HOHENROTH

Hohenröther Rat setzt Zeichen

Spektakulär sah es schon aus, wie Hohenröther aus allen Richtungen zum Bürgersaal strömten, um der jüngsten Gemeinderatssitzung beizuwohnen. Standen doch diesmal zwei brisante Punkte auf der Tagesordnung. Zum einen ging es um die Teilnahme am Probebetrieb im Digitalfunk, zum anderen rückten wieder einmal die Windkrafträder in Hohenroth in den Fokus.

Unter den vielen Zuhörern befanden sich auch Kreisbrandrat Peter Bulheller, die beiden Hohenröther Feuerwehrkommandanten Roland Straub und Ralf Baderschneider sowie der Windshäuser Kommandant Bernd Freibott. Bulheller stand zur Verfügung, um Fragen zum Digitalfunk zu beantworten. Die Digitalfunk-Kritiker hatten Lars Maruhn aus Höchst mitgebracht, seines Zeichens Polizist und bereits Benutzer der neuen Technik.

Nach einer regen Diskussion, an der sich alle Gemeinderäte beteiligten und bei der das Für und Wider ausführlich besprochen wurde, zeichnete sich eine Tendenz ab, die dann auch bei der Abstimmung bestätigt wurde. Mit 4:11-Stimmen lehnte das Gremium die Teilnahme am Probebetrieb im Digitalfunk für die Feuerwehren Hohenroth, Leutershausen und Windshausen ab.

„Ein Zeichen zu setzen mit der Ablehnung“, bat Gemeinderat Gerhard Müller zuvor seine Ratsmitglieder. Denn ein Gemeinderat sei die untere Ebene, die nichts zu sagen hätte. Und so setzte das Hohenröther Gremium ein Zeichen. Die Gründe für die Ablehnung seien vielschichtig: Die finanzielle Seite sei nicht geklärt, die möglichen gesundheitlichen Schäden seien nicht erforscht und die Nachfolgekosten bei Teilnahme und Anschaffung von Geräten seien in keiner Weise überschaubar, nicht einmal abschätzbar.

Das Negative summierte sich, so dass die Hohenröther Gemeinderäten ablehnten, mit der Bemerkung „Wir bekommen von oben etwas aufgedrückt, was wir nicht wollen.“

Vor der Diskussion und Abstimmung hatte KBR Peter Bulheller die Vorteile und den Nutzen der neuen Technik erklärt und auf Fragen aus den Reihen der Räte geantwortet. Für die Digitalfunk-Kritiker sprach Lars Maruhn über die finanzielle Seite und die möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit. Ein bayernweites Volksbegehren regte Gerhard Müller an. Und der Hohenröther Kommandant Roland Straub „ist zwar dagegen, aber es kommt so oder so“.

Und so verließ circa die Hälfte der Zuhörer – teilweise zufrieden – den Bürgersaal in Hohenroth. Die restliche Hälfte wartete auf die Entscheidung des Gremiums bezüglich des Windsparks.

Und auch hier machte sich nach der Diskussion und dem Beschluss des Gremiums Zufriedenheit breit, die sogar in Applaus für die Gemeinderäte mündete.

Es ging um die Flächennutzungsplanänderung, die die Gemeinderäte ruhen lassen wollen bis zur endgültigen Entscheidung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung. Die Änderung sollte einer Verspargelung der Landschaft um Hohenroth durch Windräder zuvorkommen.

Ein Schreiben des Rechtsvertreters der Firma Wotan ging bei der Gemeinde ein, in dem der Rechtsanwalt bat, die Änderung des Flächennutzungplanes weiter voranzutreiben. Das würde der Interessengemeinschaft zwischen Wotan, der Gemeinde und der involvierten Eigentümer sehr entgegenkommen.

Diese Aussage empörte Reiner Kusebauch aufs äußerste. „Was heißt hier Interessengemeinschaft? Wir haben nie eine Interessengemeinschaft mit Wotan gehabt!“ Erwin Kruczek wies auf das Fehlen der artenschutzrechtlichen Gründe hin, die zur Ablehnung führten. Und Gerhard Müller ist froh, „dass in der Gemeinde Ruhe eingekehrt ist.“ Applaus kam aus den Reihen der Zuhörer, als Kusebauch sagte: „Wenn die Bevölkerung es nicht will, haben wir auf die Bevölkerung zu hören.“

Und so hielt der Gemeinderat an seinem Beschluss von 12. Juli 2011 fest, die Weiterführung des Verfahrens bis zur endgültigen Entscheidung ruhen zu lassen.

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