Hohenroth

Hohenroth: Sebastian Wesserle studierte auf den Philippinen

Sebastian Wesserle aus Hohenroth verbrachte ein Auslandstrimester auf den Philippinen: Trotz des hohen Prestiges der UP Diliman war lockere Kleidung erlaubt. Foto: Sebastian Wesserle

Insgesamt 7641 Inseln, in Südostasien und im westlichen Pazifik gelegen: Die Philippinen sind ein Land, das für uns ein exotisches Flair ausstrahlt. Der 24-jährige Sebastian Wesserle aus Hohenroth hatte im Rahmen seines Masterstudiums der Psychologie die Möglichkeit, dort vier Monate zu verbringen.

Doch das Fernweh von Sebastian Wesserle wurde schon früher geweckt. Denn bereits nach dem Abitur am Rhön-Gymnasium in Bad Neustadt im Jahr 2013 verbrachte er ein halbes Jahr an einer Schule in Australien und arbeitete dort als Aushilfslehrer für Sport und Mathematik. "Ursprünglich wollte ich Lehramt studieren und sah das als sinnvolle Vorerfahrung an. Jedoch merkte ich während dieser Zeit, dass es nicht das Richtige für mich ist", berichtet er rückblickend. Daraufhin führte ihn seine Reise noch für sechs Monate nach Neuseeland.

Wesserle: Andere Kulturen haben andere Denkmuster

Zurück in Rhön-Grabfeld entschied er sich dann dazu, Psychologie zu studieren und aufgrund der in Deutschland begrenzten Anzahl an Studienplätzen schaute er sich auch in Österreich um. In Innsbruck machte er sodann den Aufnahmetest und wurde für den Studienstart Oktober 2014 angenommen.

Schon während des Bachelorstudiums zog es ihn während der Semesterferien ins Ausland: "Ich war in Brasilien, Mexiko, Thailand oder auch Marokko", zählt Wesserle auf. Dabei kam ihm auch die Idee, ein Auslandssemester zu absolvieren. "Andere Kulturen haben auch andere Denkmuster, das finde ich sehr interessant", erklärt er seine Beweggründe. Deswegen sah er sich im daran angeschlossenen Masterstudium nach Möglichkeiten im Ausland um. Über eine externe Organisation, die dennoch mit der Uni verbunden ist, kam er auf Asien.

Falsche Vorstellungen von der dortigen Universität

Er bewarb sich erfolgreich und landete so in Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Dort verbrachte er dank eines Stipendiums die Zeit von August bis Dezember des letzten Jahres. An Wesserles dortiger Universität gibt es Trimester - also drei Vorlesungszeiten im Jahr.

Die Psychologie-Abteilung auf dem Campus der UP Diliman. Foto: Sebastian Wesserle

Jedoch hatte er anfangs falsche Vorstellungen von der dortigen Universität: "Ich dachte zunächst, dass dort die Uni ja eigentlich nicht so schwer sein kann. Doch Pustekuchen, schon bevor meine Kurse begannen, erfuhr ich in Gesprächen, dass es sich bei der UP Diliman um eine der besten staatlichen Universitäten Asiens handelt", erzählt er lachend.

Sprache und die "philippinische Zeit" als Schwierigkeiten

Es wurde also eine stressige Zeit und auch eine Herausforderung, vor allem auch deswegen, da sich Wesserle erst einmal im wissenschaftlichen Schreiben auf Englisch zurechtfinden musste. Während es in Österreich viele Vorlesungen gibt, waren es an der UP Diliman hauptsächlich Seminare mit acht bis 15 Teilnehmern. "Es herrschte eine ziemlich familiäre Atmosphäre, viele kannten die Professoren auch von außerhalb der Universität", berichtet Sebastian Wesserle von deutlichen Unterschieden zu Hochschulen im deutschsprachigen Raum.

Gewöhnungsbedürftig war für ihn zu Beginn die Sprache: "Die meisten sprechen dort einen Slang aus Englisch und der am weitesten verbreiteten Sprache auf den Philippinen, Tagalog. Manchmal verstand ich nur Bahnhof." Auch hinsichtlich des Beginns der Veranstaltungen musste sich Wesserle anpassen: "Es stand dort, dass es um 17 Uhr beginnt. Bis 17.45 Uhr saß ich jedoch alleine im Raum, da es nach 'philippinischer Zeit' irgendwann zwischen 18 und 19 Uhr los geht", erklärt er. "Dann kam ich zunächst einfach eine Stunde später und war immer noch der Erste", fügt er amüsiert hinzu.

Durchschnittsalter der Studenten wesentlich höher

Auch das Alter der Studenten unterscheidet sich deutlich: "Ich war mit meinen 24 Jahren immer der Jüngste. Die meisten waren etwa 30 Jahre alt, Studenten um die 50 sind auch keine Seltenheit." Dazu führt Wesserle aus: "Studieren in Vollzeit geht auf den Philippinen eigentlich nur, wenn man aus einem gut betuchten Elternhaus kommt. Die meisten arbeiten und studieren nebenbei. Anders wäre ein Studium finanziell nicht möglich." Denn etwas Vergleichbares wie das BAföG in Deutschland gibt es dort nicht. Aus diesem Grund fanden die Kurse auch immer erst in den späten Nachmittagsstunden und abends statt.

"Aber ich habe alles geschafft und es war eine tolle Erfahrung, eine andere Kultur besser kennenzulernen, die ich definitiv nicht missen möchte", resümiert er sichtlich zufrieden.

Gerade schreibt Sebastian Wesserle an seiner Masterarbeit und würde sich sehr über weitere Umfrage-Teilnehmer freuen. Dazu einfach hier klicken.

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