Bad Neustadt

Keine Förderung mehr für das Oberelsbacher Pfeifenmuseum

Dem Pfeifenmuseum in Oberelsbach fehlt es an einem neuen Konzept. Aus diesem Grund gibt es künftig keine Förderung mehr für die Einrichtung.
Dem Pfeifenmuseum in Oberelsbach fehlt es an einem neuen Konzept. Aus diesem Grund gibt es künftig keine Förderung mehr für die Einrichtung. Foto: Hanns Friedrich

Das "KulTourTandem", ein Kulturpatenschafts-Projekt im Landkreis Rhön-Grabfeld, geht in diesem Monat an den Start. Darüber informierte Sophia Mohr, die zusammen mit Michaela Kraus und Jurgita Groß von der Kulturagentur Rhön-Grabfeld dem Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Kultur und Tourismus den aktuellen Stand vorstellte.

Gemeinsam mit erwachsenen Paten erleben Jugendliche mit und ohne Flucht- oder Migrationshintergrund zwischen 10 und 14 Jahren Kultur im Landkreis Rhön-Grabfeld. Die Paten sind zwischen 20 und 80 Jahre und betreuen je zwei Jugendliche. Als erstes Projekt wurde Mellrichstadt ausgewählt und dort eine Flüchtlingsklasse. Das vom Landkreis Rhön-Grabfeld initiierte Modellprojekt bietet Schülern eine Teilhabe-Chance am kulturellen Leben der Region.

Sieben Paten und 13 Jugendliche nehmen derzeit teil

Ihnen wird ein Zugang zur kulturellen Bildung außerhalb der Schule, ermöglicht. Gleichzeitig werden die sozialen Kompetenzen gefördert. Gerade im ländlich geprägten Raum dienen die Patenschaften als ein niedrigschwelliges Angebot, das die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt abholt und mit neuen Welten vertraut macht. Nach Rücksprache und auf Empfehlung der Lehrkräfte werden statt der Zweier-Patenteams nun Dreier-Teams gebildet, sodass jeweils zwei Jugendliche mit einem Paten ein Team bilden. Gezielt angesprochen wurden Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien mit und ohne Migrationshintergrund, die keinen oder kaum Zugang zu kulturellen Angeboten haben.

Die Paten wurden über die direkte Ansprache von Vereinen und Berufsfachschulen so für Musik Bad Königshofen und für Holzbildhauer Bischofsheim akquiriert. In der ersten Projektphase setzt sich die KulTourTandem-Gruppe aus 13 Schülerinnen und Schülern sowie sieben Paten zusammen.

Kulturelle Vielfalt der Region soll erfahrbar gemacht werden

Diese Gruppe besucht gemeinsam kulturelle Angebote in der Region. Die Jugendlichen und Paten sind in den kommenden Monaten als Team innerhalb einer Gruppe unterwegs. "Der gemeinschaftsbildende Prozess steht also zunächst im Vordergrund, wobei die Begegnungen auf Augenhöhe stattfinden.", so Mohr. Geleitet werden die Vorbereitungs- und Kennenlerntreffen von Markus Till, Leiter der Eltern-, Jugendlichen- und Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbandes Unterstützt wird er von Dorothee Höhn, Theaterpädagogin am Theater Schloss Maßbach. Ab Ende März wird eine breite Palette kultureller Angebote besucht, um die kulturelle Vielfalt in der Region erfahrbar zu machen.

Der Workshop "Was ist Theater überhaupt?" in Zusammenarbeit mit dem Theater Schloss Maßbach am 30. März bildet den Auftakt der Kulturausflüge. Am 25. April besucht die Gruppe dann das Jugendstück "Was glaubst’n du?" am Theater Schloss Maßbach und wird vor der Vorstellung hinter die Kulissen geführt. Beim Aktionsprogramm "Von Schweinekoben, Daunenkissen und lebendigen Rasenmähern" am 16. Mai im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen geht es um die Tierhaltung von früher und heute.

Dem Pfeifenmuseum fehlt ein neues Konzept

Ein musikalischer Ausflug steht am 20. Juni auf dem Programm, wenn die Gruppe das Open-Air-Konzert "Mah’e Manouche" im Kreiskulturzentrum Kloster Wechterswinkel besucht. Zum Abschluss der ersten Projektphase kommen die Teilnehmer in der Kreisgalerie Mellrichstadt zu einem Sommerfest zusammen. Der digitale Kommunikationsraum, in dem sich die Jugendlichen und Paten vor und nach den Ausflügen austauschen, das Erlebte Revue passieren und weiter kommentieren können, wird über einen Instagram-Account @KulTourTandem) aufgebaut. Die Teilnahme ist für die Schülerinnen und Schüler sowie die Paten kostenfrei. Das Modellprojekt wird finanziell durch den Kulturfonds Bayern und die Stiftung der Sparkasse Bad Neustadt unterstützt.

Informationen gab es zum Haushaltsplan 2020. Dazu sagte Landrat Thomas Habermann, dass es künftig keine Förderung mehr für das Pfeifenmuseum Oberelsbach gibt. Der Grund ist das Fehlen eines neuen Konzeptes. Im Haushalt sind rund 600 000 Euro für das neue Depot des Landkreises in der ehemaligen Mellrichstädter Kaserne eingeplant. Änderungen gibt es in der Kreismusikschule. Deshalb soll der neue Leiter, Frank Stäblein, in die Sommersitzung eingeladen werden, um darüber zu berichten.

Der ÖPNV als Kommunalunternehmen?

Egon Sturm fragte nach, ob die Förderung für Kultur und Brauchtum nicht von 5000 auf 10 000 Euro erhöht werden könnte. Dem stimmte der Ausschuss zu. Michael Eisenmann sprach die Kreisstraßen an, wo in diesem Jahr rund 7,5 Millionen Euro eingeplant sind. 1,5 Millionen werden allein für die Asphaltdeckenerneuerung benötigt.

Dazu sagte Landrat Thomas Habermann, dass der Unterhalt der Kreisstraßen nicht vernachlässigt werden dürfe. Das bringe sonst im Endeffekt Mehrkosten. Auf die Frage von Kreisrat René van Eckert, ob man nicht die Ortsverbindungsstraße nach Roßrieth zur Kreisstrasse aufwerten könne, sagte der Landrat, dass die Ortsverbindungsstraße ausreichend sei. Karl Breitenbücher erwähnte den Ausbau des Radwegenetzes im Landkreis, vor allem beim Neubau von Kreisstraßen: "Das machen wir grundsätzlich, es kommt auf die Situation an, wenn nicht schon ein weiterer Weg vorhanden ist."

Kreisrat Thorsten Raschert forderte eine Aufstockung bei den ÖPNV-Haushaltsmitteln um 100 000 Euro. Der Landrat sprach den "Grabfeld-Stern" an, ein Verkehrs-Projekt, bei dem bestehende Busunternehmen im Grabfeld einbezogen werden: "Wir wollen kein kommunales Busunternehmen." Van Eckert meinte dazu, dass man den Gedanken, einen Teil der Linien kommunal zu betrieben, prüfen sollte.

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