Bad Neustadt

Kommentar: Kneipensterben nicht aufzuhalten

Wird durch das Kneipensterben in Zukunft auch immer weniger Bier gezapft? Foto: Axel Heimken, dpa

Es ist ebenso bedauerlich wie unaufhaltsam. Die Dorfwirtschaften werden nicht nur in Rhön und Grabfeld immer seltener. In vielen Orten gibt es gar keine mehr. Damit verschwindet ein bedeutendes Stück traditioneller dörflicher Kultur. Ein wichtiger Treffpunkt für die Bewohner, ein Ort für Klatsch, Tratsch, den Austausch über das dörfliche oder das überregionale Geschehen oder einfach nur zum Kartenspielen. Ein schwerer Verlust für den Zusammenhalt und die Identität der Dörfer.

Das haben viele erkannt. Aber Ideen, wie das Sterben unserer Dorfwirtschaften aufzuhalten ist, gibt es kaum. Zu vielfältig sind die Ursachen. Die Zeiten und die Kultur haben sich geändert. Junge Leute ziehen der Dorfkneipe große Party-Events vor, ältere kommen seltener als früher. Ehepaare sitzen am Samstagabend lieber vor der Glotze als im Wirtshaus, der Frühschoppen am Sonntag ist out, manche mag das Rauchverbot schrecken oder sie ziehen das Vereinsheim vor. Dazu sind die Arbeitszeiten für Wirte höchst unattraktiv, oft sind sie schon älter und die Kinder haben kein Interesse an einer Übernahme des Betriebs, der womöglich wenig einbringt. Es ist ein großes Problem heutzutage, Personal zu finden. Und, und, und.

Alkohol wird andernorts getrunken

Sicher, es gibt im Landkreis hervorragende Restaurants mit einem guten, oft regionalen Konzept und einem Ruf weit über eben diese Region hinaus. Diese Betriebe sind lukrativ und zukunftsfähig. Nur, ein Restaurant ersetzt keine Dorfwirtschaft. Glaubt man den Statistikern, wird nicht wesentlich weniger Alkohol getrunken, aber offensichtlich andernorts. Treffpunkte sind nun Vereinsheime, Lauben in irgendwelchen Kleingärten oder sonstige Ausweichmöglichkeiten.

Glücklich ist also das Dorf, in dem man sich noch in einer Wirtschaft zusammensetzten kann. Man muss ja nicht unmäßig trinken. Hingehen sollte man aber ab und an schon.

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