RHÖN-GRABFELD/RUMÄNIEN

Jugend baut Spielplatz in Rumänien

Zu Besuch in Rumänien: Die Teilnehmer des Projekts „Abbau von Vorurteilen durch das Errichten eines Spielplatzes für bedürftige Kinder“ in Lipova mit Initiatorin Susanne Kastner und ihrem Team.
Zu Besuch in Rumänien: Die Teilnehmer des Projekts „Abbau von Vorurteilen durch das Errichten eines Spielplatzes für bedürftige Kinder“ in Lipova mit Initiatorin Susanne Kastner und ihrem Team. Foto: Rumänien Soforthilfe

Innerhalb von zehn Tagen einen Spielplatz für bedürftige Kinder aufbauen und zugleich eine neue Kultur entdecken. Diese Chance hatten neun Jugendliche aus den Landkreisen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und den Haßbergen vom 31. August bis 9. September im Rahmen eines europäischen Projektes im rumänischen Lipova.

Initiiert wurde das deutsch-rumänische Jugendprojekt von Susanne Kastner, Vorsitzende des Vereins Rumänien Soforthilfe und Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Kastner engagiert sich seit vielen Jahren in Rumänien und betreute die jungen Leute mit ihrem Team vor Ort. Finanziert wurde der Austausch durch das EU-Programm „Jugend in Aktion“.

Ziel der Jugendbegegnung war es, deutsche und rumänische Jugendliche näher zusammenzubringen und dadurch Vorurteile abzubauen. Durch gemeinsame Aktivitäten und Workshops lernten die Teilnehmer viel über ihre beiden Gesellschaften und deren Kultur. Ein wichtiges Ziel der bilateralen Begegnung war es, den Jugendlichen Kompetenzen zur interkulturellen Kommunikation zu vermitteln. „Die gemeinsame Sprache war zwar Englisch, aber den Teilnehmern gelang es jeden Tag ein bisschen mehr, sich in der jeweils anderen Sprache zu verständigen und sie hatten viel Freude daran“, so Susanne Kastner.

Neben den Workshops besuchten die Teilnehmer auch Einrichtungen für Kinder und Jugendliche und öffentliche Institutionen im Kreis Arad. Unter anderem stand ein Besuch im deutschen Konsulat in Temeswar auf dem Programm, bei dem Konsul Klaus Christian Olasz den Jugendlichen das Konsulat und dessen Arbeit vorstellte. Interessante politische Einblicke gab es auch beim Gespräch mit dem Abgeordneten der deutschen Minderheit im rumänischen Parlament, Ovidiu Ganþ.

Höhepunkt war aber die Errichtung und die anschließende offizielle Einweihung des Spielplatzes für bedürftige Kinder in dem kleinen Dorf Milova. Die Jugendlichen waren beeindruckt, dass sich einige Dorfbewohner spontan am Spielplatzbau beteiligten. Unvergessen wird jedoch die große Freude der Kinder bleiben, als sie endlich den neuen Spielplatz ausprobieren und in Besitz nehmen konnten. Nachdenklich stellte Paulina aus Haßfurt fest: „Jetzt ist mir zum ersten Mal aufgefallen, wie viele Spielplätze es bei uns gibt. Und manche werden kaum benutzt.“ Die siebzehnjährige Luisa aus Bad Neustadt beobachtete die armen Roma-Familien mit ihren vielen Kindern, die mit sehr wenig auskommen müssen und dennoch fröhlich spielen konnten. „Vielleicht haben wir in Deutschland viele Sachen, die wir gar nicht unbedingt brauchen, um glücklich zu sein“, stellte sie kritisch in den Raum.

„Das Projekt war ein voller Erfolg, nicht nur weil wir eine herrliche Woche mit hochsommerlichem Wetter im wunderschönen Rumänien erlebt haben. Die Stimmung in der Gruppe war harmonisch und es sind freundschaftliche Beziehungen entstanden. Durch den Bau des Spielplatzes haben die Jugendlichen zudem die wichtige Erfahrung gemacht, dass jeder Einzelne etwas zum Gemeinwohl beitragen kann“, so das Fazit von Susanne Kastner. Zum Ende der Projektwoche waren sich alle Beteiligten einig, dass es toll wäre, wenn dieses Projekt in Deutschland fortgeführt werden könnte, um die Erfahrungen und entstandenen Freundschaften weiter auszubauen.

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