BAD KÖNIGSHOFEN

Laute Diskussion ums Gradierwerk

Da musste selbst der stellvertretende Bürgermeister Udo Jahrsdörfer etwas lautstark kontern, als im Bauausschuss das Thema „Gradierwerk“ regelrecht auseinandergepflückt wurde. Stadtrat André Knies wollte die Kosten und die Folgekosten wissen und Anton Fischer sprach, wie auch Helmut Zehner, die eventuelle Verteuerung des Projektes an. Schließlich werde es nun erheblich größer und das müsse doch zweifelsohne die Kosten in die Höhe treiben.
Nicht mehr im Eingangsbereich des Kurparks neben der Trink- und Wandelhalle, sondern gegenüber der Radlerscheune wird das neue Kleingradierwerk entstehen. Dem stimmte der Bauausschuss zu.

Udo Jahrsdörfer, der in Vertretung von Bürgermeister Thomas Helbling die Sitzung leitete, verstand dann wohl die Welt nicht mehr, denn es war sowohl im Verwaltungsrat der Kurbetriebs GmbH als auch im Stadtrat das Thema „Gradierwerk“ ausführlich besprochen worden.

Die Kosten hätten ebenso auf dem Tisch gelegen, wie klar gewesen sei, dass die Folgekosten von der Kurbetriebs GmbH getragen werden. Architekt Ress habe bei einer Besichtigung des neuen Standortes und der größeren Ausführung außerdem deutlich gemacht, dass sich die Kosten keinesfalls erhöhen.

Udo Jahrsdörfer hatte in der Sitzung des Bauausschusses zunächst den überarbeiteten Bauantrag „Bau eines Kleingradierwerkes“ vorgelegt und darauf verwiesen, dass in der zurückliegenden Sitzung des Stadtrates die Dacheindeckung bemängelt wurde, die nicht zur Trinkhalle passe. Nun wurde anstelle von Dachziegeln Titanzink eingeplant und außerdem ein neuer Standort gewählt. Das Kleingradierwerk soll nun an der Ecke gegenüber der Radlerscheune gebaut werden. Das habe den Hintergrund, dass der Gast von der Trinkhalle und dem Kurpark über das neue Kleingradierwerk zur Frankentherme geführt wird. Im Kurpark selbst müssen außerdem keine Bäume gefällt werden.

Stadtrat Helmut Zehner stellte beim neuen Bauantrag allerdings fest, dass das Kleingradierwerk zunächst mit einem Durchmesser von zwölf Metern geplant war, nun aber 13,7 Meter hat und etwa sechs Meter hoch sein wird. „Da können die ursprünglichen Kosten keinesfalls eingehalten werden“ sagte Zehner. Das monierte auch Stadtrat Anton Fischer. Auf die Frage von André Knies nach den Folgekosten sagte Udo Jahrsdörfer, dass dies „lang und breit diskutiert wurde“ und klar sei, dass diese die Kurbetriebs GmbH trägt. Auf die Antwort von André Knies „und wer zahlt die?“ meinte Jahrsdörfer, dass diese Frage falsch sei. Knies habe genügend Möglichkeiten gehabt sich bei der Sitzung des Kurverwaltungsrates zu informieren. Das Projekt jetzt nachzufragen, wo es entschieden werden soll, sei nicht korrekt.

Anton Fischer sprach die Kosten an und meinte, dass der Bau eigentlich in diesem Haushaltsjahr nicht durchgeführt werden könne. Dagegen sprächen natürlich die Zuschüsse, die es gibt. Zur Diskussion um das Für und Wider des Kleingradierwerkes meinte Fischer, dass es hier um eine bautechnische Abstimmung gehe. Bernhard Weigand fragte schließlich nach, wie hoch das Bauwerk wird und sprach die Höhe des Daches an. „Das ganze Bauwerk ist ja dann so hoch wie die Trinkhalle“, „und zu wuchtig“, fügte Helmut Zehner hinzu. Er könne gerne beim Architekten noch einmal nachfragen, sagte Udo Jahrsdörfer und verwies darauf, dass die Höhe egal sei, von wo aus das Wasser über das Reißig fließt. Keine höheren Kosten kommen auf die Stadt durch die Verlagerung des Standortes zu, betonte Jahrsdörfer.

Nach langatmiger Diskussion dann die Entscheidung: Gegen eine Stimme sprach sich das Gremium für den Bau des Kleingradierwerkes aus mit dem Hinweis, dass die Kosten trotz des größeren Durchmessers beibehalten werden. Außerdem soll der Architekt überprüfen, inwieweit die Dachneigung geändert werden kann. Wenn ja, soll sie geändert werden.

Kurze Diskussion dann um den zweiten Abstimmungsvorschlag: Zustimmung zum Bau des Kleingradierwerkes. Die entsprechenden Mittel werden im Haushalt bereitgestellt. Hier wandte Anton Fischer ein, dass es nicht korrekt sei dies in einem Tagesordnungspunkt abzuhandeln. Es hätten zwei getrennte sein müssen. Die Entscheidung hier: Vier von zwölf Bauausschussmitgliedern sprachen gegen den Bau des Kleingradierwerkes aus.

Das Kleingradierwerk im Kurpark von Bad Königshofen ist mit rund 200 000 Euro veranschlagt, wobei, nach Abzug der Zuschüsse die Stadtkasse lediglich mit knapp 40 000 Euro belastet wird. Das Kleingradierwerk entsteht in einem offenen, runden Pavillon in fränkischer Bauweise. Im Innern sind die Reisigbündel aufgeschichtet, über die das Wasser der Bad Königshofener Urbani-Heilquelle geleitet wird. Damit hat Bad Königshofen ein neues und besonderes Angebot vor allem für Asthmatiker und Pollenallergiker.

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