UNSLEBEN

Nationalpark: Prüfung von Abrundungsmöglichkeiten

Die hessische Umweltministerin Priska Hinz und die Grüne Bundestagskandidatin Manuela Rottmann beim Grünen Rhön-Gipfel.
Die hessische Umweltministerin Priska Hinz und die Grüne Bundestagskandidatin Manuela Rottmann beim Grünen Rhön-Gipfel. Foto: Thomas Pfeuffer

„Da gibt es nicht viel zu berichten“, erklärte Hesses Umweltministerin Priska Hinz am Rande des „Grünen Rhön-Gipfels“ in Unsleben eher zurückhaltend, auf die Frage nach einem länderübergreifenden Nationalpark Rhön. Es habe am vergangenen Freitag ein Gespräch der beiden Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Volker Bouffier sowie ihrer Amtskollegin Ulrike Scharf und ihr selbst am Rande der Bundesratssitzung gegeben, bestätigt die Grüne Ministerin.

In freundlicher Atmosphäre habe man sich darauf geeinigt, dass auf Arbeitsebene ein Austausch stattfinden solle. Anhand von Kartenmaterial solle dabei geprüft werden, ob Möglichkeiten für eine Arrondierung eines Nationalparks vorhanden seien.

Keine Einleitung eines Verfahrens

Dies, so betonte die Ministerin im schwarz-grünen Kabinett des Nachbarlandes, bedeute aber keine Einleitung eines förmlichen Verfahrens in Hessen. Es bedeute damit auch keine Einleitung einer Bürgerbeteiligung. Und, das machte Priska Hinz besonders deutlich, ohne die Region gehe bei diesem Thema gar nichts.

Allgemein betrachtet, sehe sie in einem Nationalpark sowohl Chancen für den Naturschutz als auch Chancen für den Tourismus. Vom hessischen Nationalpark Kellerwald zum Beispiel würden die dortigen Gemeinden stark profitieren.

Klar für den Verbleib der Rhön in der Konzeptphase sprach beim Rhön-Gipfel die Grüne Direktkandidatin für die Bundestagswahl im hiesigen Wahlkreis, Manuela Rottmann, aus, kritisierte aber gleichzeitig die Herangehensweise der CSU an das Thema.

Klar für Konzeptphase

„Ich bin ganz klar für einen dritten Nationalpark in Unterfranken und freue mich, dass die Rhön mit im Rennen ist“, erklärte Rottmann gegenüber dieser Redaktion. Allerdings sei der herrschende Zeitdruck unglücklich, ebenso die Vorfestlegungen und „Basta-Entscheidungen“, wonach der Steigerwald nicht in der Auswahl ist.

Es ist für Rottmann „absolut richtig“, wenn man in der Rhön in das Konzeptverfahren gehe. Man vertue sich nichts und könne sich viele Fragen beantworten lassen. Das Informationsdefizit ist neben dem Zeitdruck für Rottmann das Hauptproblem. Die Leute wüssten einfach zu wenig. Durch das intransparente Verfahren der bayerischen Staatsregierung herrsche eine schlimme Gerüchteküche. Man müsse sich Zeit nehmen und intensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Dann könne man auch das Für und Wider auf ein normales Maß zurückbringen, zeigte sich Rottmann überzeugt. Die CSU müsse aber gute Argumente liefern, um wieder mehr Vertrauen zu gewinnen.

Die Auswahl eines Nationalparks müsse nach naturschutzfachlichen Kriterien erfolgen. Es müsse verglichen werden, welche Region wo ihre Stärken hat, dann müsse eine entsprechende Entscheidung fallen.

Kreisverband verhalten

Sehr viel verhaltener zeigt sich der Kreisverband Rhön-Grabfeld beim Thema Nationalpark. Man schließe sich dem Kreisverband Bad Kissingen an, so Vorsitzender Peter Högn und Co-Vorsitzende Birgit Zirkelbach.

Die Kollegen im Nachbarlandkreis hatten sich vor einigen Wochen mit einem förmlichen Beschluss grundsätzlich dafür ausgesprochen, einen dritten bayerischen Nationalpark in Unterfranken auszuweisen. Allerdings spreche im Vergleich der möglichen unterfränkischen Standorte allerdings mehr für den Steigerwald und den Spessart als für die Rhön, heißt es darin.

Högn und Zirkelbach bringen Verständnis für die Gegner auf. Viele Rhöner würden der Sache nicht trauen, da in der Vergangenheit bei solchen Themen manches anders gelaufen sei als zuvor angekündigt. Wenn sie gefragt würde, würde sie sich eher gegen einen Nationalpark entscheiden, vermutet Zirkelbach. Sie spricht aber in jedem Fall für den Eintritt in die Konzeptphase aus. Da vertue man sich nichts und bekomme viele Fragen beantwortet.

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