Bad Königshofen

Königshofen: Grundschulneubau sorgt weiter für Diskussionen

Das Konzept für die neue Grundschule findet nicht nur Zustimmung. Auch eine ehemalige Lehrerin kritisiert die Planung. Zu der gibt es laut Bürgermeister keine Alternative.
Die Grabfeldschule aus der Vogelperspektive. Die neue Grundschule soll unmittelbar nördlich des bestehenden Gebäudetraktes entstehen. Foto: Georg Leupold

Der von der Stadt Bad Königshofen geplante Neubau der Grundschule im Schulviertel neben der Grabfeldschule ist in Teilen der Elternschaft und im Elternbeirat umstritten. Der Standort wird von den Kritikern als nicht geeignet abgelehnt. Kürzlich demonstrierten die Gegner sogar gegen die mit großer Mehrheit vom Stadtrat abgesegnete bauliche Lösung.

Mit Gertrud Raab aus Bad Königshofen meldet sich nun eine ehemalige Lehrerin zu Wort. Die Pädagogin im Ruhestand unterrichtete von 1974 bis 2009 an der hiesigen Volksschule. Auch sie kritisiert die von den Planern in einer Bürgerversammlung am 11. September als „geiles“ Konzept vorgestellte Lösung, die sie aus verschiedenen Gründen als nicht optimal ansieht. Als wichtigstes Argument dagegen nennt sie die ihrer Meinung nach viel zu kleine Garderobe für etwa 180 Grundschüler im Untergeschoss und die Anlage der acht beziehungsweise neun Klassenzimmer im zweiten Stockwerk. Der Weg dorthin zu Beginn und Ende des Unterrichtes und der beiden Pausen beinhalte ein erhebliches Gefahrenpotential.

Blick in den Eingangsbereich der neuen Grundschule. Foto: Entwurf: Büro Baurconsult

Verkürzte Pausenzeiten?

„Bei dem Bewegungsdrang von Kindern sind Treppen kein Ort der Begegnung, wie es im Konzept vorgestellt wurde, sondern erschwert ein friedliches, problemloses Miteinander  und verkürzt außerdem erheblich die Pausenzeit“, meint Gertrud Raab. Bei schlechtem Wetter und dem Aufenthalt auf einer Ebene werde der Lärmpegel zudem sehr hoch sein. Als sehr problematisch sehe sie auch den großen Glaseinbau, der den Einbau einer „Kühlungsanlage“ erfordern werde. Auch dass die Einfachturnhalle zur Mensa hin verglast sein wird, findet nicht ihre Zustimmung: „Ob das die Schüler, die gerade Sport haben und nicht so sportlich sind, auch so toll finden?“ Weiterer Kritikpunkt von Gertrud Raab: Die rund 50 Kinder, die einen Hort besuchen, müssten zur Betreuung wieder in die alte Volksschule an der Kellereistraße. „Deshalb muss auch hier aufwändig saniert werden“.

Wunsch nach Bau auf freier Fläche

Kritisch sieht sie auch den Einbau der Mensa, die Fundamentierung des neuen Gebäudes, den Verlust einer weiteren Grünfläche in der Innenstadt und die besonders schwierige Anfahrtssituation für die Schulbusse in der Kellereistraße. „Kinder sind unsere Zukunft!“  meint Gertrud Raab, die sowohl an der Bürgerversammlung am 11. September  als auch der Demonstration am 7. Oktober teilgenommen hat. Sie sei überzeugt davon, dass dem Architekturbüro bei einer freien Fläche sicher ein wirklich „geiles“ Konzept gelingen könnte zum Wohl der Kinder, der Lehrerschaft und der Stadt Bad Königshofen.

Helbling: Es gibt keine Alternative

Dass es trotz der Kritik am gewählten Standort und am Entwurf aus Sicht der Stadt und der großen Stadtratsmehrheit dazu keine Alternative gibt, betonte Bürgermeister  Thomas Helbling am Dienstag gegenüber der Redaktion. Der Stadtrat habe sich erst jüngst wieder mit 15:2 Stimmen für die Fortführung des vorliegenden Konzeptes  ausgesprochen. Zudem sei die Planung mit der Regierung von Unterfranken abgestimmt und Fördermittel zwischen 60 und 90 Prozent in Aussicht gestellt worden. „Diese Zuschüsse dürfen wir nicht gefährden“, so Helbling, der zum wiederholten Male eine „mangelnde Transparenz“ bei der Entscheidungsfindung zurückweist. „Diesen Vorwurf kann ich nicht nachvollziehen.“

Der Rathauschef erinnert an seine Ausführungen in der Bürgerversammlung am 11. September, als er unter anderem darauf hingewiesen habe, dass keine neue Grundschule ohne ein Konzept für die Mittelschule und die ordentliche Beschulung der Kinder während der Bauzeit geben werde.  „Der Stadtrat hat sich nach Prüfung der Standorte mit großer Mehrheit für die Wallstraße entschieden“, macht der Bad Königshöfer Bürgermeister deutlich, dass die Stadt weiter an dem beschlossenen Konzept für die neue Grundschule festhalten wird.  

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