SCHÖNAU

Kaum Interesse an der ISEK-Projektwerkstatt

Bei den zwei abschließenden Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung am Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) der Gemeinde Schönau beteiligte sich lediglich eine recht überschaubare Anzahl von Gemeindebürgern. Sie gaben den Planern Vorschläge für die Priorisierung von möglichen Maßnahmen an die Hand.
Bei den zwei abschließenden Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung am Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) der Gemeinde Schönau beteiligte sich lediglich eine recht überschaubare Anzahl von Gemeindebürgern. Sie gaben den Planern Vorschläge für die Priorisierung von möglichen Maßnahmen an die Hand. Foto: Manfred Zirkelbach

Die Maßnahmen zur Innenentwicklung, welche in den letzten beiden Jahren im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für die beiden Ortsteile Schönau und Burgwallbach gemeinsam mit interessierten Bürgern erarbeitet wurden, sind nun in zwei weiteren Veranstaltungen konkretisiert und vorgestellt worden. Hierzu hatte die Gemeinde zusammen mit den beauftragten Architekturbüros Perleth aus Schweinfurt und arc-grün aus Kitzingen eingeladen.

Vor einem doch dann recht spärlich erschienenen Publikum – sowohl im Burgwallbacher Bürgerhaus als auch im Schönauer Bauhof – erläuterten Stadtplanerin Christiane Wichmann und Landschaftsarchitektin Diana Thrum die in Frage kommenden Maßnahmen und die nächsten Schritte hierzu.

Mehr Menschen in die Dörfer ziehen

Als vorrangige Ziele hat sich im Laufe der bisherigen Diskussionen vor allem herauskristallisiert, den Bevölkerungsstand in beiden Ortsteilen durch besondere Maßnahmen in der Infrastruktur zu verbessern. Dazu gehöre attraktives Wohnen, wobei vor allem die Leerstände und Baulücken genutzt werden sollten. Überdies wurde allgemein festgestellt, dass die Dorfgemeinschaften durch starke Vereine und auch durch ein Familien- und Senioren freundliches Umfeld weiterhin gestärkt werden müssen. Arbeitsplätze vor Ort, ein verbesserter öffentlicher Nahverkehr zu bezahlbaren Preisen, Naherholung und Tourismus sind weitere Wünsche, um die Gemeinde für Neubürger interessant zu machen.

Für beide Ortsteile, hierin waren sich die Diskutanten sowohl in Burgwallbach als auch in Schönau völlig einig, sei die Ausweisung von Sanierungsgebieten wichtig, wobei städtebauliche Missstände korrigiert oder auch beseitigt werden könnten. Hierzu sei die Erstellung eines Gestaltungshandbuches nützlich, um Informationen über Förderprogramme und -voraussetzungen an die Bürger zu geben. Ebenfalls notwendig sei die Erstellung eines gemeinsamen Tourismus- und Kommunikationskonzeptes. Dazu gehöre vor allem neben Broschüren und einem attraktiven Internet-Auftritt auch die Förderung zur Sanierung von Ferienwohnungen.

Wichtig: Wander- und Radwege

Für notwendig gehalten wird dazu auch die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bei Wander- und Radwegen. Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos gehörten heutzutage selbstverständlich zur Grundausstattung der Infrastruktur, genauso eine übersichtliche wie gemeinsame Ortsbeschilderung und barrierefreie Zugänge zu den öffentlichen wie kirchlichen Gebäuden.

Was brennt aber nun den Bürgern auf den Nägeln, wenn es um die Notwendigkeit der Umsetzung von Maßnahmen geht? Durch die Vergabe von Punkten für ortsspezifische Maßnahmen erhielten die Planer ein konkretes Bild für den nun folgenden Abschluss ihrer Vorplanung. Für die Burgwallbacher gehört die Ausweisung eines Sanierungsgebiets für den gesamten Altort zu den besonders notwendigen Maßnahmen. welche dann auch die entsprechende Beratung zur Gestaltung beinhaltet. Weiterhin sollte eine Aufwertung der Ortsmitte durch eine Neugestaltung des Dorfplatzes als Treffpunkt für die ganze Ortsbevölkerung erfolgen.

Ab an den Badesee

Ein Wasserspielplatz für Kinder, aber auch ein Mehrgenerationenspielplatz könnte entstehen. Ein weiterer Flächenerwerb würde zur Attraktivität beitragen. Auch kleine Dorffeste wären dann möglich. Ebenfalls wurden Konzepte für die Freizeitgestaltung am Badesee und am Festplatz, aber auch weitere Gestaltungsmöglichkeiten an Bürgerhaus und Kirche in Erwägung gezogen.

Die Gestaltung des Innerortes von Schönau und hierbei speziell die Zukunft des früheren Gasthofes zum weißen Ross liegt den Schönauern am Herzen. Eine Nutzung als Rhönrad-Zentrum, auch in Verbindung mit einem Mehrgenerationenhaus, und die Öffnung des Müllbachs wird als besonderes Merkmal gesehen. Dazu gehören auch die Umgestaltung von Baulücken an der Markbergstraße und ein Nachnutzungskonzept für das Anwesen der Fl. Nr. 1. Wieder auf die Tagesordnung könnte auch die bereits in früheren Jahren heißt diskutierte Verbesserung der beengten Verkehrsverhältnisse rund um den Kirchberg kommen, mitsamt eines Konzeptes für den Kirchenaufgang und der alten Fußgängerbrücke über die Brend. Ebenfalls sollten Schwimmbad und das Umfeld hierzu nicht aus dem Auge verloren werden.

Kein großes Interesse?

Mit den beiden Veranstaltungen, in welchen Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen nun abschließend behandelt wurden, wird nun eine Rahmenplanung erstellt. Diese kann bereits Anfang 2019 dem Gemeinderat vorgelegt werden. Dann liegt es wohl ausschließlich in den Händen der Gemeinderäte, inwieweit aus dem Rahmenplan dann ein schlüssiges Durchführungskonzept entwickelt werden kann. Waren in Burgwallbach zwei Gemeinderäte interessiert bei der Sache, glänzten alle Schönauer Gemeinderäte außer dem Bürgermeister durch Abwesenheit, was wohl auf kein großes Interesse seitens des Beschluss fassendem Gremiums schließen lässt.

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