MELLRICHSTADT

HypoVereinsbank gibt ihre Filiale auf

Keine frohe Botschaft: Die Filiale der HypoVereinsbank in Mellrichstadt öffnet am 17. Juli zum letzten Mal. Dann erfolgt die Kundenbetreuung in Bad Neustadt. Foto: Steffen Standke

Die HypoVereinsbank in der Hauptstraße 50 wird am Donnerstag, 17. Juli, wohl wie gewohnt um 9 Uhr öffnen. Doch schon nach der Mittagspause bleibt sie – anders als an Donnerstagen üblich – zu. Denn die Bank wird Mellrichstadt verlassen, zumindest mit der Geschäftsstelle. Die Betreuung übernimmt die Filiale in Bad Neustadt.

Die Kunden bekamen es per himmelblauem Faltblatt in blumigen Worten mitgeteilt: „Wir ziehen um.“ Die „gewohnt kompetente Beratung“ erfolge ab dem 18. Juli in der Filiale Am Zollberg 2 bis 4 in Bad Neustadt. Nicht einmal ein SB-Bereich mit Geldautomaten wird nach den Worten von Markus Block, Pressesprecher der Bank in München, in Mellrichstadt bestehen bleiben.

Die Mellrichstadter Geschäftsräume aufzugeben, war laut Block eine „Einzelfallentscheidung“. Der Mietvertrag sei ausgelaufen. Eine günstige Gelegenheit.

Gleichwohl passt die Schließung in die Strategie des Unternehmens. Und die heißt: „Verdichtung des Filialnetzes sowie Ausbau von Online-Filialen und -technik“. Denn immer mehr Kunden nutzen nach Blocks Worten das Onlinebanking; immer weniger besuchen die herkömmlichen Geschäftsstellen.

Die HypoVereinsbank reagiert – und schließt deutschlandweit Filialen. Wie viele, kann Block noch nicht sagen, und auch nicht, ob die Geschäftsstellen in Bad Königshofen und Münnerstadt betroffen sind. In der Presse sei von der Hälfte die Rede. Aber was genau passiere, werde gerade mit Vertretern der Arbeitnehmerseite abgestimmt.

Bank sieht sich gut aufgestellt

Die Geschäftsstellen, die bestehen bleiben, werden laut Pressesprecher modernisiert: neue Möblierung, mehr Offenheit zum Kunden hin. Aber vor allem erfolge eine technische Aufrüstung hin zur Online-Filiale mit Videoberatung. Der Bankberater kann dort mit dem Kunden zusammensitzen – und, wenn gewünscht, jederzeit über einen Bildschirm Experten aus ganz Deutschland hinzuschalten.

Mehr als 300 Millionen Euro investiert die HypoVereinsbank bis Ende 2015 in diese Strategie und die übrig bleibenden Filialen. Die in Mellrichstadt wurde offensichtlich nicht für zukunftsfähig gehalten.

Dabei können die nur zwei Mitarbeiter auf rund 1000 Kunden verweisen. Die, so sagt Block, wohnen aber nicht zwangsläufig alle in der Region. Anders als die Sparkassen, die nach dem Regionalprinzip funktionierten, agiere die HypoVereinsbank deutschlandweit.

„Es kommt nicht mehr nur allein auf die regionale Präsenz an“, sagt Markus Block. Er sieht die HypoVereinsbank durch die Kombination aus der modernen Filiale in Bad Neustadt und die Online-Möglichkeiten sowohl dort als auch im Internet „als moderne Multikanalbank bestens positioniert“.

Einige nicht so internetaffine Kunden dürften aber doch über die Schließung der Mellrichstadter Filiale traurig und empört sein, vor allem die aus Südthüringen. Auch sie müssen künftig längere Wege nach Bad Neustadt, Bad Königshofen oder Suhl in Kauf nehmen.

Immerhin: Die Zukunft der beiden Mitarbeiter scheint gesichert. Sie kommen in der Filiale in Bad Neustadt unter. Was mit den Geschäftsräumen in Mellrichstadt passiert, weiß Markus Block nicht. Das Gebäude gehört ja nicht der HypoVereinsbank. Bürgermeister Eberhard Streit war in den vergangenen Tagen nicht für eine Stellungnahme zur Schließung der Filiale erreichbar.

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