BAHRA

Leerstände auch in Bahra ein Thema

Leerstände wie die beiden Häuser in Bahra sind in allen Ortschaften im Landkreis eine Herausforderung. Doch was soll man mit solchen alten Bauten machen, auch wenn sie noch einen Rest des Charmes früherer Zeiten haben?
Leerstände wie die beiden Häuser in Bahra sind in allen Ortschaften im Landkreis eine Herausforderung. Doch was soll man mit solchen alten Bauten machen, auch wenn sie noch einen Rest des Charmes früherer Zeiten haben? Foto: Fred Rautenberg

Wenn Bürgermeister Eberhard Streit unter seinen Bürgern ist, ist er in seinem Element. Davon konnten sich die knapp vierzig Einwohner von Bahra bei der Bürgerversammlung am vergangenen Freitag überzeugen. Sie hatten sich im Schützenhaus des Dorfs versammelt, um von ihrem Ortssprecher Karl-Heinz Kirsch die neuesten Informationen über ihr Dorf als Ortsteil von Mellrichstadt zu erhalten. Streit gab dagegen einen Überblick über die gesamte Stadt.

Karl-Heinz Kirsch begann mit seinem Bericht über wichtige Entwicklungen in Bahra seit der letzten Bürgerversammlung im Juli 2015. Dazu zählte er die Bauarbeiten am Dorfplatz, den Container für die Jugend und die Bereitstellung von drei Bauplätzen.

Die Gesamtstadt hatte am 1. Oktober dieses Jahres 5672 Einwohner. informierte dann Bürgermeister Streit. Vor zehn Monaten waren es noch 5561. Den Zuwachs führte Streit vor allem auf die Asylsuchenden und Flüchtlinge zurück, die jetzt in der Stadt untergekommen sind. Aber er konstatierte auch ohne diese eine seit 2011 andauernde Stabilisierung der Einwohnerzahlen. Bahra ist mit 152 (im Vorjahr noch 158) Einwohnern die zweitkleinste Teilgemeinde von Gesamt-Mellrichstadt.

Den Hauptanteil macht hier die Gruppe der 41- bis 65-jährigen (40,8 Prozent), gefolgt von den 19- bis 40-jährigen (27,6 Prozent). Die 66- bis 80-jährigen sind mit 13,8 Prozent an der Bevölkerung von Bahra beteiligt. 11,8 Prozent sind zwischen 0 und 18 Jahren alt. Die Senioren über 80 stellen in Bahra noch einen Anteil von 5,9 Prozent. In der Kernstadt wie auch in der Gesamtstadt ist eine analoge Tendenz auszumachen. Zwei Anmeldungen stehen in Bahra sechs Abmeldungen im vergangenen Jahr gegenüber. Geburten und Sterbefälle halten sich die Waage (mit je 1).

Gut einhundert Flüchtlinge und Asylsuchende sind in der Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. Deren Betreuung laufe gut, dank der Helfer. Die Streutal-Allianz, zu der federführend Mellrichstadt gehöre, suche noch nach mehr Gemeinsamkeiten. Die Stadt sei insgesamt gut mit dem Anschluss an das schnelle Internet ausgestattet.

Themen, die vor allem die Kernstadt betreffen, sind zurzeit nach Streits Ausführungen der Ausbau des Parkplatzes in der Bauerngasse und die sog. „Aldi-E-Center-Kreuzung“. Diese soll in absehbarer Zeit in einen Kreisverkehr umgewandelt werden. Ausgebaut und von Gefahrenstellen entschärft wird auch die Besengaustraße St2292, sie erhält u. a. bei der Einmündung in die St2286 einen Kreisverkehr.

Die Unwettervorsorge werde vorangetrieben, so Streit weiter. Der Breitbandausbau wird noch nachgebessert. Mellrichstadt, Frickenhausen und Bahra sind noch einmal dabei, so dass die Bürger überall mit mindestens 30 MBit am schnellen Internet teilnehmen können. „Damit sind wir auf der Höhe der Zeit“, stellte Streit fest.

Zu den anderen Ortsteilen von Mellrichstadt informierte der Bürgermeister: In Mühlfeld wird das Schützenhaus ausgebaut, die Frickenhäuser haben in Eigenleistung den Bereich am Frickenhäuser See neu gestaltet, Sondheim/Grabfeld hat nun einen gepflasterten Platz vor der Halle am Berglein. Die Radl-Tour des Bayerischen Rundfunks sei vor allem auch durch den Einsatz der Ortsteile zu einem Erfolg geworden. Sein Dank, sagte Streit, gehöre dem Mellrichstädter 2. Bürgermeister und Organisationsleiter Thomas Dietz, aber auch den Ortssprechern und ihren Helfern.

Die Mellrichstädter Mittelschule werde den Namen von Udo Lindenberg erhalten, wenn es keine Anklage gegen den Künstler wegen unerlaubten Waffenbesitzes gebe. Das städtische Schwimmbad sei sicher, es werde als nächstes Großprojekt nach der Realschule ins Auge gefasst.

Bauhof stark belastet

Zu Mellrichstadts Waldbesitz sagte der Bürgermeister, dass es nach 2025 keine staatliche Beförsterung mehr geben wird. Der Umbau in den städtischen Wäldern sei voll im Gang. Die Leerstände in den Ortsteilen und der Kernstadt waren wieder einmal ein Thema. Es sei das Gebot der Stunde, dagegen zu halten und besonders junge Menschen zum Einzug in die Ortskerne zu bewegen. Doch müsse man auch Bauplätze im Grünen bereithalten. Die Flurbereinigung in Bahra sei sie gut verlaufen. Zu den Aufgaben und Leistungen des Bauhofs stellte Streit fest, dass er an der Grenze seiner Belastbarkeit angelangt sei. Sein Appell darum an alle: Selbst die Initiative ergreifen, nicht nur nach der Stadt rufen: „Im Miteinander können wir mehr erreichen.“

Ein wichtiges Teilthema ist natürlich bei jeder Bürgerversammlung die Finanzlage der Kommune. Die wichtigsten Zahlen: Mellrichstadts Verwaltungshaushalt für 2016 beläuft sich auf 13 307 400 Euro, der Vermögenshaushalt auf 8 051 800 Euro. Die Verschuldung liegt zurzeit bei 9,3 Millionen Euro. Trotz großer Investitionen habe Mellrichstadt Schulden verringern können, sagte das Stadtoberhaupt, und das sei auch weiterhin so geplant.

Ein von den Bürgern diskutiertes Thema war die Anhebung der Grundsteuer, die jetzt auch für Waldbesitz erhoben wird, und zwar mit fünf Euro pro Hektar. Streit rechtfertigte dies damit, dass das eingenommene Geld wieder an die Waldbesitzer zurückfließt, mit der Auflage, es für den Wegeausbau zu benutzen.

Dann hatten die Bürger das Wort. Eine Frage betraf die Brücken zu den Privathäusern über den Bach in Bahra. Wer ist für deren Erhalt zuständig? Nach Auskunft von Streit sind es die Anlieger, doch: „Wenn eine Brücke repariert werden muss, lässt die Stadt euch nicht allein.“

Ein weiterer Bürger schlug vor, am Ortseingang von Wülfershausen eine Geschwindigkeitsmessung vorzunehmen, weil viele Autofahrer hier zu schnell ins Dorf einfahren. Andere Bürger regten sich über einen ihrer Dorfgenossen auf, von dessen Grundstück Gestank ausgehe. Außerdem halte dieser sich nicht an die Bauvorschriften. Karl-Heinz Kirsch bot als Lösung an, diesem Mann einen anderen Platz für seine Tierarten zu bieten als den am Ortseingang von Mellrichstadt. Kirsch teilte zum Schluss noch mit, dass die Bürger für die Heizperiode Brennholz erwerben können. Seine Frage, ob auch in Bahra ein Baustellenfest organisiert werden solle, befürwortete eine Mehrheit.

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