Wechterswinkel

In Wechterswinkel kann man sogar bei Bach mitwippen

Das 'Kammerjazz Kollektiv' mit (von links): Daniel Stawinski, Susanne Paul, Sebastian Peszko und Héloise Lefebvre präsentierte einem beeindruckten Publikum von Jazz, karibischen und kubanischen Elementen durchsetzte klassische Musik.
Das "Kammerjazz Kollektiv" mit (von links): Daniel Stawinski, Susanne Paul, Sebastian Peszko und Héloise Lefebvre präsentierte einem beeindruckten Publikum von Jazz, karibischen und kubanischen Elementen durchsetzte klassische Musik. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Klassische Kammermusik gepaart mit Jazz-, Swing-, karibischen, groovigen und Samba-Rhythmen – geht so etwas ? Ja - und wie. Das "Kammerjazz Kollektiv" demonstrierte es am vergangenen Sonntagnachmittag in eindrucksvoller Weise. Und die Besucher beim Premieren-Gastspiel der Formation im Kloster Wechterswinkel waren begeistert.

Am Anfang noch etwas zurückhaltend, verblüfft von den doch zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftigen Arrangements von Daniel Stawinski, dem Kopf des Ensembles. Doch mit fortschreitender Dauer fand das Publikum immer mehr Gefallen an den "Jazz-Kompositionen im klassischen Klanggewand". Und am Ende gab es langanhaltenden Beifall und laute "Bravo"-Rufe für das Quartett, das mit seiner Art von Musik für Begeisterung sorgte.

Vier internationale Künstler, fünf Sprachen

Eine Premiere war der Abend im Kreiskulturzentrum  nicht nur für das "Kammerjazz Kollektiv", sondern auch für Benjamin Haupt, dem neuen Gesicht in der Kreiskulturagentur. Haupt ist nun als Nachfolger von Thomas Eckert unter anderem für die musikalischen Veranstaltungen im "Kloster Wechterswinkel" zuständig.

In seinen Begrüßungsworten kündigte Benjamin Haupt ein ungewöhnliches Ensemble an, das aus vier internationalen Künstlern besteht, die aber in fünf Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch und Polnisch) miteinander kommuniziert. "Musik überschreitet eben Grenzen – menschlich und auch emotional", so Haupt.

Interessante rhythmische Interpretationen verblüffen das Publikum

Typisch für das Repertoire der Gruppe mit ihrer klassischen Musik, mit Jazz, mit karibischen und kubanischen Elementen, gleich der Start in das Konzert: bei "Que danza es esa" entfaltete Daniel Stawinski  am Steinway-Flügel im Wechselspiel mit den Streichern gleich einmal sein großartiges Können auf den schwarzen und weißen Tasten. Nach dem rasanten Auftakt ging es dann mit "voyage obscur" auf eine von Melancholie und Schwermut geprägte "Reise durch die Dunkelheit".

Und beim anschließenden "Continuum" konnte man deutlich die rhythmische Zelle verfolgen, die sich beständig durch das ganze Stück zog. Alle drei Stücke stammten aus der Feder von Daniel Stawinski. Eine interessante und rhythmische Interpretation der Händel`schen "Ouvertüre aus der Wassermusik" verblüffte das Publikum ebenso wie das von fließendem Wasser inspirierte "Na ja de" , das mit seinem abrupten Ende überraschte.

Alte Barockstücke in neuem Kleid

Beim Klassiker der puertoricanischen  und kubanischen Musik, dem "El Cumbanchero", legten sich Daniel Stawinski, Héloise Lefebvre (Violine), Sebastian Peszko (Viola) und Susanne Paul (Cello) mächtig ins Zeug und sorgten dafür, dass die Rhythmen den Besuchern ins Blut und in die Beine gingen. Wann hat man denn schon einmal im Rhythmus bei Johann Sebastian Bachs "Präludium in e-Moll" und seiner "Fuge in e-Moll" mitwippen können?

Jazzig, swingig, lässig, leger, spielerisch und leicht von Daniel Stawinski arrangiert, kamen die alten Barockstücke daher und präsentierten sich damit in einem völlig neuen Kleid. Besonders die vielen karibisch-kubanischen Rhythmen und Bestandteile machten nicht nur den Musikern, sondern auch dem Publikum sichtlich Spaß.

Melancholisch und sentimental

Gerade "Guaramiranga" brachte den brasilianischen Samba und das dortige Lebensgefühl in den Konzertsaal nach Wechterswinkel. Melancholisch, fast ein wenig sentimental klang die Liebesbezeichnung "Pour toi", bevor es mit "Ingrids Tango" an diesem Abend sogar einmal nach Argentinien ging, wo dieser Tango normalerweise noch authentischer klingt.

Der brausende Applaus am Ende des Konzerts war der verdiente Lohn für eine  großartige Leistung der vier Künstler, die sich beim Publikum dafür noch mit der Zugabe und dem bekannten "El Manisero" auf virtuose Art und Weise bedankten.

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