Herbstadt

Mit vereinten Kräften Flurkreuz saniert

Sie waren für die Instandsetzung und Restaurierung des Flurkreuzes auf einer Anhöhe zwischen Herbstadt und Breitensee zuständig (von links): Bildhauer Dieter Frank, Roland Lurz, Egbert Schmitt, Dieter Endres, Bernd Ress und Clemens Behr. Foto: Clemens Behr

Wer von Herbstadt nach Breitensee fährt, hat auf einer Anhöhe sicher schon das große Holzkreuz gesehen. Das allerdings war in die Jahre gekommen und musste dringend saniert werden. "Eine Aufgabe für die Interessengemeinschaft Denkmalpflege", sagte sich deren Initiator Altbürgermeister Clemens Behr .

1996 hatte diese geschichtlich interessierte Gemeinschaft in Herbstadt mit der Sanierung des Hohen Kreuzes und der Restaurierung des daneben stehenden Prozessionsbildstockes auf einer Anhöhe ihre erste Maßnahme begonnen. In den vergangenen Jahren reihte sich weitere an. Als nächstes kommt nun Ottelmannshausen und seine geschichtsträchtigen Flurdenkmäler an die Reihe.

Bei älteren Bürgern nachgefragt

Nun stand das Wegkreuz mit Korpus in der Gemarkung Schrollhag an. "Damit wurde die letzte Maßnahme aus dem Denkmalsanierungskatalog für Herbstadt abgeschlossen", sagt Clemens Behr. Ihm liegt es bei derartigen Maßnahmen auch am Herzen, die Geschichte des Bildstocks oder Flurkreuzes zu erforschen. So war es auch diesmal. Allerdings ein doch schwieriges Unterfangen. Denn über die Geschichte des Wegkreuzes, wie Aufstellungsgrund und Aufstellungsort ist wenig bekannt. In Gesprächen mit älteren Einwohnern der Gemeinde erfuhr Behr, dass ein Kreuz schon immer an dieser Stelle stand. Vor etlichen Jahren sei dieses Holzkreuz auch eine Station bei der jährlichen Flurprozession gewesen. Ein Brauch, der allerdings im Laufe der Jahre eingeschlafen ist.

Mit vereinten Kräften wurde das Flurkreuz vom Anhänger abgeladen und an historischer Stelle wieder aufgestellt. Foto: Clemens Behr

Die frühere Kreisstraße KÖN 1 war vor der Grenzziehung 1945 die Hauptverkehrsader in das thüringische Grabfeld nach Milz und Römhild. Gerade das Königshöfer Grabfeld war mit den Thüringer Nachbarn in engem Kontakt. Es könnte deshalb auch ein Wegkreuz gewesen sein, das damals an dieser Straße errichtet wurde. Die jüngere Geschichte des in Herbstadt als "Reichert/Lurz-Kreuz" bekannte Flurdenkmal,  besagt, dass die Familie Reichert und Alfred Lurz sich besonders um das Kreuz gekümmert haben. 2005 vergab Alfred Lurz die Aufträge für einen neuen Kreuzstamm, für die Restaurierung des vom Künstler Hubert Knobling aus Großeibstadt gefertigten Korpus an den Bildhauer Dieter Frank aus Milz und für die Blechabdeckung an Georg Rützel aus Herbstadt. Die Segnung des Kreuzes erfolgte durch Pfarrer Robert Ebner.

Durch die Witterungseinflüsse der letzten Jahre war der Zustand der gesamten Kreuzanlage schwer beschädigt. "Die Interessengemeinschaft für Denkmalpflege nahm die Herausforderung für eine Sanierung an", sagt Clemens Behr. Einige Mitglieder der Interessengemeinschaft transportierten das Kreuz in den Hof von Roland Lurz. Der Korpus wurde von Dieter Frank aus Milz restauriert, die Holzarbeiten am Stamm erledigten Arnold und Harald Lurz.

Roland Lurz setzte die Tradition seiner Vorfahren fort und übernahm die Finanzierung der Sanierungskosten. Vor wenigen Tagen stellten Bernd Ress, Horst Geuß, Dieter Endres, Egbert Schmitt und Michael Kuhn mit vereinten Kräften das Holzkreuz wieder auf. Sichtlich erfreut über diese Gemeinschaftsaktion bedankte sich Organisator Clemens Behr bei allen Helfern, die diesen Abschlussauftrag der Interessengemeinschaft gemeistert haben. Sein Fazit: "Somit sind alle Flurdenkmäler und Prozessionsaltäre in Herbstadt in einem ausgezeichneten Bauzustand."

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