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Leserforum: Von Wülfershausen zutiefst enttäuscht

Zum Thema Ortsumgehung Saal erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

Seit 30 Jahren wohnen wir in Saal und seit dieser Zeit haben wir auch herzlichen Kontakt zu Wülfershausen gehabt. Leider hat sich die Beziehung aufgrund der jüngsten Ereignisse dramatisch geändert.

Seit 1957, also seit 62 Jahren, befindet sich die Ortsumgehung Saal als Nordvariante im Flächennutzungsplan der Gemarkungen Saal und Wülfershausen. Mangels Interesse wurde sie aber nie verwirklicht. 2012 gründete sich die Bürgerinitiative Ortsumgehung Saal (BIOS) und am 25. November 2012 stimmte eine große Mehrheit in einem Bürgerentscheid mit 75 Prozent Wahlbeteiligung dafür, dass die Gemeinde Saal einen Antrag zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 stellen soll. Nach zahlreichen Aktionen der BIOS und massiven Demonstrationen wurde schließlich erreicht, dass die Umgehung vom Weiteren in den vordringlichen Bedarf eingestuft wurde. Am 18. Juli wurde die Vorzugstrasse von Herrn Schlegel, Staatliches Bauamt Schweinfurt vorgestellt, die nur unwesentlich von der 1957 geplanten Trasse abweicht.

Schon 2017 hatte es bei einer ersten Vorstellung in der Festhalle Saal massive Proteste von Wülfershäuser Bürgern gegen die Trassenführung gegeben, die darin gipfelten, dass man einen Tunnel forderte, weil es angeblich zu einer vermehrten Lärmbelästigung in Wülfershausen komme. Bei der jüngsten Vorstellung gab es wieder diese Proteste, jedoch noch massiver und Bürgermeister Seifert sowie mehrere Gemeinderäte von Wülfershausen kündigten an, dass sie die seit 62 Jahren bekannte Trasse ablehnen werden. Früher hatte es aber keinerlei Einwände gegeben, offenbar deshalb nicht, weil niemand glaubte, dass die Umgehung jemals verwirklicht wird, wie noch der damals amtierende Altbürgermeister Georg Böhm im Brustton der Überzeugung bei der Gründungsversammlung der BIOS den Anwesenden im voll besetzten Schützenhaus glauben machen wollte.

Herr Schlegel hat unmissverständlich bekannt gegeben, dass bei einer Ablehnung der Nordvariante durch den Wülfershäuser Gemeinderat die Planungen eingestellt werden, was bedeutet, dass die Umgehung niemals kommen wird. Will Wülfershausen wirklich riskieren, dass bei einer Ablehnung ein andauernder unüberwindbarer Bruch zwischen beiden Gemeinden entstehen wird, der auf unabsehbare Zeit bestehen bleibt, ja sogar zur Feindschaft werden kann? Wenn man sich die Trassenführung genauer anschaut, sieht jeder Laie, dass es lediglich am östlichen Ortsende von Wülfershausen zu einer Annäherung ans Wohngebiet kommt.

Die Grenzwerte für Lärm, so hat es Schlegel mehrmals eindrücklich betont, werden jedoch weit unterschritten, weshalb auch keine weiteren Lärmschutzmaßnahmen erforderlich sind. Außerdem ist das Staatliche Bauamt den Wünschen der Wülfershäuser schon entgegen gekommen und hat die Trasse auf einer Länge von 200 Metern um 40 Meter nach Süden verschoben. Das scheint aber den Wülfershäusern nicht auszureichen und sie fordern weitere Abänderungen, die aber aus Gründen, die von Herrn Schlegel ausführlich genannt wurden, nicht zu realisieren sind.

Man kann den Eindruck bekommen, dass die Wülfershauser überhaupt keine Umgehung wollen, weil sie selbst ja schon lange Zeit eine haben. Die Lärmbelastung wird sich bei einer vorwiegenden Westwindlage in Grenzen halten und sie steht in keinem Verhältnis zu der bisherigen Situation an der Hauptstraße in Saal. Sollte Wülfershausen bei seiner Blockadehaltung bleiben, ist die Umgehung gestorben. Wülfershausen kann dann triumphieren - die Gegner der Umgehung reiben sich aber jetzt schon die Hände.

Karl- Heinz Schmitt

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