Sandberg

Montessori-Streit: Schlichtungsgespräch mit Habermann

Wird es doch noch zu einer Einigung zwischen der Gemeinde Sandberg und der Montessori-Schule kommen. Ende Januar soll ein gemeinsames Gespräch stattfinden, bei dem Landrat Thomas Habermann als Vermittler fungieren soll. Foto: Marion Eckert

"Ist die Montessorischule doch kein Glücksfall für Sandberg?", mit dieser Frage überschreiben die Verantwortlichen des Montessori-Fördervereins Rhön-Saale ihre Stellungsnahme zur aktuellen Situation in Sandberg.

Bislang konnte keine gütliche Einigung zwischen der Gemeinde Sandberg und dem Montessori-Förderverein erzielt werden. Die Kündigung Seitens der Gemeinde zum Ende August liegt auf dem Tisch. Um doch noch zu einer Lösung zu kommen, soll Ende Januar ein gemeinsames Gespräch mit Landrat Thomas Habermann als Vermittler stattfinden, das die Beteiligten auch bestätigt haben.

Hoffen auf versöhnliche Lösung

Die Verantwortlichen des Montessori-Fördervereins hoffen auf eine versöhnliche Lösung, denn der Schulbetrieb müsse und werde ja weiter gehen. "Das so erfolgreiche Konzept und die Montessori-Schule werden unabhängig von der Örtlichkeit auf jeden Fall weiter bestehen. Mögliche alternative Standorte, die dem Verein bereits angeboten worden sind, werden in den nächsten Wochen geprüft", heißt es dazu.

Schreiben an den Sandberger Gemeinderat

Mit einem Schreiben haben sich die Vertreter des Vorstandes, Sabine Frischke, Thomas Happel und Renate Molzberger, in diesen Tagen an Bürgermeisterin Sonja Reubelt und alle Mitglieder des Sandberger Gemeinderates gewandt. Sie reagieren damit auf die Presseberichterstattung aus dem Gemeinderat Ende Dezember.

Sie erinnern die Gemeindevertreter dran, dass sich die Gemeinde Sandberg 2003 schriftlich beim Montessori-Förderverein darum beworben habe, das nicht mehr gänzlich genutzte Schulgebäude,  an den Montessori-Förderverein zu vermieten. Der Sandberger Gemeinderat habe dieses Vorhaben einstimmig befürwortet. Damals sei der Presse der Satz "Montessori ist ein Glücksfall für Sandberg" zu entnehmen gewesen.

Günstige Konditionen waren bekannt

"Dass der Verein günstige Mietkonditionen hatte, war den Verantwortlichen durchaus bewusst. Diese wurden immer in Form von niedrigem Schulgeld an die Eltern weitergeben, wovon auch Familien der Sandberger Gemeinde profitiert haben. Darüber hinaus hat die Schule auch anderweitig sparsam gewirtschaftet", betonten die drei Montessori-Vertreter.

Doch nun sei auf einmal die Rede davon, dass die Gemeinde die Montessorischule mit fast 682 000 Euro subventioniert habe. "In der Vergangenheit wurden die Verträge jeweils nur an die veränderte Mietfläche angepasst, ohne jemals über die Nebenkosten zu sprechen.

Gebäudesubstanz Mitschuld an Nebenkosten?

Dass die Nebenkosten wie Strom und Heizung sehr hoch sind, vielleicht auch dem Alter und Zustand des Gebäudes geschuldet, wurde dem Verein erstmals im Sommer 2018 bekannt. Vor dem Hintergrund der damals in Aussicht stehenden Übernahme des Gebäudes durch die Montessorischule einigte man sich aber auf eine weiterhin günstige Miete", schreiben die Unterzeichner.

Erst nach der Kündigung des Mietvertrages durch die Gemeinde Sandberg im Sommer 2019 wurden die aktuellen Konditionen ausgehandelt. Mittlerweile seien "neue" Nebenkosten veröffentlicht worden, die nochmals wesentlich höher ausfallen.

Negative Emotion aus dem Gemeinderat

"Diese entsprechen nicht den Zahlen, die der Montessori-Förderverein von der Gemeinde erhalten hatte", rätseln die Montessori-Vertreter, wie diese neuen Kosten zustande kommen. Sie fragen: "Die Vorgehensweise der Gemeinde lässt vermuten, dass diese Veröffentlichungen allein im Zusammenhang mit dem möglichen Nichterwerb des Schulgebäudes stehen, möglicherweise, um den Verein in ein schlechtes Licht zu rücken und als Schmarotzer darzustellen. Warum schlägt dem einstigen 'Glücksfall' nun so viel negative Emotion aus dem Gemeinderat entgegen?"

Auch verwahren sich die Montessori-Vertreter dagegen, dass die Rücklage von einer Million Euro verheimlicht worden sei. "Es handelt sich um eine wirtschaftliche Notwendigkeit, die in jeder Mitgliederversammlung veröffentlicht wurde." Auch dass die Schule auf der Suche nach einem alternativen Standort sei, sei nichts Neues. Bereits seit 2014 wurden zahlreiche Standorte im Landkreis geprüft. Als sich bis Anfang 2018 kein neuer Standort gefunden hatte, wurde dem Verein angeboten, das Sandberger Schulgebäude komplett zu übernehmen.

Überraschende Kündigung

Anfang 2019 ergaben sich unvorhergesehen neue Perspektiven für einen möglichen Neubau in Lebenhan, so dass es bezüglich der Übernahme erst mal zur Absage an die Gemeinde Sandberg kam, um die neue Option zu prüfen. Die Beendigung des Mietverhältnisses durch die Gemeinde sei deshalb völlig überraschend gekommen.

Abschließenden betonten Frischke, Happel und Molzbeger: "Trotz der momentanen Mißstimmung ist dem Montessori-Förderverein weiterhin sehr daran gelegen, in Sandberg zu bleiben, bis eine endgültige Lösung (Sanierung oder Neubau) gefunden wird", schließt das Schreiben.

Anmeldungen für das neue Schuljahr werden noch bis Ende Januar 2020 entgegen genommen. Am "Tag des offenen Klassenzimmers", am Samstag 25. Januar haben interessierte Eltern die Möglichkeit, die Schule von 12 bis 16 Uhr zu besichtigen und sich über die Montessori-Pädagogik zu informieren.

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