Merkershausen

Merkershausen: Schon immer ein musikalisches Dorf

Die Ehren- und Gründungsmitglieder der Blaskapelle Merkershausen vor 45 Jahren. Unser Bild zeigt von links: Gottfried Markert, Eugen Kuhn (Vorsitzender im Gründungsjahr), Otto Helmerich (Dirigent im Gründungsjahr), Waldemar Riedl und Edgar Müller. Hintere Reihe: Vorsitzender Anton Schneider und sein Stellvertreter Markus Helmerich.
Die Ehren- und Gründungsmitglieder der Blaskapelle Merkershausen vor 45 Jahren. Unser Bild zeigt von links: Gottfried Markert, Eugen Kuhn (Vorsitzender im Gründungsjahr), Otto Helmerich (Dirigent im Gründungsjahr), Waldemar Riedl und Edgar Müller. Hintere Reihe: Vorsitzender Anton Schneider und sein Stellvertreter Markus Helmerich. Foto: Hanns Friedrich

Wenn die Blaskapelle Merkershausen mit viel Musik das 45-jährige Bestehen feierte, bedeutet dies, dass das Dorf schon immer von der Musik geprägt war. Die Blasmusiktradition ist nämlich bereits seit 1711 urkundlich nachweisbar. Das jedenfalls fand der verstorbene Heimatforscher Leo Walter Hamm heraus, als er für eine Chronik in historischen Unterlagen blätterte. Aus dem Jahre 1711 stammt eine Rechnung, die besagt, dass acht Reichsthaler für zwei kupferne Pauken gestiftet wurden und vier Jahre später noch einmal zehn Thaler für zwei Waldhörner. Damit gibt es seit mehr als 300 Jahren in Merkershausen Musiker, die zu den verschiedensten Anlässen aufspielten. Seit 45 Jahren gibt es nun die Blaskapelle Merkershausen und deshalb ehrte die Vorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Renate Haag (Alsleben) langjährige aktive Musikerinnen und Musiker.

Geehrte Musiker

Die Junior Nadel für fünf Jahre aktives Musizieren ging an Anna Helmerich, Nele Koch, Antonia und Pauline Ruck, Rebecca Schneider und Marie Wacker. Hannah Ullrich ist seit zehn Jahren bei der Blaskapelle und 20 Jahre sind es bei Josefine Schneider, Maximilian Schneider und Annika Wirsing. Für 30 Jahre aktives Musizieren gab es Urkunde und Ehrennadel in Gold für Sabine Helmerich, Daniela Schmitt und Sandra Wacker. 40 Jahre spielen Markus Helmerich und Bernd Weis in der Blaskapelle Merkershausen. Ihnen gratulierte nicht nur Renate Haag, sondern auch Vorsitzender und Dirigent Toni Schneider. Sein Gruß galt an diesem Abend ganz besonders einigen Ehren- und Gründungsmitgliedern.

Ehrungen für langjähriges aktives Musizieren gab es beim Festabend in Merkershausen. Renate Haag, Kreisvorsitzende Rhön-Grabfeld des Nordbayerischen Musikbundes zeichnete die Musikerinnen und Musiker aus. Stolz auf 'seine Truppe' war Vorsitzender und Dirigent Toni Schneider (links).
Ehrungen für langjähriges aktives Musizieren gab es beim Festabend in Merkershausen. Renate Haag, Kreisvorsitzende Rhön-Grabfeld des Nordbayerischen Musikbundes zeichnete die Musikerinnen und Musiker aus. Stolz auf "seine Truppe" war Vorsitzender und Dirigent Toni Schneider (links). Foto: Hanns Friedrich

Zurück zur Chronik: Relativ bald nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich Männer bereit, das kirchliche Leben musikalisch zu unterstützen. Friedrich Then war mit  Michael Hermann Initiator. Otto Helmerich und Engelbert Weber begannen in den Jahren nach 1965 mit der Ausbildung junger Musiker. Die ersten Musikproben fanden in der Werkstatt von Paul Dietz und im Gasthaus zum Grabfeld statt. Am 8. April 1974 wurde dann die Blaskapelle Edelweiß Merkershausen gegründet. 28 aktive und 48 passive Mitglieder waren im Gasthaus zum Grabfeld gekommen. Erster Vorsitzender wurde Eugen Kuhn, sein Stellvertreter Manfred Bzdziuch, abgelöst von Gottfried Markert 1975. Bis 1979 stieg die Zahl der Mitglieder auf 116 an. 1974 stellt der Kindergarten einen Probenraum im Untergeschoss zur Verfügung, 1976 wird der erste Altentag in der Adventszeit mit Pfarrer Otto Pfeifroth und Ortssprecher Arthur Sebald durchgeführt. Damals noch im Tanzsaal im Gasthaus im Grabfeld. Bis heute ist die Blaskapelle für den Seniorentag verantwortlich.

Eigene Tracht

1979 begann Anton Kümmeth mit der Ausbildung von 17 Nachwuchsmusikern. 1980 wird Otto Helmerich zum Vorsitzenden gewählt, 1981 übernimmt Udo Schneider die Ausbildung und ein Jahr später das Amt des Dirigenten. Seit 1985 hat die Blaskapelle eine eigene Tracht. 1986 wurde auf Initiative der Raiffeisenbank eine Schallplatte produziert. Dort sind die Merkershäuser mit dem „Quecken Marsch“ und „So klingt Blasmusik“ zu hören.

Nach der Grenzöffnung 1989 entwickelten sich musikalische Beziehungen zu den Milzer Dorfmusikanten. Die Merkershäuser waren in Meiningen, Hermannsfeld, Eicha und Schwickershausen. Ein Höhepunkt war 1997, als die Kapelle für vier Wochen auf Einladung von Hans Rotter, Präsident von Alpine Village, zu Gast in Kaliforniern war und beim dortigen Oktoberfest auftrat. Eine Urkunde zeugt heute noch vom Empfang beim Bürgermeister von Los Angeles. 1999 fand das Bundesbezirksmusikfest in Merkershausen statt und der Verein bekam die Pro-Musica Plakette für über 100 Jahre Musiktradition bei einer Festveranstaltung in Neu-Ulm überreicht.

Sanierung der Pfarrscheune

Ein einschneidendes Ereignis war die Sanierung der Pfarrscheune, die heute für Konzerte und Musikfeste genutzt wird. Knapp 600 freiwillige Stunden wurden investiert. Immer stand die Weiterbildung an und das Ablegen von Leistungsabzeichen. Diesmal waren es Shaw Hippeli, Maja Schneider und Lina Schneider, die das Goldene Leistungsabzeichen erhielten. Toni Schneider rückblickend: „In den 45 Jahren hat der Verein viel erlebt, ist durch Höhen und Tiefen gegangen und durfte das Leben in all seinen Facetten begleiten.“

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