BAD KISSINGEN

Landleben soll lebenswert bleiben

Stellvertretender Landrat Josef Demar (links) vertrat Rhön-Grabfeld bei der Tagung.
Stellvertretender Landrat Josef Demar (links) vertrat Rhön-Grabfeld bei der Tagung. Foto: Siegfried Farkas

Auf dem Land zu leben, ist für viele Menschen durchaus noch attraktiv. Die Lebenshaltungskosten sind niedriger als in Ballungszentren, Wohnraum ist nicht knapp und die Freizeitmöglichkeiten in der Natur sind zahlreich. Trotzdem verlieren ländliche Regionen an Bevölkerung. Ein Modellvorhaben des Bundesverkehrsministeriums soll helfen, Konzepte gegen diese Tendenz zu entwickeln. Den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld kommt dabei besondere Bedeutung zu.

Sie haben sich gemeinsam als Modellregion für das Projekt beworben und sind als einzige in ganz Bayern in das Vorhaben aufgenommen worden. Bundesweit sollen 18 Modellregionen Lösungsansätze „für die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse im ländlichen Raum“ entwickeln, hieß es bei einer Tagung zu dem Modellvorhaben. Dazu kamen am Dienstag in Bad Kissingen Fachleute sowie Vertreter des Verkehrsministeriums und verschiedener Modellregionen zusammen.

Kooperation

Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium, stellte dabei die Berücksichtigung der beiden unterfränkischen Landkreise heraus. Hier vor Ort werde Kooperation zwischen Kommunen und Landkreisen bereits vielfältig „gelebt“. Bad Kissingens Landrat Thomas Bold setzte unter anderem daran an. „Wir engagieren uns schon oft gemeinsam“, sagte er mit Blick auf die beiden Kreise und deren touristische Vermarktung sowie die Vermarktung regionaler Produkte. Auch das gemeinsame Oberzentrum Bad Kissingen und Bad Neustadt sowie die zahlreichen kommunalen Allianzen nannte er als Beispiel. Josef Demar, stellvertretender Landrat im Kreis Rhön-Grabfeld, glaubt, dass aus der Kissinger Tagung und dem Modellprojekt „Positives für die Entwicklung der Region“ herauskommt.

Beste Versorgung bis ins Alter

Aus Bolds Sicht geht es bei dem Modellvorhaben des Ministeriums letztlich um die Lebensqualität der Zukunft. Wichtige Themen seien dabei Bildung, Nahversorgung oder Mobilität. Das Landratsamt Bad Kissingen bezeichnet das Projekt deshalb „als große Chance, anhand von wissenschaftlich analysierten Daten ein nachhaltiges Konzept für mehr Mobilität und beste Versorgung bis ins hohe Alter zu erarbeiten“. Der Schwerpunkt des Projekts liege „auf dem Nahverkehr und der Erreichbarkeit von Daseinsvorsorgeeinrichtungen wie zum Beispiel Einkaufsläden, Ärzten und Apotheken“.

Als Praxisbeispiel der Modellregion Bad Kissingen/Rhön-Grabfeld stellten die Beteiligten „Mona“ vor, die „Mobile netzwerkmedizinische Allianz zur Sicherstellung der ländlichen Versorgung und Mobilität mit Telemedizin und Elektromobilität“. Konkret heißt das, im Rahmen des Modellvorhabens ist ein Elektroauto für einen mobilen medizinischen Dienst in der Fläche angeschafft worden. Das Fahrzeug soll in Zusammenarbeit mit einem Arzt telemedizinische Versorgung in die Fläche bringen. Nach Angaben von Vertretern der Landratsämter war es am vergangenen Wochenende bereits im Einsatz.

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