Oberstreu

Mittelstreu: Die alte Linde muss weichen

Diese Linde vor dem Anwesen Hauptstraße 1 in Mittelstreu, im Eigentum der Gemeinde, soll nach dem Willen der überwiegenden Anzahl der Gemeinderatsmitglieder gefällt werden. Zwei „Ersatz“-Linden mit 6 Metern Höhe stehen schon in Sichtweite.
Diese Linde vor dem Anwesen Hauptstraße 1 in Mittelstreu, im Eigentum der Gemeinde, soll nach dem Willen der überwiegenden Anzahl der Gemeinderatsmitglieder gefällt werden. Zwei „Ersatz“-Linden mit 6 Metern Höhe stehen schon in Sichtweite. Foto: Brigitte Gbureck

Eine alte Linde beschäftigte den Gemeinderat Oberstreu in der jüngsten Sitzung. Vor dem Anwesen Hauptstraße 1 in Mittelstreu steht ein etwa 15 Meter hoher Lindenbaum auf einer gemeindlichen Grünfläche. Die Äste ragen in das benachbarte Grundstück, das Laub verstopft regelmäßig die Dachrinne und Fallrohre des Anwesens. Der Kanalanschluss wurde bereits vor drei Jahren vom Eigentümer erneuert, da Wurzeln eingewachsen waren.

Bürgermeister Matthias Liebst zeigte Fotos, die belegen, dass der Baum vor über 30 Jahren schon einmal ordentlich gestutzt wurde, jedoch wieder ausgeschlagen hat. Auf eine entsprechende Frage von Elmar Mack hieß es, dass Kreisfachberater Georg Hansul festgestellt habe, dass der Baum in seiner Substanz nicht wirklich krank ist. Elmar Mack wie auch Barbara Lochner bezeichneten die Linde als ortsbildprägend und waren gegen eine Fällung. Bernd Beck und Ludwig Geis waren für eine Fällung, weil befürchtet wurde, dass Äste herunterfallen könnten. Bei drei Gegenstimmen wurde dem Antrag der Anlieger stattgegeben, die Linde zu fällen. Gemeinderätin Iris Grimm enthielt sich wegen persönlicher Betroffenheit bei Beratung und Beschluss.

Kapitaler Wasserrohrbruch

Bürgermeister Liebst informierte noch näher über den Wasserrohrbruch am Donnerstag vergangener Woche vor der ehemaligen Bäckerei Kern in Mittelstreu. Früh um 6 Uhr gab es ein kleines Loch, um 7.30 Uhr sei zudem eine Hauptleitung aufgerissen. Innerhalb von zwei Stunden sei der komplette Hochbehälter leer gelaufen, die Wasserversorgung sei zusammengebrochen. Die Mitarbeiter des Wasserzweckverbands schlossen den Hauptschieber und schalteten Pumpen zu, damit sich der Hochbehälter wieder füllt. Für die Riethe wurde eine Notversorgung aufgebaut. Lindengasse, Rosengasse, Lämmergasse und Pfarrgasse blieben bis abends ohne Wasser.

Weil das Wasser in den Untergrund geflossen ist, wurde ein Loch ausgehoben, wobei Material von der Seite nachgerutscht sei. Am Ende sei das Wasser bis drei Meter unter den Asphalt gelaufen. Das Wasser wurde quer über die Staatsstraße gedrückt und floss bei den Gaden aus den Fugen heraus, hieß es. Die Leitung wurde umgehend repariert, die Erde wieder eingefüllt und verdichtet. Eine Firma hat die Bordsteinkante und Pflasterrinnen neu gesetzt, sagte Liebst. Am Freitag wurde die Ortsdurchfahrt zugepflastert, der Gehweg in den Gaden ist neu gepflastert worden. Auf der gegenüber liegenden Seite wurde geprüft, ob die Straße unterspült klingt, was nur an der Kante der Fall war. Die Firma hat hier Material verfüllt und verdichtet in der Hoffnung, dass es zu keinen Setzungen kommt, sagte der Gemeindechef.

Bebauungsplan nicht mehr zeitgemäß

Drei Bauanträge beziehungsweise Bauvoranfragen gingen für das Baugebiet Lohe in Mittelstreu ein. Im Holunderweg möchte ein Paar ein Einfamilien-Wohnhaus bauen. Dafür sind Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans hinsichtlich Dachneigung, Dacheindeckung, Geschossigkeit, Kniestockhöhe, Traufhöhe und von der Gestaltung des Nebengebäudes zum Haupthaus erforderlich. Bürgermeister Liebst führte an, dass der dort gültige Bebauungsplan 20 Jahre alt ist und nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Die Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans wurden erteilt.

Eine Bauvoranfrage betraf die Errichtung einer Stadtvilla im Lohweg in Mittelstreu. Das Haus soll mit einem Walmdach und die geplante Doppelgarage mit Walm- oder Satteldach ausgeführt werden. Das Haus hat eine Gesamthöhe von über acht Metern. Die Frage war, ob zwei Vollgeschosse – in diesem Gebiet sind nur Gebäude mit einem Vollgeschoss vorgesehen – zugelassen werden. Zum Baugebiet nebenan würde es nicht passen, bemerkte Bürgermeister Liebst, aber in den letzten Jahren wurde schon verschiedenes genehmigt. Wenn der Bebauungsplan aufgehoben würde, hätte die Gemeinde keine Kontrolle mehr, deshalb sollten Einzelentscheidungen von Haus zu Haus getroffen werden.

Gute Nachrichten für Bauherren

Auch wenn der Baustil nicht bei allen Gemeinderäten auf Gegenliebe stieß, sollte doch mit der Zeit gegangen werden, hieß es letztlich. Bei zwei Gegenstimmen stimmte der Gemeinderat der Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes wie beantragt zu.

Ein weiteres Bauvorhaben betraf den Wohnhausneu mit Carport im Holunderweg in Mittelstreu. Auch hier sind Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans hinsichtlich der Zahl der Geschosse, der Dachneigung, der Dacheindeckung und der Dachform des Carports notwendig. Auch hier erteilte das Gremium einstimmig die Befreiung.

Zum Bebauungsplan "SO Solar Roter Grund" der Nachbargemeinde Unsleben hatten die Gemeinderäte keine Einwendungen, ebenso wenig gegen die Bauleitplanung der Gemeinde Unsleben zum „SO Solar Unslebener Berg“.

Zur Frage von Bernd Beck nach dem Hotspot in Oberstreu konnte der Bürgermeister mitteilen, dass der Internetanschluss hergestellt ist, die Dose muss noch gesetzt werden, dann tritt Vodafone in Aktion. Ludwig Geis machte darauf aufmerksam, dass die Birken am Steinweg morsch sind. Es sollte überlegt werden, welche Ersatzbepflanzung vorgenommen werden soll.

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