Bad Neustadt

Landratswahl: Die Siegesfeier fiel Corona zum Opfer

Thomas Habermann hat treue Wähler. 63,69 Prozent für den Amtsinhaber. Wahlbeteiligung 66,9 Prozent.
Grünen-Kandidat Yatin Shah (links) von den SPD-Kandidat Thorsten Raschert gratulierten dem wiedergewählten Landrat Thomas Habermann.
Grünen-Kandidat Yatin Shah (links) von den SPD-Kandidat Thorsten Raschert gratulierten dem wiedergewählten Landrat Thomas Habermann. Foto: Jörg Geier

In Zeiten von Corona ist alles anders als sonst. Das Virus kümmert sich nicht darum, ob irgendwo Wahl ist. Und deshalb war es diesmal auch anders im Landratsamt in Bad Neustadt, als nach und nach die Ergebnisse aus den einzelnen Stimmbezirken eintrafen, wie sich die Wähler bei der Frage nach dem künftigen Landrat entschieden haben.

Deutliches Ergebnis

Das Ergebnis war dann aber deutlich. Amtsinhaber Thomas Habermann (CSU) lag deutlich vorne mit 63,69 Prozent, nach 69,5 Prozent 2014. Yatin Shah (Grüne) kam auf Platz zwei mit 17 Prozent. Thorsten Raschert (SPD) erreichte bei seinem zweiten Anlauf 10,01 Prozent. 2014 waren es für ihn noch 30,5 Prozent gewesen. Damals war er als gemeinsamer Kandidat von SPD und Grünen angetreten. Karl Graf Stauffenberg brachte es für die FDP auf 9,31. Prozent.

Normalerweise ist es bei der Landratswahl so, dass sich im Lauf des Abends die Kandidaten im großen Sitzungssaal im Landratsamt einfinden, wo schon bald nach 18 Uhr immer wieder aktuell die neuesten Zahlen auf einer großen Leinwand erscheinen. Gewöhnlich trifft als erster der Amtsinhaber ein. Und so nach und nach kommen dann die weiteren Kandidaten dazu. Das war auch 2014 so, als Thomas Habermann (CSU) gegen Thorsten Raschert (SPD und Grüne) antrat und wiedergewählt wurde.

Spät ins Landratsamt

Das war diesmal anders. Keine Kommentare des amtierenden Landrats und Kandidaten Thomas Habermann im Sitzungssaal, wenn wieder neue Zahlen aus einem Stimmbezirk vorlagen. Habermann war zunächst zuhause geblieben. Erst als das Ergebnis praktisch feststand, machte er sich auf den Weg ins Landratsamt. Ein geplantes Treffen mit den Parteifreunden bei einer Wahlparty fiel Corona zum Opfer.

Eine Wahlparty hatte auch die SPD abgesagt. Ihr Kandidat Thorsten Raschert war aber mit seiner Familie bei dem Wirt zum Abendessen, bei dem die SPD-Zusammenkunft hätte stattfinden sollen. „Der hat sich gefreut, dass wenigstens wir gekommen sind“, sagt Raschert. Später so gegen 19.15 Uhr, ging Raschert dann aber doch ins Landratsamt, um sich über die nach und nach eintreffenden Ergebnisse zu informieren.

Zuhause beim Sohn

Ohne die Bedrohung durch Corona wäre der FDP-Kandidat Karl Graf Stauffenberg ebenfalls auch ins Landratsamt gekommen, um dort auf das Ergebnis der Landratswahl zu warten. Doch das Virus hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Weniger aus Angst selber angesteckt zu werden, so Stauffenberg, vielmehr aus Sorge um seinen kleinen Sohn. Dem will er auf keinen Fall das Virus mit nach Hause bringen. Und deshalb war er nicht im Landratsamt, sondern betreute daheim seinen Sohn. Und wie bei den anderen Kandidaten gab es auch bei Stauffenberg keine Wahlparty.

Bei Yatin Shah gibt es eine Wahlparty. Allerdings fand die nicht wie geplant am Wahlsonntag statt. „Wir holen das später nach“, versprach er. Den Besuch im Sitzungssaal des Landratsamtes sagte er allerdings nicht ab, sondern er informierte sich vor Ort über das Ergebnis.

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