Mellrichstadt

Mit Kreativität wurde in Mellrichstadt Rot getragen

Im Beisein vieler Mitglieder des Kunstvereins wurde zur Musik eine rote Stoffrolle abgewickelt, an deren Bahn sich jeder, der es wollte, anhängen konnte. Foto: Brigitte Gbureck

Annette Roggatz und Eva Warmuth, beide im Vorstand des Bad Neustädter Kunstvereins, hatten sich am späten Sonntagmorgen auf dem Marktplatz in Mellrichstadt eingefunden. Ihrem Aufruf "Es wird rot getragen" sind die meisten Kunstfreunde gefolgt, manch einer vielleicht nur mit einer roten Mütze oder einer roten Paprika in der Hand. Claudia Busch mit Klarinette und Jochen Barth mit Gitarre sorgten für den musikalischen Rahmen, unterstützt von allerlei Kleininstrumenten wie Schellen um Fuß und Hand oder Tamburin. Annette Roggatz begrüßte zum "Zug der Künste", nicht nur in den Räumen, sondern auch draußen. Die Feuerwehr, die für die Absperrung der Stadt sorgte, hätte extra passend zum Anlass ihr Fahrzeug rot angestrichen, meinte sie schelmisch.

Kunst lebe aus dem Augenblick, sie habe keine Ahnung, wie das Event verlaufen werde. Der Weg sei klar, ein Zug der Künste vom Marktplatz zur Kreisgalerie. Wie ein "heiliger Unsinn" (Originalton Eva Warmuth), wo Menschen Spaß haben, kreativ sind. Sie würden sich aufmachen, die Straße entlang zu gehen, sie, Annette Roggatz, würde voran schreiten. Dann wickelte sie einen roten Stoffballen ab, wer wollte, konnte sich daran festhalten. Mit Musik gab es eine Tanzeinlage auf dem Marktplatz. "Es lebe die Kunst" war das Schlagwort, damit setzte sich das Künstlervölkchen in Bewegung in Richtung Kreisgalerie.

Löwe wurde mit einem roten Tuch "umgarnt"

Auf dem Vorplatz zur VG wurde zunächst wieder getanzt und der Löwe mit dem roten Tuch "umgarnt" und dann ging's ab in die Kreisgalerie, wo es beim hebräischen Volkslied "Hava nagila – Lasst uns glücklich sein" kein Halten mehr gab, Claudia Busch und Jochen Barth taten musikalisch ihr Bestes, die Künstler auf Trab zu halten. Eva Warmuth stand vor einer von ihr gestalteten Wand, eine Arbeit, die sie eigens für diesen Ort zusammengestellt hat.

Sie gehe aus den Sehgewohnheiten raus und berge eine Zerbrechlichkeit in sich. Es seien Zeichnungen, die über viele Jahre entstanden sind. Es werde sichtbar, was man sich als Künstler schafft. Ein Bild liebe sie besonders. Eine kleine Person streut etwas aus und setzt eine Entwicklung in Gang. In der Landwirtschaft – Eva Warmuth ist selbst Bäuerin – sei es das Saatgut. Der Kunstverein habe auch etwas in Gang gesetzt.

Sich zeigen und künstlerisch weiter entwickeln

Am Rande war von Eva Warmuth zu erfahren, dass der Kunstverein auch ein Workshop-Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene aufgenommen habe. In einer Art Bildungsprogramm sollen sich Menschen unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen als Künstler gut entwickeln und ihr Wissen weiter geben und die Ressourcen für die Region entwickeln können. Alle Menschen, die sich kreativ betätigen wollen, sollen im Verein auch einen Raum finden. Die heutige Aktion sei ein Stück in diesem Kontext. Auch wenn man mit seiner Kunst am Anfang stehe, könne hier ein Raum gefunden werden, sich zu zeigen und künstlerisch weiter zu entwickeln. Roboter könnten heute vielleicht viel übernehmen, das einzige, was sie nicht können, sei Kreativität.

Annette Roggatz informierte, dass der Kunstverein noch bis 31. Januar das Crowdfunding am Laufen habe für das Projekt, den Verein auf neue Beine zu stellen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Kunstvereins. Mit einem Gedicht von Ferdinand Hardekopf, in dem es um das Zwiegespräch zwischen Doctor Schein und Doctor Sinn ging, beendete sie den offiziellen Teil des Happenings und lud zu Kaffee und Kuchen und lockeren Gesprächen ein.

Nach einem Tanz durch die Stadt war der Löwe am Vorplatz zur VG das nächste Ziel. Auch um ihn wurde das Rote Band geschlungen, während Annette Roggatz kreative Bewegungen zur Musik vorführte und die Kunstgesellschaft animierte, es ihr gleich zu tun. Foto: Brigitte Gbureck
Die Bildhauerin Eva Warmuth vor der von ihr geschaffenen Wand in der Kreisgalerie. Foto: Brigitte Gbureck
In der Kreisgalerie angekommen, liefen alle bei "Hava nagila" zur Hochform auf. Foto: Brigitte Gbureck

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