler, der nach dem Tanken sein Auto vergaß, weil er es gewohnt war, zur Tanke zu Fuß hinzugehen und seine Verpflegung zu holen.

Mit einem Tanz beendeten die Kirmespaare den Höhepunkt der Höchheimer Kirmes. Foto: Regina Vossenkaul
Gögergeschrei und die Glocke des Bojazz gehören zur Tradition. Foto: Regina Vossenkaul

Mit verbundenen Augen mussten anschließend die Mädchen versuchen, den Topf, unter dem der Hahn saß, mit einer Stange zu treffen, was auch nach einigen Fehlversuchen gelang. Der Hahn musste schließlich für alle Sünden des Dorfes büßen und die Kirmespaare beendeten die Vorstellung mit einem Tanz. Die Kirmesmusikanten begleiteten die Burschen und Mädchen ins Festzelt, dort wurde anschließend weitergefeiert, zum Ausklang spielte die Band "Let’s dance".

Ausbruchsversuch gescheitert: Schubkarrenmann und Bojazz hielten die Mädchen fest und gingen dabei zu Boden. Foto: Regina Vossenkaul
Anekdoten und Weltgeschehen präsentierte Jonas Werner in der gereimten Kirmespredigt, die in Mundart von Missgeschicken ... Foto: Regina Vossenkaul
Mit verbundenen Augen muss der Topf getroffen werden. Foto: Regina Vossenkaul

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