Mellrichstadt

Lösungen fürs Sorgenkind Sportbad gesucht

Schöne Anlage mit veralteter Technik: Das Hallen-Freibad Mellrichstadt, 1975 in Betrieb genommen, ist in die Jahre gekommen. Die Sanierung ist mit rund zehn Millionen Euro veranschlagt.
Schöne Anlage mit veralteter Technik: Das Hallen-Freibad Mellrichstadt, 1975 in Betrieb genommen, ist in die Jahre gekommen. Die Sanierung ist mit rund zehn Millionen Euro veranschlagt. Foto: Georg Stock

Mal über den Tellerrand schauen, den Blick hinaus wagen, neue Perspektiven und Erkenntnisse gewinnen: Genau das haben die Freien Wähler Mellrichstadt im Sinn, wenn sie auf der Suche nach Lösungen für das Sorgenkind Hallen-Freibad sind. Seit Jahren schon liegt ihnen der Erhalt des Bads am Herzen, und die jährlichen Aktionstage zur Verschönerung sind, symbolisch gesprochen, ein öffentliches Treuebekenntnis.

Über den Tellerrand hinaus schaute nun eine achtköpfige Delegation der Freien Wähler mit dem Vorstands-Duo Sabine Scharfenberger und Nicole Seemann an der Spitze bei ihrer Visite in der Stadt Marktredwitz. Dort hat heuer die Sanierung und Modernisierung des Hallenbads begonnen. Die Kontakte zu den kompetenten und relevanten Geprächspartnern, darunter zweiter Bürgermeister Horst Geißel (Freie Wähler) und Versorgungstechniker Stefan Kreutzer, hatte Thomas Dietz vermittelt. Für den Gedankenaustausch mit ihnen hatte sich auch Michael Kraus, der als Bürgermeister-Kandidat der Freien Wähler ins Rennen geht, Zeit genommen.

Schließlich haben die Hallenbäder in Marktredwitz und Mellrichstadt eines gemeinsam: Erbaut in den 1970er Jahren, waren und sind sowohl Bausubstanz wie auch die technischen Anlagen unübersehbar in die Jahre gekommen.

Fördertopf aufgetan

Zur Situation des Hallenbads Marktredwitz: Bereits in den 1990er Jahren teilsaniert, liefen die Vorplanungen seit 2015, um festzustellen, was alles erneuert werden muss. Zunächst galt die Maßgabe, das Bad auf ein Rohbauniveau zurückzubauen – sozusagen als ersten Schritt. Das ist aber längst nicht  genug nach dem heutigen Stand der Technik, die angefangen von den modernen technischen Anlagen für Wasser- und Luftaufbereitung über neue Toilettenanlagen bis hin zu einem neuen Becken aus Edelstahl reichen.

Die Finanzierung des Projekts, so erfuhren die Gäste aus dem Streutal, steht auf solidem Fundament. Insgesamt wird die Generalsanierung 6,4 Millionen Euro kosten, davon sind 5,4 Millionen mit einem Satz von 90 Prozent auf den Schulsportanteil förderfähig. Folglich muss die Stadt aus ihrem Säckel rund 2,5 Millionen beisteuern. Nach der Sanierung hoffen die Stadtoberen darauf, dass die jährlichen Unterhaltskosten dann deutlich niedriger als bisher liegen.

Das Hallenbad Marktredwitz, das 2020 wieder öffnet, wird von zehn verschiedenen Schulen für den Schwimmunterricht genutzt. Dazu kommen zahlreiche Vereine, von der Wasserwacht, dem Schwimmverein bis zur DLRG, die regelmäßig dort im Becken trainieren.

Das Hallenbad Mellrichstadt mit seinem 25-Meter-Becken wird gern für sportliche Veranstaltungen (Bild vom 24-Stunden-Schwimmen) genutzt. Für die Wasserwacht ist das Bad Trainings- und Wettkampfstätte.
Das Hallenbad Mellrichstadt mit seinem 25-Meter-Becken wird gern für sportliche Veranstaltungen (Bild vom 24-Stunden-Schwimmen) genutzt. Für die Wasserwacht ist das Bad Trainings- und Wettkampfstätte. Foto: Peter Federlein

Sanierung kommt teuer

Zur Situation des Sportbads in Mellrichstadt vorweg: Eine großangelegte Sanierung ist keine Frage auf lange Sicht, sondern der nächsten Jahre. Die Alternative wäre die Schließung, die aber niemand will. Mellrichstadt hat 1975 als Garnisonsstadt ein für die damaligen Verhältnisse großzügiges Hallen-Freibad in Betrieb genommen. Ergänzt in den Folgejahren durch ein in der Region einmaliges Wellenbad. Nun hat der Zahn der Zeit kräftig an der Anlage genagt, die baulichen Defizite und die überholte Technik, die viel Improvisationsgeschick von Betriebsleiter Wolfgang Fritz fordert, sind von Jahr zu Jahr schwerer auszugleichen. Aber: Kosten von mehr als zehn Millionen Euro bei einem Eigenanteil von 70 Prozent (nach jetzigem Stand) kann die Stadt Mellrichstadt nicht schultern.

Noch ist die Förderung, besser Förderhöhe, die große Unbekannte. Fakt ist, dass das Hallenbad Mellrichstadt das einzige Sportbad im Landkreis Rhön-Grabfeld ist, das als Trainings- und Wettkampfstätte für regionale wie überregionale Schwimmerfolge sorgt. Erst jüngst haben die Schwimmer der Wülfershäuser Wasserwacht-Ortsgruppe zeigen können, wie gut sie sind und sich für den Landeswettbewerb in Dachau qualifiziert. Und es ist ein Bad, in dem noch Schulsport betrieben werden kann.

Einsatz fürs Schwimmbad

Das soll so bleiben. Aus gutem Grund haben sich die Freien Wähler den Erhalt des Hallen-Freibads auf ihre Fahnen geschrieben: Das Bad bietet der Bevölkerung in jedem Alter eine Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen und damit Gesundheitsvorsorge zu betreiben. In Marktredwitz wurden Lösungen für den Erhalt des Bads gefunden. Das wünschen sich die Freien Wähler auch für Mellrichstadt. Vielleicht findet sich ein Weg nach oberfränkischem Vorbild.

Für alle, denen die schöne Sportbad-Anlage in Mellrichstadt am Herzen liegt, ein Termin zum Vormerken:  Am Freitag, 9. August, werden die Freien Wähler ein "Schwimmese" im Freibad ausrichten – mit allem, was zu einem der beliebten "Hockese"-Treffen dazugehört. Beginn ist um 18 Uhr.

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