Münnerstadt

Münnerstädter Heimatspieler stehen in den Startlöchern

Bis zu den Jüngsten soll das Heimatspiel authentisch wirken. Gruppen wie die Tanzmädchen werden mit Informationen über das Leben im Dreißigjährigen Krieg versorgt, um ihre Rollen besser zu verstehen und so glaubhaft darzustellen.
Bis zu den Jüngsten soll das Heimatspiel authentisch wirken. Gruppen wie die Tanzmädchen werden mit Informationen über das Leben im Dreißigjährigen Krieg versorgt, um ihre Rollen besser zu verstehen und so glaubhaft darzustellen. Foto: Christine Schikora

Immer wieder sonntags im Spätsommer ertönen in Münnerstadt Fanfaren, Trommelwirbel, fröhlicher Gesang und Kanonendonner. Seit 1927 inszenieren Bürgerinnen und Bürger die wundersame Errettung im Dreißigjährigen Krieg. Mit starker Besetzung, professionellem Spiel und ideenreichem Rahmenprogramm erleben Gäste das historische Freilichtspiel „Die Schutzfrau von Münnerstadt“. Spieltage sind am 25. August sowie am 1. und 8. September. Karten sind bereits im Vorverkauf erhältlich. Die mehr als 200 Heimatspieler arbeiten komplett ehrenamtlich.  

Im Doppel noch besser

Das Spiel steht und fällt mit der Rolle des Bürgermeisters der Stadt Münnerstadt, Hans Vait, langjährig verkörpert durch Franz Wüst. Die Vorstandschaft um Claudia Kind und Andreas Trägner ist erleichtert, mit Rudi Rippstein nun endlich eine Zweitbesetzung gefunden zu haben. „Es ist ein beruhigendes Gefühl, zu wissen, dass ab jetzt zwei Personen die ‚Verantwortung für die Stadt‘ tragen“, sagt Claudia Kind. Rudi Rippstein, der sich im dritten Jahr mit der Rolle auseinandersetzt und sich aktuell intensiv darauf vorbereitet, wird in diesem Jahr zum ersten Mal zum Einsatz kommen.

Die Rolle des Pfarrers Andreas Blatt teilen sich nach dem Ausstieg von Baldur Kolb nun Steffen Wüst und neu Andreas Trägner. Auch die Figur des Kaspars von der Rhön ist nach dem Tod von Jochen Hierold wieder doppelt besetzt. Rainer Kirch wird durch Steffen Wüst entlastet.

Ebenfalls als Mehrfachbesetzung kommen hinzu in der Rolle der Ottilie Janine Kunze, des Althäuser Bauern Lothar Hillenbrand, des Bildhäuser Mönchs Dieter Schölzke und des Senators Gessner Matthias Kleren.

Neue Akteure auch hinter der Bühne

Selbst der Kanonendonner ist beim Heimatspiel originalgetreu. Christoph Gehring und Georg Schreiner sind nach bestandener Schwarzpulverprüfung an der Kanone voll einsatzfähig. Die langjährige Böllerschützin Li Langen freut sich, dass sie Entlastung bekommt.

Ein noch authentischeres Spiel durch fundiertes Wissen haben sich die Vorsitzenden zum Ziel gesetzt. Deshalb gibt es in dieser Saison einen besonders intensiven Probenplan. „Es ist essentiell, begreiflich zu machen, mit welchen Ängsten, Sorgen und Nöten die Münnerstädter zur Zeit des 30-jährigen Krieges zu kämpfen hatten“, so Claudia Kind. Gruppen wie  etwa die Althäuser, die Rosenkranzbruderschaft oder auch die Stadtknechte sollen durch die intensiven Hinter-grundinformationen Einblick erhalten, um sich besser einfühlen und dies im Spiel transportieren zu können. Gerade die Gruppen besäßen eine große Wirkung auf das Heimatspiel.

Kostümfundus wird mit Sorgfalt verwaltet

Entscheidend für ein authentisches Spiel sind entsprechende Kostüme. Diese werden auch in der Saison 2019 von Claudia Skuppin mit größter Sorgfalt instandgehalten und verwaltet. Allein die Kostümaus- und -rückgabe verlangt bei rund 200 Spielerinnen und Spielern eine ausgeklügelte Logistik und vor allem auch Disziplin bei den Darstellern.

Alle Hände voll zu tun haben die Heimatspieler auch beim Rahmenprogramm mit Gelage, Lagerleben und Schnittfest, welches das Ende der Saison einläuten soll. Das Schnittfest, durchgeführt vom Altstadt- und Imkerverein sowie der Heimatspielgemeinde, findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt und ist ein erster Schritt auf dem Weg hin zu vermehrter vereinsübergreifender Zusammenarbeit.

Führungen und Hans-Sachs-Spiele

Wesentliche Bestandteile des Rahmenprogramms sind außerdem der Stadtspaziergang mit Rosina Eckert, die Nachtwächterführung mit Rainer Kirch sowie die beliebten Hans-Sachs-Aufführungen, die die Heimatspieler rund ums Jahr auch für private Anlässe anbieten. Ein neues Stück wird gerade einstudiert.

Karten für „Die Schutzfrau von Münnerstadt“ gibt es im Vorverkauf, an der Tageskasse oder als Geschenkgutschein. Reisegruppen erhalten Sonderkonditionen und Serviceleistungen zur Programmgestaltung. Tickets und Infos: Heimatspielgemeinde Münnerstadt e.V., Claudia Kind, Nikolaus-Molitor-Str. 21, 97702 Münnerstadt, Tel. (09733) 3330, www.heimatspiel-muennerstadt.de, info@heimatspiel-muennerstadt.de.

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