WILLMARS

Katzengold, Lügensteine und Schauergeschichten

Mit einfachen Mitteln: Religionspädagoge Stefan Wurth erzählte den Willmarser Kindern, wie die Kinder in Afrika leben und wie sie sich ihre Spielsachen selbst mit primitiven Mitteln anfertigen.
Mit einfachen Mitteln: Religionspädagoge Stefan Wurth erzählte den Willmarser Kindern, wie die Kinder in Afrika leben und wie sie sich ihre Spielsachen selbst mit primitiven Mitteln anfertigen. Foto: Fred Rautenberg

Für die Willmarser Kinder mag die vergangene Woche mit dem Ferienprogramm viel zu schnell vergangen sein. Denn sie bot viel Kurzweil: Interessantes, Lehrreiches und noch mehr Spaß.

Am Montag ging es schon los mit dem Basteln von indianischen Heilsbringern. Der Willmarser Dart-Club hatte an diesem Tag auch sein Clubheim für einen Wettbewerb im Werfen der Wurfpfeile zur Verfügung gestellt. Eine Riesengaudi gab es am Nachmittag, als die Helfer von der Willmarser Feuerwehr ihre Wasserkanone montierten, die auch für eine willkommene Erfrischung in der brütenden Sommerhitze sorgte. Das Brauchwasserbecken benutzten die Kinder als Planschbecken zum allgemeinen Jubel, doch das Nonplusultra für den Nachwuchs war die Schaumparty, die die Wehrleute auf dem Hof vor der Schule anrichteten.

Am Dienstag wanderten die Kinder zu den Angelteichen des Angelsportvereins Filke, wo der Vereinsvorsitzende Steffen Berkes und seine Freunde ihnen mit Thüringer Bratwürsten und Getränken ein Mittagessen spendierten. Dann nahmen alle ein erfrischendes Bad im Filker Löschteich, den die Gemeinderäte schon vor Jahren auch als Teich zum Schwimmen ausgebaut hatten. Eine kleine Wasserrutsche sorgte für zusätzlich Spaß beim Abtauchen.

Versteinerungen auf der Spur

Ein lehrreicher Tag mit interessanter Abwechslung war der Mittwoch. Am Morgen brachte die Kinder zunächst ein Bus eines Mellrichstädter Reisebüros unentgeltlich zum Schullandheim Bauersberg. Dort zeigte ihnen Ulrike Emmert, wie man Ölschieferplatten spaltet, um darin eingelagerte Ammoniten-Versteinerungen zu finden. Zum besseren Verständnis hatte sie zuvor einen Lehrfilm gezeigt. Dabei erfuhren die Kinder auch, was „Katzengold“ ist (auch Pyrit oder Schwefelkies genannt) und wie ein Würzburger Professor einmal durch gefälschte Versteinerungen, jetzt „Lügensteine“ genannt, an der Nase herumgeführt worden war.

Nach dem gemeinsamen Essen im Schullandheim wanderte die ganze Gruppe ins Tal des Schwarzbachs hinunter. Dort sammelten die Kinder allerlei Kleingetier aus dem Bachlauf, brachten es zum Schullandheim zurück und konnten dort unter dem Mikroskop die lebenden Wassertierchen zu ihrer Faszination beobachten.

Am vorletzten Tag im Waldgebiet „Altenmark“ erzählte ihnen Revierförster Julian Grundhuber viel Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt in den Wäldern und hielt dabei sogar eine lebende Blindschleiche in den Händen. Wieder zu Hause in Willmars, zeigte der Religionspädagoge Stefan Wurth, mit welch einfachen Mitteln die Kinder in Afrika Spielsachen basteln. Werner Palancares aus Willmars hatte seine mobile Schmiede mitgebracht. Da durften die Kinder einmal selbst glühende Hufeisen mit dem Hammer am Amboss bearbeiten.

Gruseleffekte

An das Abendessen schloss sich eine Nachtwanderung durch die Flur an, mit „Gruseleffekten und Schauergeschichten“, wie Betreuer Thomas Pieczonka erzählte.

Zurück in Willmars las Helga Seidel-Barthelmes den Kindern Märchen zum Einschlafen vor, aber das scheint nicht recht funktioniert zu haben, denn die endgültige Nachtruhe stellte sich erst sehr spät ein, was den Betreuern „eine extrem kurze Nacht“ (Pieczonka) bescherte.

Am Freitagmorgen, nach dem letzten gemeinsamen Frühstück, das vom Musikverein Willmars spendiert wurde, hieß es wieder Abschied nehmen. Beladen mit den Schätzen, die die Kinder im Laufe der Woche gebastelt hatten, und beladen auch mit schönen Erinnerungen ging es wieder nach Hause zurück.

Das bewährte Team, das das Programm zusammengestellt hatte, dankte allen, die zum Gelingen der Ferienwoche beigetragen hatten. In ihren Dank schlossen die Organisatoren alle Helfer und Unterstützer mit ein, Friedhelm Korell und sein Frostbeulenteam für seine Geldspende, aber auch alle anderen Sponsoren. Die Kuchenbäcker-Mütter aus Willmars waren diesmal besonders aktiv gewesen. Und beim Dank nicht zu vergessen: die tüchtigen Frauen, die noch am Freitagvormittag das Schulgebäude wieder auf Vordermann brachten.

Entdeckertour: Im wilden Schwarzbachtal suchten die Willmarser Kinder nach kleinen Wasserlebewesen.
Entdeckertour: Im wilden Schwarzbachtal suchten die Willmarser Kinder nach kleinen Wasserlebewesen. Foto: Fred Rautenberg
Schaumparty: Die Löschschaumkanone der Willmarser Feuerwehr hat ganze Arbeit geleistet.
Schaumparty: Die Löschschaumkanone der Willmarser Feuerwehr hat ganze Arbeit geleistet. Foto: Fred Rautenberg

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