Schmalwasser

Mobilfunk fürs Schmalwassertal

Auch das gibt es noch 2019: Mobilfunklöcher in einem hochtechnisierten Land wie Deutschland. in Sachen Mobilfunk ist das Schmalwassertal laut Bürgermeisterin Sonja Reubelt ein nahezu weißer Fleck auf der Landkarte. Foto: Markus Drossel

Die Deutsche Telekom plant, einen Mobilfunkmast in Schmalwasser aufzustellen. Bürgermeisterin Sonja Reubelt befürwortete diese Pläne von Anfang an, denn in Sachen Mobilfunk sei das Schmalwassertal ein nahezu weißer Fleck auf der Landkarte. Empfang sei gar nicht vorhanden oder nur denkbar schlecht. Durch einen Mobilfunkmast könnte hier Abhilfe geschaffen werden.

Schon zu Jahresbeginn sei die Deutsche Telekom mit der Frage nach einem Standort an die Gemeinde herangetreten. Als geeignet erwies sich die Fläche neben dem Hochbehälter, oberhalb der Kirchbergstraße. Im Juli informierte die Bürgermeisterin die Bevölkerung über die Pläne der Deutschen Telekom und auch über den in Frage kommenden Standort.

55 Bürger bei Info-Veranstaltung

Eine überwiegend positive Resonanz bekam Reubelt aus der Bevölkerung, allerdings zeigte sich auch, dass die Bürger Informationsbedarf und zum Thema Strahlung kritische Fragen haben. So entschied sich Reubelt, zu einer Informationsveranstaltung einzuladen, zu der rund 55 Schmalwasserer Bürger gekommen waren.

Von der Deutschen Telekom war der Kommunalbeauftragte für Mobilfunk in Bayern, Erwin Walch, zugegen, zudem Marcus de Ridder vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Hof sowie Frank Reichert von der Stabsstelle Kreisentwicklung am Landratsamt Rhön-Grabfeld.

Mast neben dem Hochbehälter

Geplant sei, eine Funkübertragungsstelle in Form eines freistehenden Masts zu errichten, wobei der genaue Standort des Masts auf dem Grundstück im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens  festgelegt werde. Die Antenne beziehungsweise der Mast werde zwischen 20 und 25 Metern hoch sein. Realisiert werden soll GSM-, UMTS- und LTE-Technologie, es handele sich nicht um 5G. Das Gebäude des Hochbehälters selbst eigne sich aus statischen Gründen nicht für eine solche Anlage.

Ausführlich wurde die Standortfrage erläutert. Doch aus topografischer Sicht sei es nicht sinnvoll, den Mast weiter vom Ort entfernt aufzustellen, wurden die Bürger informiert. Denn eine gute Empfangsleistung sei dann nicht mehr zu gewährleisten. Diskutiert wurde auch die Alternative, den Mast an einem zentraleren Standort im Ort aufzustellen, aber auch das sei aufgrund der Topografie des Ortes nicht sinnvoll.

Auf dem Grundstück des Hochbehälters oberhalb von Schmalwasser könnte der Mobilfunkmast aufgestellt werden. Der Gemeinderat wird das Thema in der nächsten Sitzung beraten. Foto: Marion Eckert

Marcus de Ridder vom  Bayerischen Landesamt für Umwelt sprach über aktuelle Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse zu Elektromagnetischen Feldern im Alltag und mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen sowie festlegte Grenzwerte, deren Ermittlung und die Überwachung bei bestehenden Anlagen.

Strahlung und Sendeleistung

Auch ging es um die Strahlung und Sendeleistung von Handy und Basisstation. Bei schlechter  Verbindungsqualität sei eine deutlich höhere Sendeleistung  erforderlich als bei guter Versorgung, erklärte Marcus de Ridder. Im Ruhezustand befänden sich Handys in einem reinen Empfangsmodus und senden fast nicht. Ein Handy, das in  derselben  Funkzelle bleibe, habe zur Anwesenheitskontrolle  in regelmäßigen Abständen einen  kurzen  Funkkontakt mit der Basisstation. Im  Dauersendebetrieb  befindet sich ein Handy nur bei Telefongesprächen und Datenverbindungen.  

Zur Minimierung der Einwirkungen durch die Handynutzung werden vom Bayerischen Landesamt für Umwelt folgende Empfehlungen gegeben: strahlungsarme Handys verwenden, lange Telefonate nur bei guter Netzversorgung führen (alle Empfangsbalken), Handy  nicht  an  den  Kopf  halten,  sondern  Freisprecheinrichtung  oder  kabelgebundenes Headset benutzen.

Grenzwerte werden unterschritten

Die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte werden beim geplanten Mobilfunkmast in Schmalwasser deutlich unterschritten. Die Gemeinde könne zudem ein Gutachten in Auftrag geben, das die Strahlung vorher und nach der Aufstellung des Mastes messe.

Aus Sicht des Landkreises Rhön-Grabfeld sei es Ziel, alle Mobilfunklücken zu schließen, sagte Frank Reichert. Schmalwassertal sei noch so eine Lücke. "Der Mobilfunkmast  ist im Interesse des Landkreises", unterstützte er das Vorhaben.

Zur weiteren Vorgehensweise gab die Bürgermeisterin Auskunft. Die Gemeinderäte werden in der nächsten Sitzung darüber beraten, ob sie das Angebot der Telekom und den Mietvertrag annehmen. Bei einem positiven Beschluss werde das Genehmigungs- und Planungsverfahren in Gang gesetzt. Da dieses erfahrungsgemäß einige Zeit in Anspruch nehme, werde der Mobilfunkmast wohl in zwei Jahren in Betrieb gehen. Auch obliege es dem Gemeinderat, zu entscheiden, ob eine Vorher-Nachher-Messung in Auftrag gegeben werde.

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