Bad Neustadt

"Nacht der Nationen": Viel los, aber Motto noch ausbaufähig

Die lange Kultur- und Shoppingnacht zog viele Besucher in die Bad Neustädter Innenstadt. Einigen fehlte das internationale Flair. Der Kurdirektor hat für 2020 schon Ideen.
Festlich illuminiert war das Bad Neustädter Rathaus bei der "Nacht der Nationen". Auch die neue Weihnachtsbeleuchtung rief zahlreiche positive Reaktionen hervor. Das internationale Flair fehlte allerdings dem einen oder anderen Besucher. Foto: Martin Flechsig

Samba-Musik, Ländergewinnspiel-Aktion, internationale Märchen, nationenübergreifende Klänge von Musikschülern und auch Foodtrucks mit kubanischen, mexikanischen, amerikanischen und kanadischen Spezialitäten. Die Tourismus und Stadtmarketing Bad Neustadt GmbH als Ausrichter der "Nacht der Nationen" hatte sich am Freitagabend einiges einfallen lassen, um das Motto der langen Kultur- und Shopping-Nacht mit Leben zu erfüllen. Trotz des großen Angebots vermisste so Mancher angesichts des Themas der Nacht dennoch etwas: das internationale Flair. Denn in den Geschäften, so empfanden es einige Besucher, war von einer Hommage an verschiedene Länder dieser Erde kaum etwas zu spüren. Woran lag das?

Die Mischung bei der "Nacht der Nationen" kam an: Einkaufen, Schlemmen, Bekannte und Freunde treffen und dabei die vorweihnachtliche Atmosphäre genießen. Die lange Kultur- und Shoppingnacht lockte die Massen in die Innenstadt. "Wir sind mit dem Verlauf der langen Einkaufsnacht hochzufrieden", resümiert Kurdirektor Michael Feiler einige Tage nach dem Ereignis. Die Atmosphäre sei hervorragend gewesen und auch die Einzelhändler hätten ihm von guten Umsätzen berichtet, so Feiler. Und dies, obwohl die Besucherzahl insgesamt etwas unter der vom vergangenen Jahr gelegen habe.

Feiler: Internationaler Fokus hätte deutlicher herausgearbeitet werden müssen

Außerdem sei in den Geschäften bereits tagsüber am Freitag viel Betrieb gewesen, die Leute hätten sich offenbar Zeit genommen zum Einkaufen. Und auch noch am darauffolgenden Samstag sei viel verkauft worden. Ob man das Ereignis aus diesem Grund im kommenden Jahr auf zwei Tage ausdehnen wird, weiß Feiler noch nicht. Auch Peter Dietz und Theresia Griebel vom Stadtmarketing-Verein zeigen sich erfreut über den Verlauf der Nacht der Nationen: "Es war wieder Leben in der Stadt, das ist super", sagt Dietz. Griebel fügt an, dass sich die lange Einkaufsnacht inzwischen etabliert habe und ein wichtiger Termin für die Einzelhändler sei. Auch umsatzmäßig sei man sehr zufrieden.

Michael Feiler räumt allerdings ein, dass man das Motto der "Nacht der Nationen" konsequenter hätte kommunizieren müssen: "Das betrifft sowohl unsere eigenen kulturellen Aktionen, als auch die Umsetzung des Mottos in den Geschäften. In beiden hätte man den internationalen Fokus noch deutlicher herausarbeiten können und müssen."

Leerstände konnten belebt werden

Als schade empfindet es der Geschäftsführer der Tourismus und Stadtmarketing GmbH, dass manche Aktionen nicht so gut angenommen worden seien, wie man sich dies gewünscht hätte. So hätte er etwa bei den internationalen Märchen mit mehr Zuspruch gerechnet. Und auch die Betreiber der Foodtrucks mit internationalen Speisen hätten gegenüber dem Vorjahr etwas weniger Umsatz generieren können. Gründe hierfür kann Feiler nicht finden, aber man könne eben nicht alles erklären.

Die Menschen strömten bei der "Nacht der Nationen" zu Tausenden in die Innenstadt. Auch in der Hohnstraße gab es aufgrund der vielen Besucher zeitweise kaum ein Durchkommen. Foto: Gerhard Fischer

"Die Atmosphäre hat aber auf jeden Fall gestimmt und das ist das Wichtigste. Es geht hier um viel mehr als das reine Einkaufen. Ich denke, es war mit den eher lauten, zum Beispiel der Samba-Musik, und den leisen Aktionen, wie etwa der Geschichten-Erzählerin, für jeden etwas dabei", meint Feiler. Auch sein Ziel, die Leerstände in der Innenstadt zu beleben, habe man mit einer Fotoausstellung in zwei leeren Schaufenstern bereits teilweise erreicht.

Das Advents-Dorf größer ausdehnen?

Mit der Devise, die Stadt noch attraktiver zu machen, sich dabei aber nicht in den Markt einzumischen, sei man in jedem Fall auf dem richtigen Weg, so Feiler. Aufgrund der vielen positiven Reaktionen auf die neue Weihnachtsbeleuchtung gebe es laut dem Kurdirektor nun Pläne, diese auch noch an anderen Straßen zu installieren.

Mehrfach gehört hat Feiler auch immer wieder den Wunsch nach einem Weihnachtsmarkt, der insbesondere den oberen Marktplatz beleben würde. Dies sei allerdings gar nicht so einfach zu realisieren. "Bad Neustadt braucht einen echten Weihnachtsmarkt. Aber wenn man mit dem Weihnachtsmarkt einmal wie wir vor einigen Jahren abgebrochen hat, ist es schwierig, die Händler wieder zurück zu holen. Auch, weil diese immer relativ schnell für andere Märkte ausgebucht sind", erklärt Michael Feiler.

"Bad Neustadt braucht einen echten Weihnachtsmarkt."
Bad Neustadts Kurdirektor Michael Feiler

Für die lange Einkaufsnacht im kommenden Jahr hat Michael Feiler ebenfalls bereits einige Ideen: "Auf jeden Fall wollen wir das Motto konsequenter spielen. Außerdem könnte ich mir vorstellen, das Advents-Dorf auf dem oberen Marktplatz noch weiter auszudehnen - bis hin zum Platz vor der Stadtpfarrkirche. Auch den Bildhäuser Hof sowie den einen oder anderen Hinterhof könnte man hier noch einbeziehen".

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