Bad Neustadt

Kita-Gebühren in Bad Neustadt steigen weiter an

Zum Start des kommenden Kita-Jahres im September hat sich der Bad Neustädter Stadtrat überwiegend für eine weitere Erhöhung der Kita-Gebühren ausgesprochen. 
Zum Start des kommenden Kita-Jahres im September hat sich der Bad Neustädter Stadtrat überwiegend für eine weitere Erhöhung der Kita-Gebühren ausgesprochen.  Foto: Monika Skolimowska/dpa

Nachdem es 2014 vor dem Rathaus Proteste wegen einer seinerzeit deutlichen Anhebung der Gebühren für die Betreuung von Kindern in Kindergärten und Kindertagesstätten gegeben hatte, bemüht sich die Stadt um moderate Anpassungen für das fällige Entgelt der Eltern. Im vergangenen Jahr waren die Gebühren je Staffelung um fünf Euro angehoben worden. Ab dem kommenden Kita-Jahr (1. September) sollen sie nun erneut um fünf Euro steigen.

Peter Keidel mit einziger Gegenstimme

Der Stadtrat hat sich mit lediglich einer Gegenstimme auf die Erhöhung der Gebühren für Kitas verständigt. Die Gegenstimme kam ausgerechnet vom Referenten für Kindertagesstätten, Peter Keidel, der vor allem geringverdienende Eltern nicht zusätzlich finanziell belastet sehen möchte. Die Stadt begründet die Anhebung der Gebühren mit höheren Personalkosten in den Kitas.

Nach der künftigen Gebührensatzung sind bei der vierstündigen Betreuung eines Kindes ab drei Jahren 100 Euro im Monat zu zahlen. Für Kinder unter drei Jahren beläuft sich die Gebühr auf 140 Euro. Gestaffelt werden alle Beträge je nach zeitlichem Rahmen jeweils um fünf Euro angehoben. Am teuersten ist die Betreuung für Kindergartenkinder ab drei Jahren für mehr als zehn Stunden täglich, die dann mit 170 Euro zu Buche schlägt, für Kinder unter drei Jahren wären es 210 Euro.

Allerdings gewähren Stadt und Freistaat stattliche Zuschüsse für die Betreuung der Kinder in den Kitas. Seit April vergangenen Jahres erhalten Eltern einen Zuschuss für Kinder ab drei Jahren in Höhe von 100 Euro monatlich, was es bis dato nur bei Vorschulkindern im letzten Kindergartenjahr gegeben hatte.

Geschwisterermäßigung fällt weg

Seit Januar dieses Jahres werden auch die Elternbeiträge von Kindern ab Vollendung des ersten Lebensjahres mit bis zu 100 Euro monatlich erstattet, bei einem maximalen Bruttojahreseinkommen der Familie von bis zu 60 000 Euro. Durch die finanzielle Entlastung der Eltern bei den Gebühren sowohl in der Krippe wie auch im Kindergarten, fällt ab 1. September die Geschwisterermäßigung komplett weg.

Bürgermeister Bruno Altrichter hob hervor, dass es im zugrundeliegenden Gespräch über die Gebühren mit den Verantwortlichen in den Kitas keine Debatte über die Anhebung gegeben hatte. Peter Keidel meinte in seiner Ausführung gegen die Anhebung der Gebühren jedoch: "Der Freistaat entlastet die Familien, und wir schlagen es wieder drauf." Zudem sieht der Referent für Kindertagesstätten die Chancengleichheit für Familien durch die Anhebung immer mehr schwinden. "Die Gebühren sehen zwar niedrig aus, sind es aber in der Summe für Geringverdiener nicht", so Keidel.

Hellmuth: Erhöhung moderat und angemessen

Für Stadtrat Alexander Barthelmes wird die Gebührenerhöhung im sehr angemessenen Rahmen vorgenommen. Stadtrat Gerald Pittner sagte: "Wir passen Leistungen und Kosten lediglich an unseren Haushalt an." Gudrun Hellmuth betonte, dass die Stadt sehr viel Geld für jeden einzelnen Kita-Platz locker mache und hob zudem die qualitätvolle Arbeit in der Bildungseinrichtung Kita hervor. Die Erhöhung sei deshalb moderat und angemessen.

Laut Kämmerer Andreas Schlagmüller steuerte die Stadt je Kita-Platz im vergangenen Jahr 3784 Euro zu, im Hort 1.617 Euro. Und darin sind noch keine Investitionen enthalten. Bruno Altrichter betonte: "In den Kitas wird eine qualitätvolle und hoch anspruchsvolle Arbeit geleistet." Die "sehr verträgliche" Gebührenanhebung sieht der Bürgermeister als "guten und vernünftigen Weg, die Gesamtfinanzierung im Blick zu behalten". Einen Zweifel an der guten Arbeit in der Kitas wollte auch Peter Keidel nicht aufkommen lassen: "Das geht aber auch ohne Gebührenerhöhung!"

Mittagsbetreuung künftig kostenpflichtig

Seit diesem Schuljahr gibt es für 30 Schülerinnen und Schüler der Karl-Ludwig-von-Guttenberg-Grundschule eine Mittagsbetreuung. An vier Tagen in der Woche wird diese von 11.20 bis 15.30 Uhr angeboten. Durch die Betreuung mit ausgebildetem Personal belaufen sich die jährlichen Kosten auf rund 55 000 Euro für die Stadt. Um das Defizit im Rahmen zu halten, müssen Eltern künftig für die Betreuung des Nachwuchses monatlich 70 Euro locker machen. Ein Betrag, der in anderen Gemeinden für ähnliche Betreuung ebenfalls anfällt. Zum Vergleich: die Betreuung in einem städtischen Schülerhort bei vier Stunden Betreuungszeit kostet 95 Euro im Monat. Der Betrag wird für elf Monate im Jahr erhoben und ab 1. September den Eltern in Rechnung gestellt.

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