Hendungen

Matthias Seifert ist gegen passives Abwarten beim Thema Wasserversorgung

Matthias Seifert möchte, dass sich Jung und Alt in Hendungen wohl fühlen. Foto: Eckhard Heise

Matthias Seifert tritt für "Zukunft der Gemeinde Hendungen" als einer von zwei Bürgermeisterkandidaten in Hendungen an. Diese Zeitung stellte ihm folgende Fragen: 

An Hendungen mag ich besonders …
den ländlich geprägten Charakter, die gute Erreichbarkeit und dass (fast) jeder jeden kennt.
Die Einwohnerzahl in Hendungen sinkt. Was wollen Sie dagegen tun?

Eine leicht sinkende Einwohnerzahl ist noch kein Grund, in Panik auszubrechen. Entscheidender als der reine Bevölkerungsrückgang ist der drohende Leerstand in der Gemeinde, gegen den kürzlich immerhin eine erste zaghafte Aktion angelaufen ist. Wichtiger ist aus meiner Sicht aber, dass die Einwohner sich hier wohl fühlen. Denn dass Jugendliche und junge Erwachsene berufsbedingt wegziehen, lässt sich nicht vermeiden. Aber später sollen sie möglichst wieder zurückkehren. Zudem würde sich die Zufriedenheit der bereits vorhandenen Bewohner auch auf die Attraktivität des Ortes für andere Leute auswirken. Hierfür ist aber deutlich mehr Eigeninitiative der Gemeinde notwendig als bisher.

An Hendungen missfällt mir …
dass die Infrastruktur der Gemeinde seit Jahren auf Verschleiß gefahren wird.
Die Wasserproblematik von Rappershausen: Welchen Stellenwert besitzt das Thema für Sie?

Es ist gegenwärtig das dringendste Problem in der Gemeinde, da der Liefervertrag aus den Brunnen des Wasserzweckverbands Gruppe Nord (WZV Nord) bereits Ende 2019 auslief. Gespräche, die ein Gemeinderatskollege und ich ab Frühjahr 2019 mit einem Verbandsrat des WZV Nord führten, hatten zur Folge, dass man sich dort mit einer Wasserversorgung aus Thüringen beschäftigte, woraus sich zum Glück die Option ergab, dass Rappershausen in Zukunft doch über das Netz des WZV Nord versorgt wird. Aber diese Lösung ist noch längst nicht in trockenen Tüchern. Was es kostet und wann die neue Versorgung steht, weiß aktuell niemand. Zwar gibt es laut unserem Bürgermeister eine mündliche Zusage, dass Rappershausen bei einem Ausfall der Brunnen direkt vom WZV Nord versorgt würde. Deren Wert erscheint mir aber unklar, falls beim WZV Nord akuter Wassermangel bestehen sollte. Statt passiv die Entwicklung abzuwarten, müssen weiterhin Alternativen geprüft werden.

Mein Lieblingsplatz hier ist …
ein Obstbaum in der Flurabteilung „Auf dem Wingert“ mit Blick auf das Dorf und die Rhön.
Ist das Schullandheim in Rappershausen für Sie eine Drauflege-Einrichtung oder ein wichtiger Standortfaktor?

Sowohl als auch. Unstrittig wird beim Schullandheim etwa seit der Jahrtausendwende „draufgelegt“, insbesondere wenn man tatsächlich alle Kosten berücksichtigt, die für die Gemeinde durch das Schullandheim entstehen. Der buchhalterische Überschuss der vergangenen beiden Jahre ergab sich zudem, weil bereits geplante Maßnahmen noch nicht durchgeführt wurden. Überschaubare Verluste halte ich aber für kein gravierendes Problem, da diese Einrichtung natürlich auch Vorteile für die Gemeinde mit sich bringt. Dennoch ist es erstrebenswert, dass das Schullandheim mittelfristig wieder sowohl den laufenden Betrieb als auch die anfallenden Investitionen selbst erwirtschaftet. Dies setzt meiner Überzeugung nach ein nachhaltiges Konzept voraus, das es endlich zu entwickeln gilt. Ich würde dabei auf eine Stärkung der Eigeninitiative setzen, also der Leitung des Schullandheims mehr Freiheiten, aber gleichzeitig auch mehr Verantwortung übertragen.

Wenn ich als Bürgermeister 10 Millionen Euro frei zur Verfügung hätte, würde ich …
weiterhin ein Dorfentwicklungskonzept erstellen – das dann natürlich zügiger umgesetzt werden könnte.
Die Fichte stirbt. Muss sich etwas an der Waldbewirtschaftung von Hendungen ändern?

Ja, an der Waldbewirtschaftung von Hendungen muss sich etwas ändern. Aber die sterbende Fichte ist dafür nicht der entscheidende Grund. Bekanntlich war die Fichte ursprünglich in unserer Gegend nicht heimisch und wurde erst während der „Kleinen Eiszeit“ eingeführt. Inzwischen hat sich unser Klima wieder zu höheren Temperaturen entwickelt. Zudem kam es in den vergangenen Jahren nur zu geringen Niederschlägen. An beidem kann die Gemeinde nicht viel ändern. Die Bewirtschaftung des Waldes muss dennoch umorganisiert werden, da insbesondere die vergangenen Jahre gezeigt haben, dass die anfallenden Arbeiten mit dem bisherigen Konzept nicht zuverlässig erfüllt werden können. Denn aktuell sind wir weitestgehend von externen Arbeitskräften und somit von deren Auftragslage abhängig.

Zu den Zukunftsvisionen für Hendungen zähle ich …
die Stimulation als Wohnort für Alt und Jung mit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Steckbrief
Name: Matthias Seifert
Geburtsdatum: 1967
Geburtsort: Mellrichstadt
Wohnort: Hendungen
Parteizugehörigkeit: parteilos
Ausbildung/Beruflicher Werdegang: Ausbildung zum Elektroanlageninstallateur, seit Jahren selbständiger IT-Dienstleister
Familienstand/Kinder: verheiratet, zwei erwachsene Söhne
Ehrenämter: Gemeinderat, stellvertretender Vorsitzender des Vereins zum Schutz der Umwelt und des Kulturerbes in Rhön-Grabfeld, Berater des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern
Hobbys/Interessen: Genealogie, technische und rechtliche Fragen der Energiewende
Lieblingsverein: AMC Bad Königshofen
Ihr Vorbild: allgemein keines, als Bürgermeister: Gebhard Hartung

Rückblick

  1. Kommentar: "Fingerspitzengefühl" als Zauberwort
  2. Fabian Köth verzichtet auf Stadtratsmandat in Bad Königshofen
  3. Doch zwei Vertreter der Liste Rothausen im Höchheimer Rat
  4. CSU verliert absolute Mehrheit im Kreistag
  5. Sandberg: Sonja Reubelt im Amt bestätigt
  6. Schönau: Erste Bürgermeisterin in der Geschichte der Gemeinde
  7. Menninger: "Nicht gerade überzeugendes Ergebnis"
  8. Ergebnisse aus Oberelsbach
  9. Saal hat mit Conny Dahinten erstmals eine Bürgermeisterin
  10. Nur ein Kandidat: Nicht immer sind es mehr als 90 Prozent
  11. Kommunalwahl 2020: Warum alles anders war als sonst
  12. Die lange Wahlnacht von Mellrichstadt
  13. Feiern nach der Kommunalwahl Feiern trotz Coronavirus
  14. Bad Königshofen: „Team 2020“ mit drei Abgeordneten im Stadtrat
  15. Rhön-Grabfeld: Habermanns Herausforderer letztlich chancenlos
  16. Verwirrung um Zusammensetzung des Bad Neustädter Stadtrats
  17. Wülfershausen: Wolfgang Seifert bleibt im Amt
  18. Für Gerd Jäger war es doch eine Zitterpartie
  19. Umschwung im Oberelsbacher Gemeinderat
  20. CSU mit sieben Stadträten im Bischofsheimer Stadtrat
  21. Hendungen: Florian Liening-Ewert klar wiedergewählt
  22. Willmars: Für alle Gemeindeteile arbeiten
  23. Kommentar: Keine Überraschung
  24. Landratswahl: Die Siegesfeier fiel Corona zum Opfer
  25. Kommentar: Fairer Wahlkampf mit überraschendem Ergebnis
  26. Kommentar: Im Stil des guten Miteinanders weitermachen
  27. Michael Kraus ist Wahlsieger in Mellrichstadt
  28. Michael Werner triumphiert bei Bürgermeisterwahl
  29. Kommentar: Klarer Auftrag für klaren Wahlsieger
  30. Wahl: Michael Schnupp setzt sich überraschend in Fladungen durch
  31. Rhön-Grabfeld: Straub siegt hauchdünn, Anja Seufert abgewählt
  32. Kommentar: Im Corona-Schatten
  33. Thomas Helbling (CSU) verteidigt Chefsessel in Bad Königshofen
  34. Michael Werner zum Bad Neustädter Bürgermeister gewählt
  35. Liveticker: So laufen die Kommunalwahlen in Rhön-Grabfeld
  36. Live-Ticker zur Kommunalwahl in Rhön-Grabfeld
  37. Corona: Keine zentrale Wahlparty am Sonntagabend in Mellrichstadt
  38. Coronavirus: Parteien sagen Wahlkampfauftritte am Marktplatz ab
  39. Wahlplakat in Burglauer: Geister der vergangenen Wahl
  40. Wahl im Altlandkreis Mellrichstadt: 396 Kandidaten füllen 28 Listen
  41. Einladung zur NEO-Ortsteilwanderung
  42. Landkreis: Vor sechs Jahren gab es nur zwei Landratskandidaten
  43. Es steht an allen Häusern geschrieben
  44. Briefwahl in Bad Neustadt so beliebt wie noch nie
  45. Bund Naturschutz: Bei Kommunalwahl geht es um Klimaschutz
  46. Ewald Johannes will Zusammenarbeit mit den Bürgern suchen
  47. Wahlforum: Der Landkreis muss sich selbstbewusst vermarkten
  48. Bürgermeisterwahl: Helblings „Heimspiel“ in Untereßfeld
  49. Landratskandidaten präsentierten sich beim Wahlforum
  50. So war die Podiumsdiskussion der Rhön-Grabfelder Landratskandidaten

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Hendungen
  • Arbeitnehmer
  • Artenschutz
  • Brunnen
  • Kommunalwahl 2020 im Landkreis Rhön-Grabfeld
  • Niederschlag
  • Probleme und Krisen
  • Rappershausen
  • Umweltschutz
  • Verschleiß
  • Wasserknappheit
  • Wirtschaftsbranche Wassergewinnung und Wasserversorgung
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!