Bischofsheim

Nach drei Tagen Fußmarsch endlich am Ziel

Trotz der sengenden Hitze des letzten Juniwochenendes kamen die Wallfahrer gut gelaunt und ohne größere Beschwerden am Wallfahrtsort an. Das Bild zeigt die Wallfahrer kurz vor der Ankunft in Kloster Banz. Foto: Manfred Zirkelbach

„Geschafft!“ Regelrechter Jubel brach auf der großen Wiese vor der Basilika von Vierzehnheiligen aus, als die 150 Wallfahrer der Pfarreiengemeinschaft Am Kreuzberg/Bischofsheim nach drei Tagen Fußmarsch am Ziel angekommen waren. Vielen standen Freudentränen in den Augen, andere sehnten sich augenblicklich nach einem trockenen Shirt oder einfach nur einem kühlen Getränk.

„In einer solchen Hitze haben wir die Wallfahrt noch nicht erlebt“, erinnerten sich später bei der Ruhepause viele der Stammwallfahrer, welche schon zum wiederholten Mal die Strapazen auf sich genommen hatten. Tatsächlich, an jedem dieser drei Tage waren Spitzentemperaturen von mehr als 30 Grad gemessen worden. „Grenzwertig“, nannte es deshalb auch Wallfahrtsführer Manfred Zirkelbach, welcher sich mit seinem Team im Vorfeld bemüht hatte, wenigstens die Pausen während der Wallfahrt so angenehm wie möglich zu machen.

Zirka 130 Wallfahrer machten sich von Bischofsheim aus am letzten Juniwochenende auf den Weg in den oberfränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen. Am dritten Tag war die Wallfahrt auf 150 Teilnehmer angestiegen. Foto: Manfred Zirkelbach

Gastgeber sorgten für Erfrischung

Er war deshalb besonders den Gastgebern unterwegs dankbar, dass diese für kostbare Erfrischung gesorgt hatten. „ Das erste Mal ohne einen Regentropfen“, meinte dagegen Paul aus Haselbach nachdenklich. „Denkste“ wurde er unterbrochen, denn schließlich hatte die Feuerwehrjugend von Saal extra einen Schlauch an einen Hydranten angeschlossen und für willkommene Abkühlung gesorgt.  „Keine besonderen Vorkommnisse“ kommentierten die Männer der Bereitschaft Bischofsheim des Roten Kreuzes schließlich den Ablauf der Wallfahrt. Alle seien gut angekommen, von ein paar wenigen Blasen und Wehwehchen abgesehen.

Am Freitagmorgen beim Start in Bischofsheim wünschte Pfarrer Manfred Endres allen Wallfahrern ein gutes Gelingen. Wallfahrtsgottesdienste wurden gefeiert in Schönau und in der Wallfahrtskirche Ipthausen. Natürlich war der Einzug am Sonntagnachmittag ein berührendes Erlebnis. Auch vor der Basilika hatte sich eine große Anzahl von Freunden und Angehörigen eingefunden, um die Wallfahrer zu begrüßen und den Einzug in die Basilika mitzuerleben. Pater Stanislaus Wentowski freute sich, so viele bekannte Gesichter unter den Wallfahrern zu entdecken und er sparte nicht mit geweihtem Wasser zum Empfang. Aber dann: Ein Einzug in Vierzehnheiligen ohne Glockengeläut? Geht das? Musste gehen, denn derzeit werden alle Glockenstühle in den Türmen der Basilika neu gerichtet, das gesamte Glockenwerk überholt und saniert. Einen kleinen Kostenzuschuss hatten die Wallfahrer unterwegs gesammelt, Wallfahrtsführer Zirkelbach gab den Betrag an Pater Stanislaus weiter.

Zusammengehörigkeitsgefühl  in der Pfarreiengemeinschaft

„Ein Haus voll Glorie schauet“. Ohne Glocken, aber mit hererfrischendem Gesang zu den Klängen der 21 Musikanten wurde eingezogen. In seiner Ansprache nahm Pater Stanislaus das diesjährige Motto der Wallfahrt auf: „Lauft nur, ich werde euch tragen, ich werde euch hinführen bis an das Ziel“. Pfarrer Augustin Parambakathu aus Waldaschaff, bis vor sechs Jahren Pfarrvikar in Bischofsheim, war am ersten Tag von Bischofsheim bis Bad Königshofen mitgewallt. Er hat damals die erste Wallfahrt mitinitiiert. Auch er war noch einmal nach Vierzehnheiligen gekommen. In seiner Nachbetrachtung stellte er fest, dass die vor zehn Jahren begründete Wallfahrt zu einem besonderen Zusammengehörigkeitsgefühl in der Pfarreiengemeinschaft geführt habe. Er wünsche sich solche Projekte auch in vielen anderen neuen Pfarreiorganisationen.

Natürlich wurde auch beim „Nothelfer“ und im Diözesanhaus weitergefeiert und die von „Stani“ gewünschten Rhönlieder, unterstützt von den Musikanten,  klangen vom heiligen Berg der Vierzehnheiligen Blasius, Pantaleon, Vitus und Christopherus und weitere, bis in das Maintal und den „Gottesgarten“ hinaus.

Wallfahrtsseelsorger Pater Stanislaus Wentowski zeichnete im Anschluss an den feierlichen Wallfahrtsgottesdienst in der Basilika von Vierzehnheiligen zwei Wallfahrer mit dem Ehrenzeichen für 40 Teilnahmen aus. Lothar Stäblein aus Schönau (links) ist bei der Bischofsheimer Wallfahrt für die Laussprecher zuständig. Er ist aber auch Dauerwallfahrer bei der Männerwallfahrt. Bruno Voll (rechts) aus Eyershausen nimmt ebenfalls jährlich an mehreren Wallfahrten dabei, neben Bischofsheim auch an der Männerwallfahrt und der Wallfahrt Eyershausen. Foto: Manfred Zirkelbach

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Bischofsheim
  • Manfred Zirkelbach
  • Basilika Vierzehnheiligen
  • Basiliken
  • Ipthausen
  • Manfred Endres
  • Pater Stanislaus Wentowski
  • Pfarrer und Pastoren
  • Pfarrvikare
  • Türme
  • Volksmusiker
  • Wallfahrten
  • Wallfahrtskirchen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!