Nordheim

Karl Hauck: Eisernes Priesterjubiläum in der Primizkirche

In St. Johannes in Nordheim feierte der Ruhestandspriester Gottesdienst - allerdings nicht am Hochaltar wie vor 65 Jahren.
65. Priesterjubiläum feierte Pfarrer i.R. Karl Hauck (Mitte) in seiner Heimatkirche in Nordheim. Mit ihm konzelebrierten der ehemalige Pfarrer von Nordheim, Heinrich Weth (links), sowie Pfarrvikar Paul Reder.
65. Priesterjubiläum feierte Pfarrer i.R. Karl Hauck (Mitte) in seiner Heimatkirche in Nordheim. Mit ihm konzelebrierten der ehemalige Pfarrer von Nordheim, Heinrich Weth (links), sowie Pfarrvikar Paul Reder. Foto: Hubert Herbert

Das war am Sonntag ein ganz besonderer Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes in Nordheim. Vor der Kirchentüre waren Bilder von einer Primiz zu sehen. Bilder von einem Dorf, das sich herausgeputzt hat und sich voller Stolz zeigt, dass einer der ihren die Priesterweihe empfangen hat und nun in der Heimatkirche seine erste Messe hält. 

Von Bischof Julius geweiht

Die Bilder allerdings sind bereits 65 Jahre alt. Sie stammen vom 18. Juli 1954 und zeigen den jungen Nordheimer Karl Hauck, der kurz zuvor von Bischof Julius Döpfner die Priesterweihe empfangen hat. Jetzt, mit 90 Jahren, steht Karl Hauck wieder als Priester am Altar der Nordheimer Kirche. Er feiert selber als Hauptzelebrant Eiserne Priesterweihe – mit kräftiger Stimme und sogar mit Gesang. Denn der lag dem Rhöner Zeit seines Lebens als Gestaltungselement seiner Gottesdienste sehr am Herzen. Als Konzelebranten standen ihm diesmal der ehemalige Nordheimer Pfarrer Heinrich Weth und Pfarrvikar Paul Reder zur Seite.

Im Gegensatz zur Primizmesse feierte Hauck diesmal allerdings am Volksaltar und in Deutsch – anders als damals, als die Messe noch am Hochaltar zelebriert wurde, der Priester die meiste Zeit vom Volk abgewandt Messe hielt und Latein die Sprache der Feier am Altar war. Es war noch die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil.

Fast unglaublich

Dass er das Fest des Eisernen Priesterjubiläums erleben durfte, ist für Karl Hauck fast unglaublich, wie er zu Beginn der Messfeier sagte.  Genauso unglaublich, wie die Tatsache, dass er dieses Jubiläum im stolzen Alter von 90 Jahren noch selber aktiv am Altar feiern konnte. "Bei uns in der Familie ist niemand so alt geworden", sagt er mit ein wenig Verwunderung, aber offensichtlich auch mit Zufriedenheit. 

Lange, fast 20 Jahre,  hat Pfarrer Hauck seit seiner Pensionierung mit 70 Jahren noch regelmäßig als Ruhestandspriester in Nordheim aushilfsweise alleine Messe gefeiert. Das tut er inzwischen nicht mehr, aber ab und zu bei Pfarrvikar Reder als Konzelebrant dabei zu sein, das macht er schon noch gerne, wie er im Gespräch erzählte.  

Gottvertrauen

Reder war es auch, der die Festpredigt beim Priesterjubiläum hielt. Er erinnerte an den Besuch von Weihbischof Ulrich Boom vor kurzem bei der Firmung in Nordheim. Boom hatte scherzhaft gesagt, dass bei einem Eisernen Jubiläum vieles nur noch vom Rost zusammen gehalten werde. Mit Blick auf Pfarrer Hauck sagte Reder, dass man das in diesem Fall nicht behaupten könne. Vielmehr sei es das Gottvertrauen gewesen, das den Weg des Jubilars geprägt habe und immer noch präge.

Am Ende der Messe, die Hauck als Sohn einer Landwirtsfamilie wie schon in seiner aktiven Zeit in der Erntezeit mit dem Wettersegen abschloss, hatten die Nordheimer und die Gäste aus seinen früheren Wirkungsstätten die Gelegenheit, dem Seelsorger bei einem Empfang auf dem Kirchplatz ihre Glückwünsche zum Jubiläum zu überbringen. Diese nahm er gerne entgegen und plauderte mit jedem ein wenig über die vergangenen Zeiten.  

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