BISCHOFSHEIM

Jagdpachtverträge werden nicht verlängert

Die Interessen von Waldbesitzern und Jagdpächtern vernünftig auszugleichen, gleicht der Quadratur des Kreises. Diese Feststellung von Constantin von Waldthausen, dessen gleichnamigen Forstverwaltung den Bischofsheimer Stadtwald bewirtschaftet, bestätigte sich in der jüngsten Sitzung des Bischofsheimer Stadtrats. Der beabsichtigt nämlich, künftig bei der Verpachtung seiner Eigenjagdreviere neue Wege zu gehen, was nach reger Diskussion schließlich auch bei zwei Gegenstimmen so beschlossen wurde.

Neue Wege gehen möchten die Stadtverantwortlichen, da das bisherige System – nach ihrer Ansicht – offensichtlich nicht richtig funktioniert. Revierleiter Otfried Pankratius und Bürgermeister Udo Baumann haben sich nämlich bei Rundgängen ein Bild von der Verbisssituation im Stadtwald gemacht und festgestellt, dass die Verbissschäden ein großes Ausmaß angenommen haben – auch wenn das Verbissgutachten etwas anderes behauptet.

Wie von Waldthausen informierte, gibt es hohe Verbissschäden bei Ahorn oder Ulme. Damit die – im Zeichen des Klimawandels gewünschten – Tannen und Douglasien überhaupt hochkommen, seien teuere Schutzvorkehrungen erforderlich. Dies wird darauf zurückgeführt, dass die vorgegebenen oder erfüllten Abschusszahlen für Rehwild zu niedrig sind. Möglicherweise könnten die Abschusspläne für die kommenden Jahre sogar noch gesenkt werden.

Nun laufen aber Ende März 2014 die Pachtverträge für alle sechs Eigenreviere der Stadt aus. Für fast alle von ihnen liegen Anträge auf vorzeitige Verlängerungen vor. Die wird nun nicht geben. Statt dessen sollen die Reviere verkleinert werden und neue Pachtverträge mit entsprechenden Vorgaben abgeschlossen werden.

Über sechs Eigenreviere mit mehr als 2500 Hektar und 72 Prozent Waldfläche darauf verfügt die Stadt. Diese Reviere sind nach Ansicht von von Waldthausen zu groß und sollen neu zugeschnitten werden. Unter anderem auch, um die Intensität der Jagd zu steigern. Zudem soll ein Jagdrevier zerschlagen werden. Dafür sollen dann jährliche „Begehungsscheine“ mit Vorgaben, die die Stadt für richtig hält, ausgegeben werden.

Wenn die Pachtverträge neu ausgeschrieben werden, sollten mit den Jagdpächtern klare Vereinbarungen über die Abschusszahlen und ihre Einhaltung getroffen werden, bevor die Planung an die unter Jagdbehörde weitergeleitet wird. Auch sollten die Schadensregulierung und die Schutzmaßnahmen für Kulturen genau reguliert werden.

Die Frage von Egon Sturm, ob durch solche Regelungen mögliche Pächter nicht abgeschreckt würden, verneint von Waldthausen. Die Jagdpächter könnten mit klaren Vorgaben gut umgehen.

Auf entsprechende Fragen waren sich Bürgermeister Baumann und von Waldthausen einig, dass man bei der Vergabe der Jagdreviere einheimische Jäger berücksichtigen möchte, zumal man mit ihnen in der Vergangenheit keine größeren Probleme hatte, wie der Bürgermeister erklärte. Man solle aber auch auswärtigen Interessenten eine Chance geben.

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