Saal

In den Ruhestand verabschiedet

Nur noch chillen: Karl Hofmann wurde mit allem ausgestattet, was ein Ruheständler so braucht. Foto: Regina Vossenkaul

Mit 77 Luftballons, Geschenken und passend umgedichteten Liedern verabschiedeten sich die Kinder der Saaletalschule am Mittwoch vom Lehrer Karl Hofmann. Er war mehr als 40 Jahre im Schuldienst tätig war, davon viele Jahre als Mobile Reserve im Landkreis und 33 Jahre in der Saaletal-Schule.

"Ein Kapitel geht zu Ende, ein neues fängt an. Du hast uns stets begleitet, durch dick und dünn, du warst ein toller Lehrter…" sangen die Kinder unter anderem und rührten den baldigen Ruheständler zu Tränen. Weniger emotional verlief die anschließende offizielle Verabschiedung, musikalisch umrahmt von zwei Mitgliedern der Promiband Bad Königshofen. Rektorin Regina Ullmann erinnerte an die Anfänge des Lehrers, der 1974 in Haßfurt das Abitur ablegte und 1977 in den Schuldienst eintrat. In Wülfershausen übernahm er im Schuljahr 1986/1887 erstmals eine 1. Klasse mit 19 Kindern. Falls ihm doch einmal die Schule fehlen sollte, hatte Ullmann ihm Luft aus der Sporthalle, dem Schwimmbad, dem Computerraum und einem Klassenzimmer nach der sechsten Stunde in Luftballons eingefangen und überreicht.

Pädagogisches Geschick und vorbildliches Wirken

Schulverbandsvorsitzender und Bürgermeister Norbert Bauer bescheinigte Hofmann pädagogisches Geschick und vorbildliches Wirken. Er habe dazu beigetragen, dass der Schule viel Achtung und Anerkennung entgegengebracht wird. Der Schulverband könne nur den Rahmen einer Schule abstecken, mit Inhalt müssten ihn die Lehrkräfte füllen. Die Schüler würden Hofmann in guter Erinnerung behalten, so Bauer, denn er habe ihnen gegenseitige Achtung und Werte der demokratischen Gesellschaft vorgelebt. Er dankte ihm für die richtige Berufswahl und sein langjähriges Wirken und wünschte, dass er die gewonnene Freiheit und Muße richtig auskosten kann.

Caroline Haag, Vorsitzende des Elternbeirats, startete mit einer Rechenaufgabe in ihre Rede. Ob alle Kinder, die Karl Hofmann in 40 Jahren unterrichtet hat, auf dem Platz vor der Schule stehen könnten? "Das wird eng", so Haag. Die Kinder nannten ihn "ruhig, korrekt, ehrlich" und gingen auf sein besonderes Augenmerk, die saubere Heftführung, ein. "Jetzt, wo ich aus der Schule bin, verstehe ich, warum er uns das beibringen wollte", sagte ein Ehemaliger. Haag überreichte einen Rotstift, mit dem er ab jetzt keine Hefte mehr korrigieren, sondern nur noch angenehme Termine in seinen Kalender eintragen soll.

Geschätzter und fleißiger Lehrer

Jürgen Seidenzahl sprach als Vorsitzender des Personalrats und des BLLV-Kreisverbands und erinnerte an die Klischees rund um den Lehrerberuf, die der Kabarettist Hans Klaffl in seinem Stück "40 Jahre Ferien – ein Lehrer packt ein" vorgestellt hat. Halbtagsjob mit vielen Ferien? Das stimme überhaupt nicht, so Seidenzahl, der Hofmann einen "geschätzten und fleißigen Lehrer" nannte. Lehrer stehen zunehmend unter Druck, stellte Seidenzahl fest, viele Kollegen erreichen den Ruhestand nicht bei bester Gesundheit. Das sei hier aber nicht der Fall, deshalb wünschte er alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

Den Gedanken, den Ruhestand fit zu erleben, griff auch Karl Hofmann auf, der sich bei allen Mitwirkenden bedankte. Der Ruhestand sei die Krönung des Berufslebens, meinte er, bleiben werden Erinnerungen an Gutes und Schlechtes, beispielsweise an pädagogische und didaktische Experimente und die Reform von der Reform von der Reform. "Unterrichten war immer eine spannende Aufgabe", so Hofmann. Er sei gern Lehrer gewesen, die Schule werde ihm fehlen. Sein Dank galt seiner Ehefrau, die ihn stets unterstützt hat.

Am Freitag ist Zeugnisübergabe und letzter Schul- und Arbeitstag, dann bricht die Freizeit an, meinten die Lehrerkollegen und statteten Hofmann mit allem aus, was man so braucht: Sonnenbrille, Drink, Palmen, Blütenkette und Fächer. Dazu ertönte das leicht abgewandelte Lied "Ruhestand und Sonnenschein …"

Abschied mit 77 Luftballons in der Milzgrundschule in Saal: Karl Hofmann geht in den Ruhestand. Foto: Regina Vossenkaul

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