Althausen

Löschwasser für den Spahngraben "reicht gerade so"

Eine Großübung am Windrad in Althausen mit fünf Wehren aus dem Umfeld hatte vor allem das Ziel genügend Wasser zum "Brandort" zu bringen. Die Wehr aus Untereßfeld hatte am Einsatzort die Aufgabe als erste Löschwasser zu liefern. Foto: Hanns Friedrich

Was wäre, wenn es am Spahngraben, einer Anhöhe im Bad Königshofener Stadtteil Althausen, brennen würde. Reicht da der notwendige Leitungsdruck der Hydranten für das Löschwasser der Feuerwehr aus?  Eine Frage, die sich die Feuerwehrführung schon seit einiger Zeit stellt. Kreisbrandmeister Christoph Wohlfart wollte es nun genau wissen. Er plante eine, übrigens vollkommen geheime, Übung mit fünf Wehren aus der Umgebung. Ziel: Ausreichend Löschwasser aus insgesamt sechs Strahlrohren in den Bereich "Windrad" bringen.

 Kurz nach 18.30 Uhr kam der Alarm durch die Integrierte Leitstelle Schweinfurt: "Brand eines Elektroraumes am Windrad in Althausen am Spahngraben". Personen werden vermisst." Die Feuerwehrpiepser schlugen an und in den Ortschaften heulten die Sirenen. Nach und nach meldeten sich die Wehren zum Einsatz.

Wehren mussten eine Schlauchverbindung von einem halben Kilometer legen 

Die Feuerwehr aus Aub war als erste am Einsatzort, wo sie die Informationen von Kreisbrandmeister Christoph Wohlfart bekam, eine Leitung zum "Brandort" mit den weiteren Wehren aufzubauen. Etwa einen halben Kilometer lang werde sie wohl sein. "Das wird eine ganze Zeit dauern," meinte Kreisbrandrat Stefan Schmöger, der ebenfalls vor Ort war. Die Leitung wurde von der Ortschaft quer über einen Ackerbereich zum Windrad gelegt. Zusammen waren das dann vier B- und zwei C-Schlauchleitungen. 

Personen wurden im Elektrobereich unter dem Windrad vermisst. Die Wehrleute aus Unteressfeld gingen mit Atemschutz in den Raum. Foto: Hanns Friedrich

Als nächstes traf die Feuerwehr aus Unteressfeld ein, die einen 800 Liter Tank mit dabei hatte, so dass vor Ort die erste Brandbekämpfung erfolgen konnte. Nach und nach kamen noch die Wehren aus Althausen, Gabolshausen und Merkershausen dazu. Als Beobachter hatten sich neben Kreisbrandrat Stefan Schmöger noch Kreisbrandinspektor Michael Weber, Kreisbrandmeister André Knies und der zuständige Wasserwart Michael Müller am Übungsobjekt eingefunden. Die Ausarbeitung der Übung lag in den Händen von Kreisbrandmeister Christoph Wohlfart. Insgesamt waren 50 Wehrleute im Einsatz.

Nach rund 40 Minuten stand bei der Übung das notwendige Wasser aus dem Hydrantennetz in der Dorfmitte zur Verfügung. Das Löschwasser aus dem Hydranten im Bereich des Spahngrabens allerdings war zum Löschen kaum noch zu gebrauchen. Foto: Hanns Friedrich

Die Feuerwehr aus Unteressfeld nahm sich den Raum unterhalb des Windrades vor. Dort sollte gemäß der Aufgabenstellung nach vermissten Personen gesucht werden. Als sie die Türe öffneten, schlug ihnen dichter Rauch entgegen. Also: Türe wieder schließen, Atemschutzmasken anschließen und dann erst den Raum betreten. Zwei Personen wurden gefunden und aus dem Gefahrenbereich gebracht. Schon zuvor hatten Wehrleute mit den anderen Wehren  eine Verbindung zwischen der Pumpe des Unteressfelder Fahrzeugs und einem Hydranten im Bereich des Spahngrabens hergestellt, so dass für den Anfang Löschwasser vorhanden war.

An der Tragkraftspritze ließ sich Kreisbrandrat Stefan Schmöger immer wieder die Wasserfördermenge erläutern. Foto: Hanns Friedrich

Kreisbrandrat Stefan Schmöger ließ sich bei der Übung deshalb immer wieder am Untereßfelder Feuerwehrfahrzeug den Wasserdruck anzeigen und Michael Müller vom Wasserzweckverband hatte per Handy die Möglichkeit auf den Druckabfall im Wasserwerk zu reagieren. Eine Übung, die letztendlich der Sicherheit der Bevölkerung von Althausen diente, gleichzeitig aber auch aufzeigte, dass es doch bis zu 40 Minuten von der Alarmierung bis zum Aufbau der 600 Meter Leitung dauerte, bis zusätzlich Wasser zum "Brandort" gebracht wurde.

Nach Ende der Übung zog die Feuerwehrführung Bilanz. Ziel der Übung war es, zu sehen ob im Ernstfall das zur Verfügung stehende Wasser der Hydranten zum Löschen ausreichen wird, erklärte Wohlfart. Und Kreisbrandrat Stefan Schmöger meinte: "Na ja es hat gerade so ausgereicht, ist aber so nicht die tragbar." Deshalb werden  in nächster Zeit Gespräche mit der Stadt und dem Wasserzweckverband geführt, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

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