Bad Königshofen

Königshöfer Trinkwasserbrunnen: Die Pegel sinken immer weiter

Das Wasserspargebot vom April vergangenen Jahres gilt noch immer. Zu wenig Niederschlag für eine Verbesserung der Situation. Wie geht es weiter?
Frisches Wasser aus dem Hahn ist in hiesigen Breiten noch eine Selbstverständlichkeit. Allerdings ist die Trinkwassersituation in Bad Königshofen nach einem abermaligen trockenen Jahr angespannt.  Foto: Oliver Berg

"Schönes Wetter ist für mich, wenn es regnet." Wenn die Situation der Wasserversorgung nicht so angespannt wäre, würde Bad Königshofens Bürgermeister  Thomas Helbling solch einen Satz sicher nicht in den Mund nehmen. Denn auch 2019 lag die Niederschlagsmenge mit 488,5 Litern pro Quadratmeter wieder deutlich unter dem langjährigen Mittel von 619,6 Litern. Und der bisherige Verlauf des Januar gibt wenig Anlass zur Hoffnung, dass sich grundlegend etwas zum Positiven ändern könnte.    

Im Gegenteil: Bad Königshofens Wassermeister Michael Müller kann aus dem Wasserwerk in Kleineibstadt des Zweckverbands Gruppe Mitte keine guten Nachrichten vermelden. Ein Meter bis eineinhalb Meter tiefer liegt der Wasserstand in den Brunnen bei Betrieb im Vergleich zum Januar des Vorjahres. Im ruhenden Zustand sind es noch rund 75 Zentimeter.

Die Absenkung würde noch deutlicher ausfallen, wenn mit der gleichen Intensität gepumpt werden würde, wie zu Zeiten mit deutlich höheren Wasserständen. So aber werden seit Sommer vergangenen Jahres die Pumpzeiten verlängert und gleichzeitig weniger Liter in der Sekunde entnommen. "So gelingt es uns, die Balance auf niedrigem Niveau zu halten", sagt Müller im Gespräch mit dieser Zeitung.        

Die Wende setzt erst im Mai ein

Nur 2017 lagen die Niederschläge mit 707 Litern über dem Mittel, was aber vor allem daran lag, dass der Juli mit allein 180, 5 Litern außergewöhnlich nass war. Zuvor hatte auch das Jahr 2017 nach einem trockenen Sommer wieder mit wenigen Niederschlägen begonnen, bevor ab Mai dann die Wende einsetzte. Da galt aber schon das im April erlassene Wasserspargebot, das erst 2018 wieder aufgehoben wurde, nachdem sich die Situation in den Brunnen deutlich gebessert hatte. Seither allerdings hat es wieder viel zu wenig geschneit oder geregnet, so dass im April 2019 wieder ein Spargebot von der Stadt erlassen werden musste, das bis heute gilt.   

Wie lange der Balanceakt mit dem Wasserstand noch aufrechterhalten werden kann, vermag Wassermeister Müller nicht zu sagen. "Ich bin ja kein Geologe", betont er er. Allerdings weiß er genau, dass in der wärmeren Jahreszeit auch wieder mehr Wasser gebraucht wird, etwa um die Zisternen aufzufüllen. Im Sommer vergangenen Jahres jedenfalls lagen die Brunnenpegel zwischen drei und vier Meter tiefer. 

Wegen der trockenen Jahre gewinnt die zukünftige Wasserversorgung des Grabfelds immer mehr an Bedeutung. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Wasserversorgung im Grabfeld kommen am Montag, 27 Januar, um 14 Uhr zu ihrer nächsten Sitzung im Rathaus in Bad Königshofen zusammen.   

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