MELLRICHSTADT

Mit dem Liegerad quer durch Südostasien

Exot auf Reisen: Diesem Mädchen kam Mike Strübing, der mit einem Liegerad Südostasien bereiste, wohl nicht ganz geheuer ... Foto: Strübing

„Die Perspektive ist eine andere und das Gefährt ein absolutes Kommunikationsmittel“, sagt Mike Strübing über sein Liegerad. Mit diesem exotischen Vehikel hat der Globetrotter und passionierte Radfahrer zusammen mit Ehefrau Eva 2010 und 2011 Südostasien bereist. Insgesamt 10 000 Kilometer hat das Ehepaar in neun Monaten zurückgelegt und dabei die Länder Indien, Nepal, Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, Malaysia und schließlich Singapur gesehen. Am Donnerstag war Strübing Gast des 10. Welt-Dia-Vision-Festivals und fesselte in der Oskar-Herbig-Halle sein Publikum mit seiner Reportage über sein großes Abenteuer auf dem Liegerad von Neu Delhi nach Singapur.

Für dieses Unterfangen hatten der gebürtige Berliner und seine Frau, mit der er heute in Oberbayern lebt, ihre Jobs und die Wohnung gekündigt. „Wir haben alles hinter uns gelassen, auch weil wir völlig unabhängig sein wollten, ohne unter Zeitdruck zu stehen“, meinte Strübing, der vom Reisen in der Waagerechten begeistert ist. Abgesehen von den Steigungen, bei der die Kraft ausschließlich aus den Beinen kommen muss, sei das Liegeradfahren viel bequemer als das reguläre Fahrradfahren. Die Landschaft sehe man aus einem völlig anderen Blickwinkel, die Hände seien frei für die Kamera, betonte der Weltenbummler, der schon vor ein paar Jahren Neuseeland mit dem außergewöhnlichen Gefährt bereist hat. Eva Strübing hatte sich gegen ein Liegerad entschieden und die Südostasien-Tour auf dem Trekkingrad zurückgelegt.

Gleich nach ihrer Ankunft in Neu Delhi – erst dort bauten die Beiden ihre für die Flugreise verpackten Räder zusammen – erlebten sie, was in Indien Improvisation bedeutet. Die 20-Millionen-Einwohner-Metropole steht in krassem Gegensatz zur ländlichen Idylle ihres Oberbayerns. Laut, staubig und schmutzig, aber auch lebendig und spannend, beschrieb Strübing seine ersten Eindrücke von Neu Delhi. Von dort brachen sie zu ihrer ersten Etappe durch das nördliche Indien über die ehemalige Hauptstadt des Mogulreiches Agra auf, wo sie auch das berühmte Taj Mahal besuchten.

In atemberaubenden Bildern beschrieb der Globetrotter den nächsten Reiseabschnitt, der über Mahendranagar nach Nepal führte, wo sie am Fuße des Himalaya-Gebirges, vorbei an zahllosen buddhistischen Tempeln nach Kathmandu bis zum Bardia-Nationalpark im Südwesten Nepals radelten. Nepal gehört zu den ärmsten Ländern Südostasiens, stand also im krassem Gegensatz zu dem, was das Ehepaar während seiner nächsten Etappe durch das relativ wohlhabende Thailand mit seinen traumhaft schönen Stränden und eindrucksvollen Landschaften zu sehen bekam.

Weiter ging die Reise über Laos nach Vietnam, wo die Beiden die fantastische Ah Long Bucht, imposante Wasserfälle und das Mekong Delta durchradelten. Zweieinhalb Monate verbrachten Eva und Mike Strübing in Vietnam, bis sie zur ihrem nächsten Ziel Kambodscha aufbrachen und dort Phnom Penh sowie die imposanten Temple-Anlagen von Angkor Wat besuchten.

Mit grandiosen Bildern des sehr modernen Stadtstaates Singapur endete Strübings Dia-Visions-Schau über seine ungewöhnliche Reise mit dem Liegerad durch Südostasien. Volkshochschulleiter Klaus Schemmerling dankte Mike Strübing für die spannende Reportage, die das Publikum mit viel Beifall bedachte.

Welt-Dia-Vision: An diesem Samstag stehen zwei Vorträge auf dem Programm: um 16.30 Uhr „In 80 Tagen um die Welt“ von André Schuhmacher, um 19.30 Uhr „Abenteuer Kanada“ von Thomas Sbampato. Die Veranstaltung wird am Sonntag durch Matthias Hanke mit einem Vortrag über den Jakobsweg um 16.30 Uhr und Bruno Baumann mit dem Vortrag „Die Seidenstraße“ um 19.30 Uhr beendet.

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