MELLRICHSTADT

Lisi erweitert Werk in Mellrichstadt

Staubig, aber schön: Elf Offizielle aus Frankreich und Deutschland warfen zum Auftakt des Baus der Lisi-Logistikhalle mit Erde. Im Bild (von links) Patrick Weisse (Direktor Finanzen bei Lisi), Yves Dreyer (Direktor Industries Lisi Group), Geschäftsführer François Loitard, Werkleiter Roger Schweigert, Laurent Sanchez (Direktor Businessgruppen), Lisi-Gesellschafter Jean-Pierre Kohler, Personaldirektor Alexis Polin, Vincent Quineaux (Direktor Industrie Lisi Automotive), Sales Director Jonathan Pennington, Gesellschafter Gille Kohler und Jörg Geier vom Landratsamt Rhön-Grabfeld. Foto: Steffen Standke

Werkleiter Roger Schweigert hatte gerade angefangen zu reden, da fuhr ihm ein Dröhnen ins Wort. Ein Bagger schob Erde vor sich her. Auf dem Gelände von Lisi Automotive KKP in Mellrichstadt entsteht ein neues Logistikzentrum. Und es wurde gerade begonnen. Dem Fahrer wurde bedeutet, innezuhalten. Schließlich musste erst der symbolische Spatenstich erfolgen.

Einmal im Jahr lässt sich die Konzernspitze der französischen Lisi-Gruppe um Geschäftsführer François Liotard in ihrem Mellrichstädter Werk blicken. Diesmal erschien sie zu einem äußerst freudigen Anlass – dem Spatenstich für ein Zwei-Millionen-Euro-Projekt.

Die Logistikhalle wird zum einen Platz für die Lisi-Produkte schaffen; 2200 Quadratmeter stehen am Ende zur Verfügung. Sie soll aber auch die Bedingungen für die insgesamt 260 Mitarbeiter verbessern. Denn, wie Schweigert sagte, waren die „immer wieder der Witterung ausgesetzt“. Auch der Arbeitsschutz werde sich verbessern, versprach er.

Wenn alles klappt, geht das Logistikzentrum Ende des Jahres in Betrieb. Im ersten Bauabschnitt werden die Fundamente und die Bodenplatte der Halle gegossen. Und ein Becken für 1000 Kubikmeter Wasser wird geschaffen. Es dient als Quelle für die künftige Sprinkleranlage, soll aber auch Energiespeicher sein. Im Sommer wird die Abwärme der Maschinen dorthingeleitet und gespeichert, im Winter wird die Energie zum Beheizen der Werkhallen verwendet, so der Plan.

Ein System, in das der Mutterkonzern Lisi Group etwa 155 000 Euro investiert. Der Rest der zwei Millionen Euro fließen in die Halle selbst, die Hochregale, ein induktionsgeführtes Staplersystem.

Insgesamt investiert der Konzern laut Schweigert in Mellrichstadt dieses Jahr sogar vier Millionen Euro. Denn für weitere zwei Millionen Euro schaffte die Geschäftsführung Maschinen an. Auch nächstes Jahr soll da kräftig eingekauft werden.

Die Investitionen, die neue Halle, der Besuch der Konzernführung – sie zeigen eines: Die Lisi Group setzt auf ihren Standort Mellrichstadt.

Roger Schweigert dazu: „Lisi ist auf Wachstumskurs. Wir können exzellente Ergebnisse vorweisen.“ Die Auftragslage für die nächsten Jahre sei gut. Es werde also in Mellrichstadt weitergehen.

Jörg Geier als Vertreter des Landkreises Rhön-Grabfeld und Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung vor Ort freut sich: „Es ist eine gute Botschaft für die Wirtschaft unseres Landkreises, wenn ein multinationales Unternehmen hier investiert.“ Das trage dazu bei, dass die Wirtschaftsstruktur der Region „am Puls der Zeit bleibt“.

Lisi Automotive KKP in Mellrichstadt gehört zur Lisi Group mit Stammsitz im französischen Delle/Bourgogne. Der Konzern deckt drei Sparten ab: Luft- und Raumfahrttechnik, Medizintechnik und Zulieferung von Bauteilen für die Autoindustrie. Bei Lisi in Mellrichstadt werden Komponenten für Daimler, VW, BMW, PSA (unter anderem Peugeot) und Nissan-Renault hergestellt. Das Werk produziert auch für sogenannte Tier-1-Firmen. Das sind Systemlieferanten, die der Autoindustrie aus einzelnen Komponenten zusammengesetzte größere Module bereitstellen.

Der Betrieb in der Rhön wurde 1974 als Hölzer & Wulf in Unsleben gegründet. Drei Jahre später zog sie nach Mellrichstadt um. Seit dem Jahr 2000 gehört das Werk zur Lisi Group mit 9000 Mitarbeitern.

Die Offiziellen haben Helme und Spaten wieder abgegeben. Der Bagger dröhnt. Es gibt viel zu tun, bis das Logistikzentrum fertig ist.

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