Zimmerau

Ilse Aigner am Bayernturm: Bitte um Zuschuss für Sanierung

Um den Erhalt und die Sanierung des "Bayernturms" in Zimmerau ging es bei einem Treffen in Zimmerau. Von links: Bürgermeisterin Angelika Götz, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Landrat Thomas Habermann, Zweite Bürgermeisterin Doris Warmuth, MdL Steffen Vogel, Kreisheimatpfleger Reinhold Albert und Gemeinderat Klaus Ebert. Foto: Hanns Friedrich

Der "Bayernturm" am Büchelberg bei Zimmerau ist in die Jahre gekommen, eine Sanierung ist dringend erforderlich. Allerdings ist die Gemeinde Sulzdorf an der Lederhecke nicht in der Lage, das Vorhaben aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Darauf verwies Bürgermeisterin Angelika Götz bei einem Ortstermin mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner, dem Landtagsabgeordneten Steffen Vogel und Landrat Thomas Habermann.

Turm ist auch ein Zeichen der ehemaligen deutsch-deutschen Teilung

Vogel, der den Termin organisiert hatte, nannte den Bayernturm prägend im südöstlichen Teil des Grabfeldes, aber auch ein Zeichen der einstigen deutsch-deutschen Teilung. Der Turm steht ja nur wenige Meter von der ehemaligen innerdeutsche Grenze entfernt und wurde seit 1966 von mehr als einer halben Million Besuchern bestiegen, wusste Kreisheimatpfleger Reinhold Albert. In Thüringen wurde er übrigens "Thüringer Blick" bezeichnet. Natürlich hatte ihn auch die Staatssicherheit im Visier (wir berichteten).

Keine größeren Schäden weist der Bayernturm trotz seines Alters auf. Eine Sanierung ist trotzdem notwendig. Foto: Hanns Friedrich

Mehr als eine halbe Million Euro sei für die Instandsetzung veranschlagt, erklärte Bürgermeisterin Angelika Götz. Da sei die Hilfe des Freistaats gefragt. Er habe dies bereits einmal bei einer Sitzung in München vorgebracht, fügte Vogel an, allerdings gebe es da noch Widerstände, da man wenig mit diesem Turm und seine Bedeutung anfangen könne. Deshalb sei der Termin mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner ihm auch so wichtig gewesen. "Sie kann nun im Landtag, wenn das Thema auf der Tagesordnung steht, ein gewichtiges Wörtchen mitreden."

Vielleicht kann noch ein Aufzug eingebaut werden 

Auch für Landrat Thomas Habermann ist der Bayernturm ein Zeichen, das an die Teilung Deutschlands erinnert. Er brachte die Bayerische Landesstiftung ins Gespräch und meinte, weitere Zuschussgeber sollten angefragt werden. Ganz wichtig, so das Resümee des kurzen Treffens, ist zunächst ein Konzept, "damit man weiß wovon wir eigentlich reden und da sind dann auch die Kosten von Bedeutung." Einig war man sich insgesamt, dass es wichtig sei, den Bayernturm zu erhalten. Eine Sanierung, eventuell mit einem Aufzug sei anzustreben.

Kreisheimatpfleger Reinhold Albert machte die Landtagspräsidentin darauf aufmerksam, dass der Bayernturm nach Auffassung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege inzwischen zu den denkmalwürdigen Objekten der 1960er Jahre zählt. Grund für die Errichtung des „Bayernturms“ war die Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf Anregung des damaligen Landrats Dr. Karl Grünewald beschlossen die Gemeinden Sternberg und Zimmerau unter ihren Bürgermeistern Edmund Spielmann und Hans Albert 1964 den Bau eines Aussichtsturms dicht an der innerdeutschen Grenze.

Im Osten wurde der Turm Thüringer Blick genannt

Sie gründeten dafür die „Turmgemeinschaft Zimmerau-Sternberg“. Neben dem Zweck, den Fremdenverkehr und die wirtschaftliche Entwicklung in der vom Hinterland abgeschnittenen und benachteiligten Region zu fördern, war der Turm von Anfang an als weithin sichtbares Symbol für die Einheit der Deutschen errichtet worden. Er sollte nicht nur den Blick nach Thüringen ermöglichen, sondern auch von dort wahrgenommen werden.

Der Turm wurde 1964 mit finanzieller Unterstützung der bayerischen Staatsregierung auf dem Büchelberg in 410 Metern Höhe errichtet. Er hat zwölf Geschosse und ist 38 Meter hoch. Aufgrund der hohen Kosten verzichtete man damals auf einen Aufzug. 1967 entstand der Berggasthof „Zum Bayernturm“, in den 1970er Jahren wurde unter Bürgermeister Otto Bauer noch ein Ferienhausgebiet unterhalb des Turms ausgewiesen. Der jetzt über 50 Jahre alte Turm hat, abgesehen von oberflächlichen Alterspuren, keine größeren Schäden. Die Besucher können die Aussicht bis in den südlichen Thüringer Wald, das Coburger Land und das Obermaingebiet, auf Rhön, Haßberge und Steigerwald genießen. 

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