Bad Königshofen

Mehrgenerationenhaus: Keine Angst vor einer Schließung

Das Mehrgenerationenhaus St. Michael in Bad Königshofen. 1964 wurde es als Priesterseminar und Zweigstelle des Kilianeums Würzburg gebaut. Heute ist es ein Familienbildungs- und Mehrgenerationenhaus. Foto: Hanns Friedrich

Vor wenigen Tagen hat die Diözese Würzburg ein Moratorium in Kraft gesetzt, das für die kommenden drei Jahren alle Baumaßnahmen stoppt. Davon betroffen ist auch das Familienbildungs- und Mehrgenerationenhaus St. Michael in Bad Königshofen mit seinen 100 Betten. Für Anne Hüttner, seit 2013 Geschäftsführerin der Einrichtung, bedeutet dies, dass sie notwendige Investitionsmaßnahmen zur Modernisierung nicht umsetzen kann. Es bedeutet aber nicht, dass die Diözese beabsichtigt, das Haus in Bad Königshofen zu schließen. Solche Gerüchte gab es in den vergangenen Jahren zwar immer wieder einmal. "Aber da ist nichts dran", betont Anne Hüttner. Wenn man die Belegungs- und Übernachtungszahlen sieht, wäre das auch unverständlich. Hüttner ist es gelungen, in den letzten sechs Jahren die Belegungszahlen fast zu verdoppeln und man wird wohl Ende diesen Jahres die 10.000-Marke knacken.

Die 10.000-Marke knacken

Ein Blick in die Buchungsliste zeigt, dass dies durchaus keine Utopie ist. Bereits im vergangenen Jahr war man nahe dran, dann aber gab es kurzfristige Absagen. "Noch bin ich verhalten optimistisch, ich würde mich aber wahnsinnig freuen, wenn wir diese magische Übernachtungszahl erreichen oder gar überschreiten", so Hüttner. Im ersten Halbjahr notierte die Geschäftsführerin 5600 Übernachtungen, bis Ende des Jahres sind weitere 5500 eingetragen. Das wären dann 11.100. Zum Vergleich: Im Jahr 2014, ihrer ersten Jahresbilanz, waren es 5.600 Übernachtungen, die sich dann kontinuierlich steigerten. Es war auch das Ziel der Geschäftsführerin, das Haus attraktiver und bekannter zu machen und als "Einrichtung für Jedermann" zu öffnen.

Gerne angenommen wird die Turnhalle im Mehrgenerationenhaus mit den entsprechenden Nebenräumen. Damit sind bei jeder Witterung und zu jeder Jahreszeit entsprechende Angebote wie Spiel- oder Bastelnachmittag und Entspannungsübungen möglich. Foto: Hanns Friedrich

Letztendlich sei auch die "Mund-zu-Mund-Propaganda", die neue Gästegruppen in das Haus St. Michael bringt. Anne Hüttner verweist auf das Kammerorchester aus Kitzingen, das sich bereits für diesen Monat zum dritten Mal in Folge angemeldet hat und einem Chor aus Kitzingen die Bad Königshofener Einrichtung ebenfalls schmackhaft machte. Wieder gekommen war auch Pater Felix mit den Ministrantengruppen zum Augustinertreffen, die das Haus über Pfingsten belegte. Es gab 25 religiös geprägte Familienwochenenden der Diözese Würzburg und die Kirchliche Jugendarbeit der Diözese Würzburg hat mit zehn Gruppen das Familienbildungshaus belegt.

Überwiegend kirchliche Gruppen

Das Haus St. Michael wird überwiegend von kirchlichen Gruppen für Bildungsarbeit genutzt. Es gibt aber auch kleine Besonderheiten wie eine Torwartschulung, die ein Münchner Verein für ein Wochenende gebucht hat. Auch über Silvester ist das Haus St. Michael ausgebucht. Außerdem ist das Polizeipräsidium Unterfranken mit einer Teamfortbildung in Bad Königshofen zu Gast. Anne Hüttner verweist auf die verschiedenen Veranstaltungen und Angebote des Pastoralen Zentrums Haus St. Michael. Diese wurden in diesem Jahr bereits von über 1200 Teilnehmern nachgefragt. Hier ist Regina Werner als Pastoralreferentin und Familienseelsorgerin des Dekanates Bad Neustadt verantwortlich. Dazu zählte zum dritten Mal die Kommunion- und Firmvorbereitung für den gesamten Altlandkreis Königshofen.

Öffnung für Radfahrer und Wanderer

Ein durchschlagender Erfolg für das Haus ist das Angebot, für Radler, Wanderer oder Wallfahrer eigene Räumlichkeiten zur Verfügung zu haben, unabhängig vom Betrieb des Familienbildungs- und Mehrgenerationenhauses St. Michael. Im Nordtrakt können Vereine, Verbände, Klein- und Jugendgruppen oder Personen unterkommen, ohne an die festen Essenszeiten im Haus St. Michael gebunden sein. Es gibt einen eigenen Eingang, Aufenthaltsräume und vor allem Küchen für die Selbstverpflegung. Anne Hüttner hat vor gut  drei Jahren mit dieser Idee nicht nur dem Nordbau wieder "Leben eingehaucht", sondern auch die Belegungszahlen nach oben geschraubt. "Das kommt sehr gut an und wird immer bekannter." Mittlerweile läuft dieses Angebot unter der Bezeichnung "Hostel" . Anne Hüttner verweist in diesem Zusammenhang auf den Kurort Bad Königshofen, die Therme sowie die Wellness-, Wander- und Radfahrmöglichkeiten und vieles mehr. "Ich habe alles vor Ort, was ich für unsere Angebote benötige."

Aufgrund des Bau-Moratoriums nicht umsetzbar ist ihre Idee, mindestens zwei behindertengerechte Zimmer vorzuhalten, um damit für ein neues Klientel zu werben. Auch im Haus selbst müsste sich noch einiges verändern. Eine energetische Sanierung würde anstehen, denn das Haus wurde in den 1964er Jahren gebaut. "Hier gibt es einiges zu tun." 

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