BAD NEUSTADT/FREIBURG

Im Sinne des Genossenschaftsgedankens

Die beiden Geschäftsführer der Agrokraft GmbH, Michael Diestel und Mathias Klöffel haben den Georg Salvamoser-Preis erhalten. Der Preis ist einer der höchstdotierten seiner Art in Deutschland und würdigt das Streben um den Ausbau erneuerbarer Energien und der Schaffung dafür notwendiger Strukturen. In Freiburg im Breisgau fand am Sonntag die Verleihung des prestigeträchtigen Preises statt, der erstmals von der Georg Salvamoser-Stiftung verliehen wurde.

Für die beiden Geschäftsführer der Agrokraft GmbH war die Verleihung des Georg Salvamoser-Preises eine willkommene Würdigung ihres bisherigen Schaffens um den Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis Rhön-Grabfeld. Am Sonntag haben Mathias Klöffel und Michael Diestel den mit 40.000 Euro dotierten Preis entgegen genommen. In der Freiburger Solarfabrik waren knapp 200 geladene Gäste aus ganz Deutschland und dem nahen Ausland gekommen, um zu hören, wie die Agrokraft ganz im Sinne des genossenschaftlichen Wirkens von Friedrich Wilhelm Raiffeisen Bürgersolar- und Biogasanlagen und auch bald schon Windkraftanlagen auf den Weg bringt. Immer in einer Gemeinschaft, in der viele Beteiligte sich ein mögliches Umsatzplus teilen. Die Gewinnmaximierung des Einzelnen steht bei der Agrokraft nicht im Vordergrund, sondern das Motto: Was der Einzelne nicht schaffen kann, das schaffen viele.

„Michael Diestel und Mathias Klöffel zeigen in beeindruckender Weise, wie mit Energiegenossenschaften Bürger und Gemeinden dazu motiviert werden können, vor Ort Potenziale erneuerbarer Energien schnell und erfolgreich auszubauen“ sagte Maria Salvamoser, die Witwe des visionären Unternehmensgründers Georg Salvamoser (1950-2009) und Vorsitzende der Stiftung. Maria Salvamoser würdigte das Engagement und die Idee der standardisierten Genossenschaftsgründungen, die Diestel und Klöffel sowie das gesamte Team der Agrokraft GmbH seit einigen Jahren erfolgreich in die Tat umsetzen.

In seiner Laudatio wies der Naturwissenschaftler und SPD-Politiker Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker auf die Notwendigkeit hin, „die Entwicklung des Wohlstandes von den CO2-Emissionen zu entkoppeln“. Die Agrokraft stelle für dieses Ziel die notwendigen Strukturen dar und zeige, dass diese Strukturen vor allem im ländlichen Raum auch funktionieren. Der frühere Bundesumweltminister und Energieexperte Klaus Töpfer überbrachte per Videobotschaft seine Glückwünsche. Töpfer würdigte das Streben der Agrokraft für ein gemeinsames Handeln der Landwirte in Sachen erneuerbare Energien. „Das ist viel sinnvoller für einen Landwirt, als alleine auf dem Bauernhof tätig zu werden“, sagte Klaus Töpfer.

Mit weiteren Preisen für den Ausbau regenerativer Energien wurden die Schülerfirma Scolaire des Deutsch-Französischen Gymnasiums Freiburg sowie der Nebenerwerbslandwirt Johannes Rösch aus Oberried Dreisamtal ausgezeichnet.

„Georg Salvamoser hat sich - als Unternehmer und ehrenamtlich - unbeirrt und beharrlich - für den Umbau der Energieversorgung eingesetzt“, sagte Maria Salvamoser. „Die Anstöße, die er gab, die Ideen, die er in die Tat umsetzte, wirken weiter.“ ?Den Ausgezeichneten bescheinigte Maria Salvamoser Mut und Stehvermögen.

Und das Preisgeld? Der Salvamoser-Preis ist mit stolzen 40.000 Euro dotiert die Mathias Klöffel und Michael Diestel vollständig der Agrokraft zukommen lassen wollen. In die eigene Tasche der beiden Geschäftsführer geht nichts. „Wir werden das Preisgeld im Sinne des Genossenschaftsgedankens investieren“, sagte Diestel. So wie Raiffeisen dies vor mehr als 100 Jahren wohl auch getan hätte.

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