IRMELSHAUSEN

Lesung: Die Liebesgeschichte des Martin Luther

Einblicke in die Liebesgeschichte des Reformators Martin Luther gab Yvonne Freifrau von Bibra (rechts) in der Kirche von Irmelshausen. Dort begrüßte sie Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf. Foto: Hanns Friedrich

Mit ihrer Lesung aus dem Roman „Kinder des Ungehorsams – Die Liebesgeschichte des Martin Luther und der Katharina von Bora“ zog Yvonne Freifrau von Bibra die Zuhörer in der Kirche von Irmelshausen in ihren Bann. Die Sprecherin des Bayerischen Rundfunks, verheiratet mit Hans Freiherr von Bibra, verstand es durch Gesten, Blicke, Pausen und vor allem durch ihre Stimme zu faszinieren.

Die Entrüstung dieser Katharina von Bora konnte man sich fast vorstellen, wie sie wohl zu Hause mit ihrem Mann wetterte, ihm Vorwürfe machte, dass er ausgerechnet im kalten Februar im Jahr 1546 hatte sterben müssen – aus purem Leichtsinn. Der Winter damals muss bitterkalt gewesen sein, als Luther sich bei Gewitter, Sturm und Regen auf den Weg nach Eisleben gemacht hatte und dabei vermutlich an Herzversagen starb. Der Leichenzug nach Wittenberg war vier Tage lang unterwegs.

Wer taut mich auf?

Die Geschichte führte die Zuhörer in die Wohnstube Luthers, wo seine Frau mit ihrem toten Martin haderte, wie sie ihm vorwarf, dass er unvorsichtig gewesen war, und, dass der Himmel wieder einmal anstelle des kranken Herzens Vorrang hatte.

„Wer weint jetzt mit mir, wer taut mich auf, wenn es kalt ist, wer kuschelt mit mir?“

In ihrer Lesung führte Yvonne Freifrau von Bibra ihre Zuhörer zunächst zurück in die Zeit, als Martin Luther, damals 40 Jahre alt, sich verheiratete. Katharina von Bora war eine aus einem Kloster entflohene Nonne und suchte mit anderen Nonnen Schutz im Hause Cranachs des Älteren in Wittenberg. Dort hielt sich auch Martin Luther auf. Eigentlich wollte sie in Nürnberg Hieronymus Baumgärtner heiraten, was dessen Eltern aber verhinderten.

Die wollten nichts von einer entlaufenen Nonne wissen. „Nonnen könnten nur beten und singen, verstehen aber nichts von der Hausarbeit,“ war ihr Argument.

So wandte sich Katharina von Bora an Martin Luther, der gute Beziehungen zu den Baumgärtners hatte. Luther selbst hatte ein Auge auf Ave von Schönfeld geworfen. Katharina schlug ihm nun vor: Wenn er sich für sie bei der Familie Baumgärtner einsetzen würde, täte sie das gleiche bei Ave von Schönfeld, die früher auch Nonne war. Darauf ließ sich Luther ein.

Doch der Vermittlungsversuch scheiterte. Nach einigen Wirrungen sagte Katharina eines Tages dem Pfarrer von Glatt aus Orlamünde, der um ihre Hand anhalten wollte, dass sie Luther heiraten möchte. Am 27. Juni 1525 fand die Hochzeit Luthers mit Katharina von Bora statt. Es war wohl keine Liebesheirat, trotzdem entwickelte sich im Laufe der Jahre eine echte, große Liebe, wie die Zuhörer von Yvonne Freifrau von Bibra erfuhren. „Aus einer Gewöhnung ist eine große, ja eine starke Liebe entstanden,“ verriet Katharina von Bora im Zwiegespräch mit ihrem toten Mann. Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf hatte eingangs Yvonne Freifrau von Bibra mit ihrem Mann Hans von Bibra begrüßt. „Sie sind die Schirmherrn unserer Kirchturmrenovierung und dafür danke ich ganz herzlich.“ Musikalisch mitgestaltet wurde die Lesung von Claudia Göbel an der Orgel und ihrer Tochter Alina. Der Erlös war für die Sanierung des Irmelshäuser Kirchturms.

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